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Ist unsere Welt aus den Fugen geraten?

23/Jul/2016

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den hochsommerlichen Himmel. Er hatte sich von der Welt zurückziehen wollen, doch die sich verdichtenden Schreckensmeldungen der jüngsten Vergangenheit ließen ihn nachdenklich werden.

Neben den politischen Radikalisierungen auf seinem kleinen Planeten hörte er in immer rascherer Abfolge von Terroranschlägen und Amokläufen in seiner nächsten Umgebung. Hatten sich diese einst auf ferne Länder beschränkt, so waren sie in der letzten Zeit immer näher gekommen. Die Welt um ihn herum schien zu verrohen, sich im wahrsten Sinn des Wortes zu brutalisieren.

Die politische Auseinandersetzung spielte sich vordergründig zwischen verschiedenen Gruppen ab, die einander die Schuld an der Gewalt zuschoben, um die Macht der eigenen Gruppe zu stärken. Doch dahinter ging es immer wieder um den Umgang mit der radikalsten menschlichen Grenzerfahrung, mit dem Tod.

Der Mensch war bekanntermaßen das einzige Tier, das sich seiner Sterblichkeit bewusst war. Den eigenen Tod voraussehen zu können, machte ihn erst zum Menschen. Doch so sehr er sich auch bemühte, war es ihm unmöglich, sich seinen eigenen Tod auch vorstellen zu können.

Slupetzky dachte an seinen Großvater, der in hohem Alter friedlich in seinem eigenen Bett gestorben war. Nun war er dagegen mit Bildern konfrontiert, in denen junge Menschen gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden. Welche Vorstellung würde sich durchsetzen?

Slupetzky wünschte sich und seinen Liebsten dereinst selbstverständlich einen friedlichen Tod, im Grunde sogar jedem Lebewesen. Sein Großvater durfte sterben, die Ermordeten der jüngsten Vergangenheit mussten es. Doch würde er diesbezüglich irgendetwas beeinflussen können?

Er würde es höchstens dadurch tun können, dass er selbst friedlich blieb. Es galt, gerade auch im Angesicht der Gewalt das friedliche Leben zu kultivieren. Er wollte möglichst in jedem Augenblick dankbar sein, dass er leben durfte. Vielleicht konnten ihm die Nachrichten der letzten Zeit sogar dabei helfen.

Es ging ihm nicht darum, Partei zu ergreifen, indem er jemandem die Schuld an der Gewalt zuschob. Es ging ihm ganz im Gegenteil darum, in den Grenzen des Lebens dankbar zu sein. Es ging ihm um die Kultivierung des Friedens in sich selbst. Dies zu erkennen war für ihn die wahre Herausforderung jener Tage.

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Neujahr in Wien

01/Jan/2016

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den morgendlichen Himmel. Es war Neujahr, das Fest der Beschneidung des Herrn, am Tag nach Silvester, genau eine Woche nach Weihnachten.

In der Nacht war er hier gesessen und hatte die Feuerwerkskörper gesehen, wie sie am Himmel explodierten. Er war gemeinsam mit Freunden auf einem Fest gewesen, jedoch schon vor Mitternacht nach Hause gegangen, um alleine zu sein. Er wollte allein sein, All-Eins mit sich und der Welt.

Er hatte an die vielen Silvesternächte gedacht, die er schon erlebt hatte. Er dachte an jene vor knapp zwei Jahrzehnten, die er gemeinsam mit seiner Ersten Frau in der steirischen Ramsau am Dachstein verbracht hatte. Da hatten sie beschlossen, im darauf folgenden Jahr zu heiraten, und dies im Geheimen, in Italien, in der toskanischen Versiglia, wo er zu jener Zeit die Steinbildhauerei betrieb. Sie waren danach lange über die tief verschneite Ebene spaziert, er hatte in den sternenklaren Himmel geblickt und leise gerufen: „Kinder, jetzt könnt Ihr kommen!“ Zwei Wochen später war seine Tochter inkarniert, ein Jahr später sein Sohn.

Er dachte auch an jene Silvesternacht vor knapp einem Jahrzehnt, in der er genau hier, unter seinem Dachfenster, sein Buch „Schneeflocke“ schrieb, sein kleines Büchlein „Zen in der Kunst, einer Schneeflocke beim Schmelzen zuzuschauen“, das erste, das er veröffentlichen würde. Kurz darauf hatte er seine Zweite Frau kennengelernt und im nächsten Jahr geheiratet.

