der peterwurm online shop

23. Januar 2013

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Ein Toter in Woolwich

23. Mai 2013

Irgendwann in den letzten Stunden dürfte es einen tödlichen Anschlag, einen Mord im Londoner Stadtteil Woolwich gegeben haben. Ich erinnere mich, dass ich von David Camerons Aussage gelesen habe, „dieser Anschlag wäre ein Anschlag auf Britannien und die britische Lebensweise.“ Es hat mich bisher nicht interessiert.

Nun hat einer meiner Facebook-Freunde einen Artikel gepostet, in dem von der Neuartigkeit dieses Ereignisses geschrieben wurde. So wie „Nine-Eleven“ der erste Terroranschlag in der Geschichte gewesen wäre, der „in Echtzeit“ auf der ganzen Welt (wirklich? Schon wieder sind Europa und Nordamerika „die ganze Welt“…) übertragen worden wäre, so wäre dies der erste Mordanschlag, bei dem der Täter sein „Bekennerschreiben“ live in die Handy-Kamera eines Passanten gesprochen hätte. Und dieses Handy-Video würde sich nun in Windeseile über den gesamten Globus verbreiten.

Und da stehe ich schon vor der alles entscheidenden Frage: Soll ich mich dafür interessieren? Will ich mich dafür interessieren? Bin ich gewillt, in diesen Hype einzusteigen? Will ich dieses Ereignis durch meine eigene Aufmerksamkeit aufwerten? Will ich dieses Ereignis weiter befeuern?

Nein. Das will ich nicht. Ich nehme zur Kenntnis, dass der Täter seine Tat mit dem Krieg in Afghanistan begründet und anscheinend – wieder einmal – mit dem Islam und dem Koran. Ich nehme zur Kenntnis, dass Barack Obama seinem „Freund und Verbündeten“, dem Vereinigten Königreich solidarisch zur Seite steht – und das finde ich auch durchaus begrüßenswert. Aber ich kenne den alten schamanischen Grundsatz: „Energy follows attention – Energie folgt der Aufmerksamkeit.“

Ich bin nicht blind. Und ich bin wahrscheinlich auch nicht blöd. Aber ich habe in den 43 Jahren meines bisherigen Lebens auf diesem Planeten auch immer wieder erkannt, wie Ursache und Wirkung zusammenspielen. Und so konzentriere ich meine Aufmerksamkeit auf Bruce Springsteens „Brothers under the bridge“, das gerade hier in meinem Wohnzimmer auf „Repeat“ läuft und auf das Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund am kommenden Samstag. Gerade auch im Bewusstsein des toten Soldaten von Woolwich und der vielen toten Afghanen im Zuge des NATO-Einsatzes dort.

Und ich lade Alle (vor allem alle Männer) ein, dasselbe zu tun. Give Peace a Chance!


Dietmar Schoder: Versuch zu Peter Wurms aktuellem Werk

19. Mai 2013

Ein Gastbeitrag von Dietmar Schoder:

Beginnen wir – zum besseren Verständnis – mit U2. Diese Band trat mit „The Joshua Tree“ in mein Leben. Dort blieb sie so lange, bis sie fortfuhr, sich selbst neu zu erfinden. Von dem späteren Werk habe ich dann wenig verstanden.

Heute ist mir klar, dass die Band U2 im Jahr 1987 wie ein Komet in meine Nähe kam, um mich vielleicht mitzureißen. Es stand aber immer fest, dass sie ihre eigene Reise durchzog, die ich nicht einfrieren würde. 2002 kam sie dann nochmals in meine Nähe, mit dem Song „Electrical Storm“. Aber eins musste ich akzeptieren: mein Geschmack bestimmt nicht deren Richtung. Und so lange sie Dinge produziert, die mein einfaches Gehör angenehm findet, nehme ich sie gern als Klangtapete. Mit dem Rest ihres Werks müsste ich mich näher auseinandersetzen.

Kommen wir nun zu Peter Wurm. Zuerst seine „12 Bilder von 12“ (12 Geschichten zu 12 Sätzen zu 12 Bildern). Die gefielen mir. Sie waren allgemein verständlich. Man konnte dazu viel sagen, man konnte sie vorlesen, sie hatten einen Anfang und ein Ende, sie waren schön ausgeschmückt. Viel Ästhetik, viel Gültigkeit, viel Humor, viel Tiefe, viel Sprachkompetenz, viel Präzision, viel Gefühl, viel Mitgefühl.

Vor allem aber verdichteten sie das Fundament „Nackt“, das Peter Wurm davor in die Welt gesetzt hatte. Peter Wurm erkennt in „Nackt“ sich selbst. In den „12 Bildern von 12“ erkennt er noch mehr, nämlich die Welt im Großen. Und dann kam: „Schade. Besser So.“ Nochmals 12 Texte zu nochmals 12 Bildern. Hier jedoch tritt die Figur „Slupetzky“ auf und verfängt sich in minimalen Details (z.B. warmem Badewasser). Zu Fotos von Roman Picha, welche die kleinsten Details aus Gemälden im KHM herausgreifen.

