Posts Tagged ‘türkei’

Ist unsere Welt aus den Fugen geraten?

23/Jul/2016

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den hochsommerlichen Himmel. Er hatte sich von der Welt zurückziehen wollen, doch die sich verdichtenden Schreckensmeldungen der jüngsten Vergangenheit ließen ihn nachdenklich werden.

Neben den politischen Radikalisierungen auf seinem kleinen Planeten hörte er in immer rascherer Abfolge von Terroranschlägen und Amokläufen in seiner nächsten Umgebung. Hatten sich diese einst auf ferne Länder beschränkt, so waren sie in der letzten Zeit immer näher gekommen. Die Welt um ihn herum schien zu verrohen, sich im wahrsten Sinn des Wortes zu brutalisieren.

Die politische Auseinandersetzung spielte sich vordergründig zwischen verschiedenen Gruppen ab, die einander die Schuld an der Gewalt zuschoben, um die Macht der eigenen Gruppe zu stärken. Doch dahinter ging es immer wieder um den Umgang mit der radikalsten menschlichen Grenzerfahrung, mit dem Tod.

Der Mensch war bekanntermaßen das einzige Tier, das sich seiner Sterblichkeit bewusst war. Den eigenen Tod voraussehen zu können, machte ihn erst zum Menschen. Doch so sehr er sich auch bemühte, war es ihm unmöglich, sich seinen eigenen Tod auch vorstellen zu können.

Slupetzky dachte an seinen Großvater, der in hohem Alter friedlich in seinem eigenen Bett gestorben war. Nun war er dagegen mit Bildern konfrontiert, in denen junge Menschen gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden. Welche Vorstellung würde sich durchsetzen?

Slupetzky wünschte sich und seinen Liebsten dereinst selbstverständlich einen friedlichen Tod, im Grunde sogar jedem Lebewesen. Sein Großvater durfte sterben, die Ermordeten der jüngsten Vergangenheit mussten es. Doch würde er diesbezüglich irgendetwas beeinflussen können?

Er würde es höchstens dadurch tun können, dass er selbst friedlich blieb. Es galt, gerade auch im Angesicht der Gewalt das friedliche Leben zu kultivieren. Er wollte möglichst in jedem Augenblick dankbar sein, dass er leben durfte. Vielleicht konnten ihm die Nachrichten der letzten Zeit sogar dabei helfen.

Es ging ihm nicht darum, Partei zu ergreifen, indem er jemandem die Schuld an der Gewalt zuschob. Es ging ihm ganz im Gegenteil darum, in den Grenzen des Lebens dankbar zu sein. Es ging ihm um die Kultivierung des Friedens in sich selbst. Dies zu erkennen war für ihn die wahre Herausforderung jener Tage.

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Der Dritte Weltkrieg

03/Sep/2013

Die Mitglieder der Vereinten Nationen bemühen sich derzeit, so rasch wie möglich, in jedem Fall jedoch noch in diesem Jahr eine Syrien-Konferenz in Genf zu organisieren, in der alle Bürgerkriegsparteien zu einer gemeinsamen Lösung der politischen und militärischen Konflikte angehalten werden sollen.

Ich schlage vor, vor jedem eventuellen militärischen Eingriff von Aussen das Ergebnis dieser Konferenz abzuwarten.

Die österreichische und die türkische Mentalität

05/Apr/2013

Am Mittwoch Abend war ich wieder einmal mit ein paar türkischen Freunden unterwegs. Champions League. Viertelfinale. Galatasaray. Im Bernabeu. Traurige Geschichte. Dennoch schön.

Wir saßen in einem großen türkischen Lokal, das bei den Wiener Einheimischen dennoch fast unbekannt ist, gemeinsam mit mehreren hundert Anderen, in einem Hinterzimmer. Eine Fußballübertragung im Kreise von Wiener Türken ist ohnehin etwas völlig Anderes als unter Wiener Einheimischen. Aber als ich nach dem Spiel von der Toilette zurückging, da kam ich an einem Tisch vorbei, wo zwei junge Männer aßen, irgendeine gemischte Platte. In der Mitte stand, wie immer, ein Brotkorb. Und ich fragte im Vorbeigehen: „Kann ich ein Stück Brot haben?“ „Ja, klar, Mann! Nimm Dir!“

„Ja, klar, Mann! Nimm Dir!“ Jeder einheimische Wiener hätte den Kellner geholt, um sich zu beschweren – und dieser irgendwann die Polizei. Auch wenn ich inzwischen auch einige ziemliche türkische Arschlöcher kennengelernt habe, so beschreibt diese kurze Szene doch den entscheidenden Unterschied:

„Ja, klar, Mann! Nimm Dir!“ Tesekür Ederim!