Jene beiden Silvesternächte kamen ihm in den Sinn, als er hier zu Mitternacht mit sich alleine war. Frauen wollten sehr unterschiedlich geliebt werden, das war seine Erfahrung. Und sie konnten sehr unterschiedlich lieben. Nun war er mit ihr zusammengekommen, knapp eine Woche zuvor. Wie wollte sie geliebt werden? Wie konnte sie lieben?

Er brauchte sich nicht zu fragen. Er wusste es bereits. Er war mit ihr schon alleine gewesen. Er würde mit ihr alleine bleiben wollen. Und er würde sie alleine lassen können. Bedingungslos und ohne Fragen. Sie würden beide alleine bleiben. Radikal und kompromisslos. All-Eins.

Slupetzky blickte aus seinem Dachfenster auf die alten Dächer vor ihm. Lange saß er da und schaute hinaus. Dann begann es leicht zu schneien, zum ersten Mal in diesem Winter, zum ersten Mal in diesem Jahr. Und er verspürte eine tiefe Dankbarkeit.

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Auf der Suche

22/Dez/2015

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und beobachtete sich selbst, wie er langsam einen halben Striezel aß, einen kleinen Bissen nach dem anderen. „Handgeflochtener Wiener Zopf – extra flaumig“ stand in großen Buchstaben auf der Verpackung. „500 Gramm – hergestellt in Österreich“. Lustvoll kaute er den saftigen Hefeteig und genoss den süßen Geschmack in vollen Zügen.

„Pro 100g 1253 kJ oder 297 kcal Energie. Entspricht 15% der Referenzmenge für einen durchschnittlichen Erwachsenen.“ Abgesehen von der Frage, ob er sich nun für einen „durchschnittlichen Erwachsenen“ betrachtete, versuchte er auszurechnen, ob er nach dem letzten Bissen für heute satt sein durfte. „15% mal 5 ergibt 75 dividiert durch 2 ist 37,5.“ rechnete er im Kopf vor sich hin. Während er den letzten Bissen zu sich nahm, war er also zu 37,5 Prozent satt.

Gerade war er aus der abendlichen Innenstadt nach Hause in seine kleine Dachstube gekommen. Jetzt konnte er entspannt durchatmen. Er stand auf und legte die zweite Hälfte des Striezels in die Küche. Als er sich wieder zurück an die Schreibmaschine setzte, überlegte er, ob er mit dem soeben in die Tasten gehämmerten Text eine für ihn attraktive Frau ansprechen könnte. Eine Frau, die „schön“ und „klug“ war, würde diese ein Interesse daran haben können, dass er nun zu 37,5 Prozent satt war?

Er setzte sich seine Mütze auf und blickte durch das Dachfenster in den sternenklaren Himmel, sah den Mond, der in 3 Tagen, genau zum Weihnachtsfest „voll“ sein würde und stellte sich vor, dass da draußen eine Frau auf ihn wartete. Der Mond leuchtete durch das Fenster auf ihn herab und flüsterte ihm zu: „Slupetzky. Es geht nicht um ’schön‘ und ‚klug‘. Es geht um einen Menschen, den Du lieben kannst, wie er ist. Vielleicht ist da draußen einer, der gerade jetzt auch auf der Suche ist wie Du. Und der auch eine Mütze auf hat.“

Dann wurde es still. Slupetzky stand auf und ging hinaus in die winterliche Nacht. Ihm kamen lauter fröhliche Menschen entgegen. Alle hatten eine Mütze auf.

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Die Flucht ist zu Ende – Tag 1

14/Sep/2015

In den Frühnachrichten der österreichischen Radiosender Ö1 und Ö3 und den Nachrichten des österreichischen Fernsehens ORF 2 um 08:00 Uhr und 09:00 Uhr habe ich von den heutigen Entwicklungen erfahren. Die Polizei hat ihre Schätzung für die Zahl der heute in Österreich ankommenden Flüchtlinge nach oben auf circa 20.000 korrigiert. Das ist ungefähr die Hälfte des Wiener Ernst-Happel-Stadions und knapp weniger als das neue Allianz-Stadion von Rapid Wien.