Es geht also insgesamt um Distanz. Und Nähe. Und um die Kontrolle darüber. Zuerst blickte Peter Wurm auf sein gesamtes Leben, nachdem er die Frucht vom Baum der Erkenntnis gegessen hatte (welche Frucht das war, bleibt im Verborgenen). Da stellte er fest, dass er „nackt“ war. Dann betrachtete er die Welt überhaupt, erkannte in seinen „12 von 12 Bildern“ z.B. „Vincent und Paul“, „John Lennon und Yoko Ono“, die Ägypter oder das Prinzip von Normalität und Wahnsinn (in Steinhof). Schließlich – in „Schade. Besser so.“ – schaute er ganz genau hin. Ging sehr nahe an das Geschehen heran. Verallgemeinerte sich selbst auf eine neutrale Person Slupetzky, die im Kleinsten agierte.

In den drei Werken („Nackt“, „12 Bilder von 12“ und „Schade. Besser So.“) wird Peter Wurm also zum Adam, der das klare Sehen lernt. Zoom, Brennweite und Fokus werden maximal ausprobiert und genutzt. Logischerweise zieht es ihn auf diesem Weg auch ausgerechnet zu den Fotos von Roman Picha. Vor allem aber kommt er aus dem Ich, aus dem „ich bin nackt“, schnell zu den anderen. Die sind ja auch nackt. Peter Wurm kommt zu sich, und er kommt zu uns. Vielleicht kommen wir alle zu uns? Das ist seine Hoffnung, unterstelle ich ihm.

Schließlich präsentiert Peter Wurm die Videos: „Go“, „God“ oder „Die Gedanken sind frei.“

Peter Wurm schreibt jetzt nicht mehr darüber, wie er sich selbst nackt sieht. Oder wie er uns nackt sieht. Er fängt an, sich selbst uns nackt zu zeigen: So geht er. So besingt er Gott. So fühlt er sich frei. Wir dürfen jetzt plötzlich sehr nahe an Peter Wurm heran. Nicht nur an seine Werke oder an seine Gedanken. Nein, an ihn persönlich. Jeder darf jetzt sehr nahe an ihn heran.

Und nun? Peter Wurm produziert die Videos: „Ave Maria“ und „You’ll never walk alone“. Wir sind den ganzen Weg mit Peter Wurm mitgegangen. Es war eine aufregende Zeit. So wie bei U2, The Joshua Tree. Aber was ist das jetzt? Musik (mit Mario Zaunschirm)? Punk? Rock? Klassik? Erfindet sich Peter Wurm ganz neu, auf einer Bahn, der wir nicht mehr folgen können? Wird er uns erst später wieder einmal besuchen? Mit einem „Electrical Storm“?

Nein. Es geht hier (wieder) nicht um die Form. Es geht hier (wieder) nicht um das Äußere. Es geht um den Inhalt. Nur um den Inhalt. Um den nackten Inhalt.

Peter Wurm ist Vater.

Darauf läuft sein Erkennen über alle diese Werke letztlich (bis dato) hinaus: auf das Schauen auf die blanke Wahrheit. Aus allen Perspektiven und aus allen Distanzen: Peter Wurm und seine beiden Kinder.

Peter Wurm ist kein Komet auf einem Trip. Er erfindet sich auch nicht neu. Oder die Welt. Nein. Er ist Adam, der die Augen aufmacht. Mehr noch: Er ist Peter Wurm, der erkennt, dass er nicht nur nackt ist. Sondern er ist Peter Wurm, der begreift, dass ihm seine beiden Kinder unendlich fehlen. Und Gott.

Und seine Kunst lässt uns das mit ihm begreifen.

Wien, 19.5.2013, Pfingstsonntag

Dietmar Schoder


You’ll NEVER walk alone

17. Mai 2013

You’ll NEVER walk alone

Gerry and the Peacemakers & Peter Wurm
featuring Richard Rodgers & Oscar Hammerstein II

Will be released after the Champions League Final on Saturday.

Für meinen Sohn Jakob

Wien-Mariahilf, 19. Mai 2013

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You’ll never walk alone:

“When you walk through a storm
Hold your head up high
And don’t be afraid of the dark

At the end of the storm
Is a golden sky
And the sweet silver song of the lark

Walk on through the wind
Walk on through the rain
Though your dreams be tossed and blown

Walk on walk on with hope in your heart
And you’ll never walk alone
You’ll never walk alone

Walk on walk on with hope in your heart
And you’ll never walk alone
You’ll never walk alone”

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Music and Lyrics:
Richard Rodgers & Oscar Hammerstein II
Anthem of the Liverpool F. C.