Was ist Gewalt?

15/Jul/2012

Was ist Gewalt?

Der Satz: „Ich will, dass du…“ ist Gewalt.

Gewalt beginnt in der Familie, wenn es beispielsweise heißt:

„Ich will, dass du das Kinderzimmer aufräumst.“

Ein solcher Wunsch kann gewaltlos nur als Bitte formuliert werden. In unserem Beispiel als:

„Bitte räume das Kinderzimmer auf.“

Einer gewaltlosen Bitte kann daher (so schwer es dem Bittenden auch fallen mag, das zu akzeptieren) jederzeit mit einem „Nein“ geantwortet werden.

„Nein. Ich will das Kinderzimmer nicht aufräumen.“

Jede Verneinung führt jedoch zu neuer Gewalt, da sich der Mensch auf ein „Nein“ nicht einigen kann.

Exkurs: Eine scheinbare Einigung auf ein „Nein“ verlangt zwangsläufig nach einem gemeinsamen Gegner. In unserem Falle des möglichen „Nein, wir räumen das Kinderzimmer nicht auf.“ ist das elterliche Verlangen der zwangsläufige gemeinsame Gegner. Gemeinsame Gegner wurden in der Geschichte der Menschheit immer wieder geschaffen, um einen solchen scheinbaren Solidarisierungseffekt einer Gemeinschaft zu erzielen. Gemeinsame Gegner, so stark sie auch wirken mögen, führen jedoch immer zu neuer Gewalt, das heißt langfristig immer zu Krieg und Vernichtung, wie die Geschichte der Menschheit anschaulich zeigt.

Daher ist es dringend notwendig, jedes „Nein“ als alternatives „Ja“ zu formulieren:

„Nein. Ich möchte lieber noch lesen.“

Diese formal positive Alternative ist die notwendige Grundlage für jeden weiteren Konsens.

Zum Beispiel: „Wann wird das Kinderzimmer dann aufgeräumt?“

Eine Frage kann niemals Grundlage von Gewalt sein, weil sie immer mindestens zwei Alternativen offen lässt.

Nur so ist im menschlichen Zusammenleben Frieden möglich.

Frieden heißt immer Einigung in Freiheit.

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Und jetzt das Ganze am Beispiel des Beitritts der Türkei zur Europäischen Union:

„Bitte, dürfen wir Eurer Gemeinschaft beitreten?“

„Nein. Wir wollen lieber unter uns bleiben.“

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Und genau aus diesem Grund trete ich (in einer Gesellschaft, die Geld als Tauschwert akzeptiert) für das Bedingungslose Grundeinkommen ein. Der Mensch ist erst dann frei zu entscheiden, wenn er dadurch nicht sein Überleben oder das seiner Kinder riskieren muss.

Whatever the cost may be

13/Jan/2012

Es gibt einen Politiker in der Geschichte der Menschheit, der aus meiner Sicht alle anderen überragt. Selbstverständlich verherrliche ich – wie im letzten Artikel auch erwähnt – Gandhi, Mandela und Havel über alle Maßen, aber diese drei beeindrucken mich vor allem in ihrer Eigenschaft als Widerstandskämpfer gegen die herrschenden Kräfte, bevor sie schlussendlich an die Macht kamen. Es gibt jedoch einen, der in seinem politischen Amt selbst zum Widerstandskämpfer geworden ist: der rechte Verteidiger meines Millenium-All-Star-Teams, Sir Winston Churchill.

Jetzt weiß ich natürlich, dass Churchill in manchen Teilen der Welt, insbesondere von der Türkei bis nach Indien teilweise verhasst war und ist, weil er in seiner Eigenschaft als Brite seinen Beitrag zur anhaltenden Unterdrückung dieser Gebiete im Rahmen des Empire beigetragen hat. In diesen Ländern hält man vom Vereinigten Königreich nicht viel und stand im Laufe der letzten Jahrhunderte mehr auf deutscher Seite als auf der englischen.