Ich bin dennoch zunächst meiner Arbeit nachgegangen und habe mein letztes Bild fertiggestellt. Danach habe ich das kleine Schlafzimmer für Gäste vorbereitet, eine Matratze hineingelegt, diese mit Bettzeug überzogen und das Kinder-Hochbett gemacht. Das Überziehen des Polsters ist mir kurz auf die Nerven gegangen, weil der Polster zu groß für den Überzug ist. Außerdem fehlt mir das vierte Bett.

Gerade kam ein SMS von der Caritas-Lebensmittelhilfe: „Liebe Leos, hätte heute jemand Zeit, von 14-17 Uhr Textilien vom Leo zum Westbahnhof zu bringen? Wenn ja, bitte um Anruf bis 12 Uhr. Näheres per Telefon.“ Ich habe mich gemeldet und nun den Rückruf erhalten. Es haben sich schon 2 Fahrer eintragen lassen, dieser Dienst wird in Zukunft aber wahrscheinlich regelmäßig gebraucht.

Jetzt werde ich zum Westbahnhof fahren, um zu schauen, was heute gebraucht wird. Ich habe derzeit nicht viel Geld zur Verfügung, aber 5 Euro am Tag kann ich schon entbehren. Dafür gehen sich 4 Duschgel aus.

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Die Flucht ist zu Ende – Tag 0

13/Sep/2015

Heute Sonntag, den 13. September um 17:00 Uhr hat die Bundesrepublik Deutschland beschlossen, die Grenzen gegenüber ihren Nachbarstaaten zu schließen. Ich war zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit meinen Freunden Mario und Vince auf dem Wiener Kahlenberg. Zuvor waren wir von Nussdorf über den Beethovengang hinauf spaziert. Ich besuchte danach um 18:00 Uhr die Messe der Caritasgemeinde am Meidlinger Schedifkaplatz, später ging ich noch in die Wiener Nationalbibliothek, um meine Arbeit im Internet zu erledigen.

Als ich um 21:30 nach Hause kam, erfuhr ich über den ORF-Teletext vom Beschluss der Deutschen Bundesregierung. Mir dämmerte langsam, was da wirklich geschehen war, als ich erfuhr, dass es eine „Zeit im Bild 2 Spezial“ Nachrichtensendung um 21:53 geben würde. Ich zog mir meine kurze Hose an und machte es mir vor dem Fernseher gemütlich.

Ich kapierte erst, welche Dramatik dieser Schritt für Europa bedeuten würde, als ich in dieser Nachrichtensendung den Burgenländischen Polizeipräsidenten Hans-Peter Doskozil sah, wie er vor Hunderten einlangenden Flüchtlingen am Grenzübergang Nickelsdorf ein nächtliches Live-Interview gab. Er meinte, heute würden mehrere Tausend Flüchtlinge die Grenze überschritten haben und für morgen würde er noch mehr erwarten.

In der anschließenden „Im Zentrum“ Diskussionssendung im österreichischen Fernsehen sah ich den jungen Außenminister Sebsatian Kurz von der Christlich-Sozialen ÖVP, wie er sehr aufgeregt wörtlich von „verheerenden“ Auswirkungen für Österreich sprach. Der alte Sozialminister Rudolf Hundstorfer von der sozialdemokratischen SPÖ versuchte ruhig zu bleiben. Als die Diskussion dann begann, schaltete ich den Fernseher aus, zog mir meine schönste Hose und mein schönstes Hemd an und verließ die Wohnung, um zum nahegelegenen Westbahnhof zu fahren. Beim Hinausgehen dachte ich mir: „Wenn mich meine Kinder dereinst fragen werden: ‚Papa, was hast DU damals gemacht?‘ Dann will ich antworten können: ‚Ich habe eine Flüchtlingsfamilie aufgenommen.'“

Als ich am Westbahnhof ankam, waren gerade Dutzende Flüchtlinge Richtung Busbahnhof unterwegs. Ich ging zum Auffanglager der Caritas und meldete mich an, meine Wohnung für eine Familie mit 2 Kindern bereitstellen zu wollen. Der junge Flüchtlingshelfer Max setzte mich auf die Liste und machte neben meinem Eintrag ein Rufzeichen.

„Hättest Du auch Zeit, jeden Abend vorbeizukommen, um das Essen für die Familie abzuholen?“ „Ja.“

„Ich danke Dir.“

„Ich danke Euch.“

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Die Wiener Mariahilferstraße

20/Aug/2015

Kommen Sie, Anton Pawlowitsch, gehen wir spazieren. Ich zeige Ihnen meine Welt.