Background Recording:
Champions League Final
May 25th, 2005
Atatürk Stadium, Istanbul

Final Recording:
Gerry and the Peacemakers & Peter Wurm
May 17th, 2013
Barnabitengasse, Vienna

Personal Photos:
Roman Picha
www.romanpicha.at

Final Arrangement:
May 19th, 2013
Barnabitengasse, Vienna

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Will be released on YouTube
May 25th, 2013 after the Champions League Final:

Peter Wurm: You’ll NEVER walk alone

For my son Jakob
Peter Wurm Wien 2013

© peterwurm.com 2013


Ave Maria

17. Mai 2013

Ave Maria

Mario Zaunschirm & Peter Wurm
featuring Franz Schubert

Piano: Mario Zaunschirm – Vocals: Peter Wurm

Für meine Tochter Hanna

Wien-Mariahilf, 16. Mai 2013


Für meine Heimat (Via Gluck)

15. Mai 2013

Für Wien, Döbling und die Silbergasse.

Wien-Mariahilf, Barnabitengasse, 15. Mai 2013


Die Gedanken sind frei

12. Mai 2013

Die Gedanken sind frei:

Wien-Mariahilf, Mariahilferstraße, Sonntag, 12. Mai 2013


Gott.

12. Mai 2013

Gott. Nicht mehr. Und nicht weniger.

Wien-Mariahilf, Barnabitengasse, Sonntag, 12. Mai 2013


Schade. Besser so.

11. Mai 2013

Schade. Besser so.

Schade. Besser so. und Elf weitere Geschichten

von Peter Wurm
nach 12 Bildern von Roman Picha
und notwendigerweise zur Musik von Richard Pfadenhauer

Für alle Frauen dieser Welt. In Dankbarkeit.

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Bei Interesse – just call!


80 Jahre Bücherverbrennung

10. Mai 2013

—– Original Message —–
From: Peter Wurm
To: Oper am Rhein
Sent: Friday, May 10, 2013 3:56 AM
Subject: “Tannhäuser” Absetzung in Düsseldorf

Generalintendant Christoph Meyer!

Mit größter Verachtung für Ihre Entscheidung erfahre ich soeben von der Absetzung des “Tannhäuser” an Ihrem Opernhaus. Wie passend zum 80. Jahrestag der Aktion “Wider den undeutschen Geist”! Ab sofort entscheiden wieder medizinische Gründe mittels eines Fingerzeigs an der Rampe über Sein oder Nichtsein – auch wenn es vorerst nur die Bühnenrampe ist.

“Zustimmung für Absetzung von Wagner-Inszenierung” titelt die “Süddeutsche Zeitung”.

“Zustimmung für Absetzung von Sigmund Freud” hätte der “Völkische Beobachter” nicht besser titeln können.

Fordern Sie doch noch heute den Boykott von “Inglourious Basterds” und aller weiteren Tarantino-Filme (und nicht nur dieser!) in Fernsehen und Kino, weil “einige Szenen, insbesondere die sehr realistisch dargestellte Erschießungsszene, für zahlreiche Besucher sowohl psychisch als auch physisch zu einer offenbar so starken Belastung geführt haben, dass diese Besucher sich im Anschluss in ärztliche Behandlung begeben mussten.”

Na, da wollen wir doch lieber eine Oper, wo wir unsere schönen Perlen und Taschenuhren und die schicken Kleider und Anzüge ausführen können, bevor wir nachher opulent essen gehen…

Das ist wieder einmal das Ende des bürgerlichen Kulturbegriffs. Peter Zadek dreht sich im Grab um.

“Wo man Kunstwerke vernichtet, da vernichtet man am Ende auch Menschen.” (frei nach Heinrich Heine)

War wahrscheinlich ein bisschen zu entartet, dieser Kosminski! Wehret den Anfängen, Meyer!

In Verachtung aus Wien

Peter Wurm


Der Profit des Einen ist der Verlust von Allen

8. Mai 2013

Nehmen wir einmal an, Geld wäre eine objektive Größe. Dann geht es auf diesem Planeten zu wie in einem Casino. Das Casino gewinnt 100 Euro, die 10 Spieler verlieren jeweils 10. Wenn also ExxonMobil im Jahr 2012 einen Gewinn von 45 Milliarden US-Dollar gemacht hat, dann hat die restliche Welt in diesem Jahr 45 Milliarden US-Dollar verloren – jeder von uns durchschnittlich 6,43 US-Dollar. Von wo sonst hätte ExxonMobil dieses Geld verdienen sollen? Von den Marsmenschen?

Jeder, der auf diesem Planeten Geld verdient, nimmt es jemand Anderem weg. Das ist das einfachste Gesetz des Kapitalismus. Wie kommen wir aus dieser Falle wieder heraus? Die einzige Möglichkeit, diesen Planeten zu retten, besteht darin, dass – vereinfacht gesagt – die Europäische Zentralbank (Unser Aller Bank in Europa) umgerechnet 45 Milliarden US-Dollar ganz einfach aus dem Nichts gedruckt hat, um sie an ExxonMobil zu überweisen.

Das ist zur Zeit die einzige Lösung, den Wahnsinn des Kapitalismus zu überwinden – bis irgendwann auch der Dümmste einsieht, dass Geld in Wahrheit ohnehin Nichts wert ist. Geld ist eben – und das ist unsere Rettung – keine objektive Größe, sondern eine kollektive Fiktion.

Carissimo Presidente! Machen Sie bitte weiter so! Im Namen meiner Kinder: Grazie Mille!


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