Mit großem Amusement denke ich auch an eine Erzählung meines persischen Freundes Keyvan zurück, als er von einem Auswärtsmatch der deutschen Nationalmannschaft unter Jürgen Klinsmann im Iran im Jahr 2004 berichtete. Bei Erklingen der deutschen Nationalhymne zur Begrüßung standen im ausverkauften Teheraner Azadi-Stadion 110.000 Menschen auf und erhoben wie ein Mann die rechte Hand zum deutschen Gruß. Die übertragenden deutschen Fernsehstationen waren bemüht, diese Ehrenbezeugung augenblicklich auszublenden.

Ich bin kein Iraner, ich bin kein Inder, ich bin kein Araber und ich bin kein Türke. Wäre ich in einem dieser Länder geboren, würde meine Wertschätzung möglicherweise anders aussehen. Auch stößt mir übel auf, dass Churchill Mahatma Gandhi zu Beginn der indischen Unabhängigkeitsbewegung abfällig einen „halbnackten Fakir“ genannt hat.

Churchill war gemäß meiner Personaltheorie sicherlich „eher ein Arschloch“. Das hat zur Folge, dass er als Politiker an der Macht zweifelsohne umstritten ist. In einem Teil der Welt ist er bis heute immer noch verhasst. Diese Ablehnung und dieser Hass gründen sich auf eine Charaktereigenschaft, die ich an ihm über alle Maßen bewundere: Die absolute Kompromisslosigkeit.

Winston Churchill stand mit allem, was er war, für die demokratische Tradition des britischen Empire. Dass dieses Empire im Laufe der Jahrhunderte im Kolonialismus die halbe Welt unterdrückt hatte, ist Teil dieser Geschichte. Doch alles in allem war dieses Imperium demokratisch legitimiert, was auch zur Folge hatte, dass Churchill selbst nach dem gewonnenen Zweiten Weltkrieg als Premierminister wieder abgewählt wurde.

Und es ist genau dieser gewonnene Zweite Weltkrieg, den ich als Nachgeborener einzig und alleine diesem Menschen vedanke. Im Frühjahr 1940 stand das Vereinigte Königreich nach der Niederlage von Dünkirchen im Zuge des deutschen Frankreichfeldzuges völlig alleine der scheinbaren Allmacht des Dritten Reiches gegenüber. Die Sowjetunion war mit Deutschland verbündet, der gesamte Kontinent besetzt oder mit Hitler befreundet und die USA in passiver Neutralität gefangen. Alle Historiker stimmen überein, dass dies der mit Abstand kritischte Zeitpunkt für die Weltgeschichte im Zwanzigsten Jahrhundert war.

In dieser Situation stand das Vereinigte Königreich unter Winston Churchill völlig alleine der Übermacht des Deutschen Reiches unter Adolf Hitler gegenüber. In Großbritannien selbst wurden die Stimmen nach einem Waffenstillstand oder Frieden mit Hitler-Deutschland immer lauter. Winston Churchill war als Regierungschef in dieser entscheidenden Situation völlig auf sich alleine gestellt.

„We shall defend our island, whatever the cost may be.“ Es ist genau dieser Satz in einer seiner denkwürdigen Reden zu dieser Zeit, der entscheidend dafür war, dass ich und meine Kinder heute die freie Luft eines demokratischen Europa atmen dürfen. Die Entscheidung im Zweiten Weltkrieg verdanken wir ganz genau diesem einen Satz.

Dieser Satz aus der Rede „We shall fight on the beaches“ am 4. Juni 1040 knüpft in der dunkelsten Stunde der Demokratie und der Menschenrechte an die kurz zuvor erfolgte Regierungserklärung „Blood, Toil, Tears, and Sweat“ an, in der Churchill das Ziel definiert: „Sieg. Sieg um jeden Preis.“

In genau dieser Situation der Niederlage, in der ALLES auf dem Spiel steht, gibt Churchill die Losung aus: „We shall defend our island, whatever the cost may be.“ In dieser dunkelsten Stunde stand zu halten und seine Überzeugungen zu verteidigen, wie hoch der Preis auch sei, das ist die Grundlage eines demokratischen Europa, das ist die Grundlage einer freien Welt.

Winston Churchill hat gezeigt, was im Leben eines Menschen möglich ist. Winston Churchill hat sich entschieden. In der dunkelsten Stunde der Geschichte hat er Position bezogen. „We shall defend our values, whatever the cost may be.“ Thank you very much.