Das hier ist die Wiener Mariahilferstraße. Sie ist zweimal zwei Kilometer lang. Der innere Teil führt von der Ringstraße zum Westbahnhof und trennt den Sechsten vom Siebten Bezirk. Das sind die Bezirke der jungen kreativen Aufsteiger. Diese Viertel sind sehr reich. Der äußere Teil führt vom Westbahnhof durch den Fünfzehnten Bezirk bis zum Technischen Museum. Da leben vor allem Arbeiter und Zuwanderer. Diese Gegend ist sehr arm. Und die Mariahilferstraße verbindet diese beide Welten. Ich liebe sie. Für mich ist sie die schönste Straße der Welt.

Der innere Teil der Mariahilferstraße ist eine ausgezeichnet frequentierte Einkaufsstraße, eine der beliebtesten und erfolgreichsten in Europa. Da gibt es alles, was das Herz begehrt, vor allem Schuhe, Kleidung und schicke Lokale. Dieser Teil wurde gerade zu einer Flaniermeile für Fußgänger und Radfahrer umgebaut. Der äußere Teil ist ebenfalls eine Einkaufsstraße, weit weniger mondän, mit Straßenverkehr und vielen Billigläden von Einwanderern, meist für Lebensmittel, Mobiltelefone und Kebap.

Wenn Sie Wien kennenlernen wollen, dann sollten Sie von der Ringstraße aufwärts über den Westbahnhof bis hin zum Technischen Museum spazieren. Da lernen Sie die verschiedensten Seiten Wiens kennen. Sie beginnen im imperialen Wien der Hofburg und landen nach vier Kilometern Richtung Westen geradewegs im Nichts. Aber Sie bekommen dafür einen Ausblick auf das Schloss Schönbrunn. So gesehen ist die Mariahilferstraße ein wunderschöner Weg des Lebens.

Der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard hat einmal etwas zu dieser Straße geschrieben, ich denke, es war in seinem Theaterstück „Heldenplatz“:

Ich gehe auf der Mariahilferstraße
und ich suche die Mariahilferstraße;
und ich bin auf der Mariahilferstraße
– und finde sie nicht!

Jetzt, wo er tot ist, könnte er sie gefunden haben.

Was ist Vertrauen in der Politik?

02/Aug/2013

—– Original Message —–
From: Peter Wurm
To: <johannes_paul_ii@vatican.va
Sent: Monday, August 30, 2004 4:55 PM
Subject: dawarisch karol 113

so, mein lieber!

wenn es gerhard schröder ernst ist mit seinen überzeugungen, dann macht er gesine schwan zu seiner nachfolgerin und empfiehlt ihr, oskar lafontaine als finanzminister zu bestellen. dann kann er sich die nächsten zehn jahre daheim um die deutsch-russische aussöhnung bemühen. und jetzt will ich dir vom grössten beruflichen erfolg meines lebens erzählen:

im dezember 1993 ereilten mich in thailand die schlimmsten depressionen meines lebens. und so kehrte ich um und noch vor weihnachten nach wien zurück. zu silvester sass ich dann am frühen abend in hans gratzers wohnung im alsergrund gemeinsam mit meinem freund stöff am kleinen tisch in der küche und wir tranken roten wein.

stöff erzählte mir, dass er anlässlich der bevorstehenden premiere von „angels in america“ im schauspielhaus eine idee geboren hätte. er würde, da in diesem stück das thema aids, an dem sein bruder jakob verstorben war, zentral behandelt würde, ein paar künstlerfreunde ersuchen, zugunsten der aidskranken einen engel zu malen. ich sass da, schaute ihn an und sagte: „okay, wenn ich darf, mach ich mit.“

„und jetzt machen wir eine politische geschichte daraus.“ ich nahm einen stift und wir schrieben alle menschen des öffentlichen lebens auf ein blatt, die uns überhaupt einfielen. alle. und noch mehr. am schluss hatten wir genau 654, weil erstens jeder 654. österreicher damals hiv-positiv war. ausserdem klang es ein wenig wie ein countdown. auf irgendeine zahl mussten wir uns ja einigen. und für 666 fehlte uns der mut.

es war klar, dass wir die institutionelle unterstützung vom schauspielhaus bekamen. und so hatten wir den notwendigen organisatorischen rahmen, das briefpapier und das geld für die briefmarken. und irgendwann wussten wir, dass wir, wenn wir erfolg haben wollten, einen schirmherren von ausserhalb benötigen würden.