Tag 164

19/Aug/2011

Nun hat also gestern die Fünfte Nacht der Neunten Welle begonnen. Und wie zum Beweis erhielt ich am gestrigen Nachmittag folgendes Nachrichten-SMS: „(Ö3-Newsflash 12:58) Terror in Israel: Unbekannte Täter beschießen Busse in Eilat, mehrere Menschen sind tot. Einer der Angreifer wird erschossen.“ Damit rückt Israel, wo es in den letzten Monaten vergleichsweise ruhig zuging, wieder in das Zentrum des weltweiten Terrors. Auch in der Türkei kam es gestern zu einer Zuspitzung der Lage, wie die „Zeit“ berichtet: „Die türkische Luftwaffe hat als Reaktion auf einen blutigen Anschlag kurdischer Rebellen eine Serie von Luftangriffen auf Ziele im Nordirak geflogen.“

Der Beginn der Fünften Nacht machte sich gestern auch an den Weltbörsen bemerkbar. ATX und DAX verloren 5,24 und 5,82 Prozent, der Dow Jones 3,68 Prozent. Für den Deutschen Aktienindex war es der größte Tagesverlust der letzten drei Jahre. „US-Börsen rasen ins Minus – Weltweit beben die Börsen. Es ist ein schwarzer Tag für die Börsen: Der Deutsche Leitindex Dax hat den größten Tagesverlust seit November 2008 hingelegt. Damit summiert sich das Minus seit Anfang August auf mehr als 20 Prozent. Auch der amerikanische Dow-Jones-Index stürzte ab.“ schreibt der „Spiegel“ dazu. Und der ORF berichtet: „Die Kurse an den weltweiten Börsen sind einmal mehr abgestürzt. Börsianer sprechen bereits von einem schwarzen Donnerstag. Der deutsche Aktienindex DAX fuhr mit einem Minus von 5,8 Prozent den größten Tagesverlust seit November 2008 ein. Von Wien über Mailand bis Paris zeigte sich ein ähnliches Bild. Und auch an der New Yorker Börse rasselten die Kurse kräftig nach unten. Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 3,6 Prozent. Über die Gründe herrscht Rätselraten.“

Das Rätsel ist leicht gelöst, wenn man den Mayakalender betrachtet. Der Zusammenbruch wird sich in den nächsten Wochen weiter fortsetzen. Schon heute Früh dreht sich die Abwärtsspirale weiter: „Japan stürzt sich tief in den Abwärtstrend – Der Freitag beginnt an der Börse in Tokio unter schlechten Vorzeichen.“ berichtet das „Handelsblatt“.

Ich bin neugierig, wie die Europäische Zentralbank auf diese Situation reagiert. Denn während die Aktienmärkte zusamenbrechen, lag die Inflation zuletzt auf Rekordniveau, in Österreich im Juli bei 3,5 Prozent. Das ist der höchste Wert seit September 2008, dem Höhepunkt der Lehman-Krise. Schon an der Universität hatten wir vor zwanzig Jahren gelernt, dass eine solche „Stagflation“ die gefährlichste Situation für eine Volkswirtschaft bedeutet. Ich bin ja wie gesagt davon überzeugt, dass sich der Wert des Geldes auflösen und daher der Zinssatz in der Eurozone sich an das Niveau in den USA und der Schweiz annähern und in Kürze gegen Null gehen wird.

Die „Nacht der Zerstörung“ hat also in politischer wie wirtschaftlicher Hinsicht bereits am ersten Tag voll eingesetzt. Doch wie es seit den Arbeiten von Joseph Schumpeter nicht nur in den Wirtschaftswissenschaften bekannt ist, muss Zerstörung nicht nur reine Destruktivität bedeuten, sondern kann auch schöpferisch sein. Diese „schöpferische Zerstörung“ hatte Schumpeter in seinen Arbeiten in ökonomischer Hinsicht dem Idealtypus des Unternehmers zugeschrieben. Ein Unternehmer zerstört laut Schumpeter, um aufzubauen.

Gerade im Angesicht der ganzheitlichen Erleuchtung der Neunten Welle glaube ich daher nicht, dass die jetzige Krise die Ausmaße der Fünften Nacht der Siebenten Welle annehmen wird, in der es zur großen Depression, dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust kam. Die Siebente Welle lag ganzheitlich im Schatten, weil sie gemäß der Götter des Mayakalenders gar nicht erleuchtet war. Dementsprechend war die Krise der damaligen Fünften Nacht von 1932 bis 1952 die größte, die wir bisher auf dieser Welt erlebt haben. Die jetzige Krise wird aufgrund der Charakteristik der Neunten Welle kurz und heftig, aber im Angesicht der ganzheitlichen Erleuchtung wahrhaft schöpferisch sein. Wir erleben gerade auch in dieser Krise die Geburt einer neuen Welt.

Ich bin übrigens seit gestern auf viertägigem Kurzurlaub im Veneto in der Nähe von Venedig. Venedig selbst liegt gemäß Carl Callemans raumzeitlicher Analyse des Mayakalenders genau am Stamm des Weltenbaums, der die östliche Hemisphäre von der westlichen trennt. Dieser Weltenbaum verläuft genau auf der Mittellinie der irdischen Kontinentalmasse entlang des 12. Längengrades Ost und entspricht damit in Europa der Linie Rom-Kopenhagen (siehe „Europa aus der Sicht der Maya„).

Venedig liegt genau an diesem Stamm, wo sich West und Ost verbinden. Im Laufe der Menscheitsgeschichte hat es an diesem Stamm im Zuge der zeitlichen Shiftpoints des Mayakalenders immer wieder die allergrößten kriegerischen Auseinandersetzungen gegeben. Im Angesicht der ganzheitlichen Erleuchtung der Neunten Welle im Osten wie im Westen kann von diesem Stamm jedoch die Heilung ausgehen. In diesem Sinne versuche ich in diesen Tagen gerade hier, die Ganzheitlichkeit der kommenden Welt Innen wie Außen zu erleben und zu fördern. Venedig ist dafür ein denkbar geeigneter Platz.

Tag 144

30/Jul/2011

Heute ist der letzte Tag der Vierten Nacht der Neunten Welle des Mayakalenders, morgen beginnt der Fünfte Tag. Jetzt beginnt die hochspannende Zeit. In der Sechsten Welle des Mayakalenders, der Langen Zählung, begann mit dem Fünften Tag ab 40 nach Christus der Aufstieg des Römischen Reiches und des Christentums. Der Fünfte Tag der Siebenten Welle ab 1913 stand im Zeichen des Ersten Weltkriegs und der Fünfte Tag der Achten Welle ab Ende November 2006 brachte unter anderem den Tod Saddam Husseins.

Der Fünfte Tag einer Welle steht unter dem Zeichen des „Knospens“. Daher hat er in den bisherigen Wellen immer einen Höhepunkt und Durchbruch der dahinterstehenden Energie gebracht. In der Yang-erleuchteten Sechsten Welle war es der Aufbau des größten Herrschaftsgebiets der Antike auf weltlicher Basis und der Aufstieg der weltgrößten Religion auf spiritueller Basis. In der ganzheitlich dunklen materialistischen Siebenten Welle war es das Ende der Herrschaft des Gottesgnadentums und in der Yin-erleuchteten Achten Welle unter anderem die Entscheidung im Feldzug der irrationalen und intuitiven Herrschaft von George W. Bush im „War against Terror“.

Jetzt stehen wir im Zuge der ganzheitlich erleuchteten Neunten Welle vor dem Höhepunkt und Durchbruch des universalen Ganzheitsbewusstseins. Und daher wird an diesem Fünften Tag die Spiritualität den Materialismus auf ganzer Ebene ablösen. Das materielle System des Kapitalismus, das wir insbesondere im Zuge der Siebenten Welle seit 1755 aufgebaut haben, wird durch eine ganzheitlich spirituelle Energie abgelöst werden. Die Nachrichten der Weltpresse deuten darauf hin, dass wir uns unmittelbar vor der Ablösung des materialistischen Geldsystems befinden.

Heute Nacht ist der bisher letzte Versuch zur Anhebung der Schuldenobergrenze der USA gescheitert. ORF-online zitierte daraufhin den Sprecher des Weissen Hauses: „Die Lage ist todernst.“ Eine weitere Schlagzeile des heutigen Tages betrifft den Rücktrit der gesamten Militärführung in der Türkei. Der Generalstabschef, sowie die Kommandanten von Armee, Marine und Luftwaffe haben gegenüber Ministerpräsident Erdogan ihre Demission erklärt. Die islamische AKP-Partei des Ministerpräsidenten hat den lange schwelenden Machtkampf zwischen Militär und Politik damit anscheinend gewonnen.

Wir werden gut daran tun, uns im Zuge des kommenden Fünften Tages auf einen spirituellen Durchbruch einzustellen. Der Fall des materiellen Geldsystems wird zu großen Turbulenzen in der gesamten Welt führen. Dennoch bleibt es uns überlassen, uns in gerade dieser schweren Zeit des Umbruchs einer spirituellen Führung anzuvertrauen. Es gibt einen kosmischen Plan, der hinter allem steht. Und in genau diesen Plan gilt es, sich einzureihen.