und so verfassten wir einen brief: „sehr geehrter herr bürgermeister, lieber helmut! ‚angels in america‘ bla bla bla gezeichnet hans gratzer“ ein sehr höflicher, ausgesprochen feiner brief. und wir gaben ihn ein paar leuten zu lesen, hans zuerst, denn der musste ihn ja schliesslich unterschreiben. und ich erinnere mich genau, wie ich hinter dem schreibtisch im letzten zimmer des schauspielhaus-büros sass und toni auf uns zukam, anton wiesinger, co-direktor und bester freund von hans:

„burschen. nein. das könnts nicht machen. der zilk versteht das nicht. das ist viel zu förmlich. der kapiert das nicht. der kriegt hundert briefe am tag. das interessiert ihn nicht. das muss heissen: ’superbroadwayhit.'“

ich schaute toni an. ich schaute ihn nur an. nein. echt. nein. das schreib ich nicht. nein. ich schreib nicht: ’superbroadwayhit.‘

und ich machte genau eine korrektur: „sehr geehrter herr bürgermeister, lieber helmut! der superbroadwayhit ‚angels in america‘ bla bla bla gezeichnet hans gratzer“

der wiener bürgermeister lag damals im spital. in der intensivstation des wiener allgemeinen krankenhauses. niedergestreckt. briefgebombt. da gab es kein durchkommen. der war abgeschnitten von der aussenwelt. das büro des bürgermeisters liess damals nichts an ihn heran. und es gab genau eine deadline. donnerstag, irgendwann jänner. alles war fertig. 654 briefe an ganz österreich. am donnerstagabend gingen die raus. alles war fertig. es fehlte nur noch der schirmherr.

wir hätten rainhard fendrich als ersatz gehabt. doch ich wollte helmut zilk. und so telefonierte ich noch ein letztes mal mit seinem büro: „wir brauchen bis 20 uhr eine antwort.“ „sie wissen, dass der herr bürgermeister im spital liegt. und er bekommt gerade so viele briefe. da kann ich nichts machen.“ „wir brauchen bis 20 uhr eine antwort. ich rufe sie nochmals an.“

um 20 uhr rief ich nochmals an. „wie schauts aus?“ „der herr bürgermeister hat noch nicht geantwortet. aber er wird antworten.“ „wir brauchen die antwort jetzt.“ „er wird antworten.“ „und wie wird die antwort aussehen?“ „sie können davon ausgehen, dass sie positiv ist.“ „können sie mir das faxen?“ „nein.“ „aber ich brauch das schriftlich. die briefe müssen raus.
kann ich mich darauf verlassen?“ „ja.“

in dieser nacht gingen die briefe raus: „engel in österreich. ehrenschutz helmut zilk“ wir hatten nichts in der hand.

dawarisch karol. seither weiss ich, was vertrauen heisst.

auf doktor helmut zilk superstar. und auf dagmar koller.

gottes segen

peter

(Aus: „Dawarisch Karol“, Wien 2004)

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Siehe auch: War Helmut Zilk ein Spion?

„The Linz Declaration“ of Occupy Austria 2012

22/Jul/2013

From Friday, January 20th
to Sunday, January 22nd, 2012,
the Combatants of „Occupy Austria“ met in Linz
and agreed in a Common Consensus to

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The Linz Declaration of Occupy Austria”:

Implement New Money-Systems

-) Enlighten and challenge the existing Financial- and Money-System
-) Overcome the Interest-Based Debt-Money-System
-) Transparent Common Money-Creation
-) Common Creation of Alternatives

We are the 100 Percent!

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Occupy Wall Street

From:Occupy Wall Street – October 2011

The Linz Declaration of Occupy Austria

The Linz Declaration of Occupy Austria

The Linz Declaration of Occupy Austria

From: „Occupy Austria“ Meeting in Linz (20.-22.01.2012)

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Sources:

http://pad.ethify.org/p/occupy

Occupy Austria und der Antisemitismus

Two Cans on a Table

19/Jul/2013

Two Cans on a Table

„Two Cans on a Table“
Peter Wurm Vienna 19.07.2013

For my Aunt Henrike.

Hamlet reloaded

17/Jul/2013

Hamlet reloaded

„Hamlet reloaded“
peterwurm featuring romanpicha
Peter Wurm Vienna 17.07.2013