Tag 97

13/Jun/2011

Am heutigen Tag lese ich im Spiegel, dass die US-amerikanischen Finanzinstitute bereits massiv Vorkehrungen für einen möglichen Staatsinfarkt der USA treffen und beginnen, sich gegen eine Zahlungsunfähigkeit der USA abzusichern. US-Staatsanleihen werden verkauft und Derivate zur Absicherung eines Kursverfalls gekauft. Diese Entwicklung überrascht mich nicht, sie ist seit Längerem absehbar. Ich bin nur gespannt, ob und wann es Präsident Obama gelingen wird, sich mit den Republikanern über eine Anhebung der Schuldengrenze in den nächsten zwei Monaten zu einigen. Derzeit sieht es noch nicht danach aus, als würde sich eine der Parteien zu weiten Zugeständnissen bereit erklären.

Auch in Europa hält die Diskussion über die Finanzkrise selbstverständlich weiter an. Das aktuell Thema zur Zeit ist die Beteiligung privater Investoren an der Umschuldung Griechenlands. Wer soll wieviel für den Zahlungsausfall zahlen? Am Ende wird meiner Ansicht nach der Großteil an den staatlichen Institutionen und damit am europäischen Steuerzahler hängenbleiben.

Die italienische Bevölkerung stimmt in einem von der Opposition propagierten Referendum gegen die Atomkraft, die türkische AKP des Ministerpräsidenten Erdogan hat die gestrigen Parlamentswahlen klar gewonnen und in Island beginnt die Diskussion über eine neue Verfassung in den neuen Medien. Diese letzte Meldung aus Island halte ich überhaupt für zukunftsweisend. Genau so stelle ich mir künftige Gesetzgebung vor.

Tag 96

12/Jun/2011

Heute ist Pfingstsonntag. Die neunte Welle ist nun gut drei Monate alt. Ich sitze im Büro des Gasthofs Lamm in Matrei am Brenner und blicke auf die wolkenverhangenen Berge. Die heutige Nachrichtenlage der deutschsprachigen Medien wird von der Parlamentswahl in der Türkei bestimmt. So wie es aussieht, steht Premierminister Erdogan vor einem neuerlichen Sieg.

Im Spiegel entdeckte ich gerade einen kritischen Artikel über die US-amerikanischen Ratingagenturen. Diese seien für die Finanzkrise, in der wir uns derzeit befinden, mitverantwortlich. Diese Ansicht scheint inzwischen Allgemeingut geworden zu sein, die Ratingagenturen sind ohne Zweifel die gefährlichsten und unkontrolliertesten Spieler in diesem globalen Spiel. Wenn ein Chirurg einen Fehler macht, dann stirbt vielleicht der Patient und der Chirurg verliert seinen Job. Wenn eine Ratingagentur Fehler macht, geschieht überhaupt nichts. Diese Firmen sind überhaupt niemandem verantwortlich, obwohl sie ungeheure Macht haben. Ich frage mich, wie lange ein System einen solchen widersinnigen Mechanismus aushält.

Außerdem erfahre ich heute, dass der IWF Ziel eines Angriffs aus dem Internet geworden ist. Näheres ist mir noch nicht bekannt. Doch dieses Ereignis interessiert mich. Was geschieht, wenn große Finanzinstitutionen gehackt werden? Bricht dann das System zusammen? Ich glaube, dass das gar nicht notwendig ist. Das System wird ohnehin zusammenbrechen, mit oder ohne Hackerangriff, so oder so.

Der Fußballgott

23/Jul/2008

Es gibt ihn doch! Der Gottesbeweis wurde bei der EURO 08 meinem Glaubensbekenntnis nach insbesondere erbracht durch:

  • die drei eindeutigen Niederlagen Griechenlands,
  • den von Ivo Vastic verwandelten Elfmeter gegen Polen,
  • Gianluigi Buffons Elferparade gegen Adrian Mutu,
  • den bedeutungslosen Abschiedssieg der Schweizer für Köbi Kuhn,
  • den Aufstieg Hollands und Italiens aus der Todesgruppe C,
  • die dreifache Aufholjagd der Türken,
  • das Ausscheiden Italiens im Viertelfinale,
  • meine vier Halbfinalkarten und letztlich durch
  • „il trionfo della tecnica sul calcio muscolare dei tedeschi“, wie die Gazzetta schreibt.

Die spanische Inquisition hätte ihre Freude gehabt.