Posts Tagged ‘hillary clinton’

Ist unsere Welt aus den Fugen geraten?

23/Jul/2016

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den hochsommerlichen Himmel. Er hatte sich von der Welt zurückziehen wollen, doch die sich verdichtenden Schreckensmeldungen der jüngsten Vergangenheit ließen ihn nachdenklich werden.

Neben den politischen Radikalisierungen auf seinem kleinen Planeten hörte er in immer rascherer Abfolge von Terroranschlägen und Amokläufen in seiner nächsten Umgebung. Hatten sich diese einst auf ferne Länder beschränkt, so waren sie in der letzten Zeit immer näher gekommen. Die Welt um ihn herum schien zu verrohen, sich im wahrsten Sinn des Wortes zu brutalisieren.

Die politische Auseinandersetzung spielte sich vordergründig zwischen verschiedenen Gruppen ab, die einander die Schuld an der Gewalt zuschoben, um die Macht der eigenen Gruppe zu stärken. Doch dahinter ging es immer wieder um den Umgang mit der radikalsten menschlichen Grenzerfahrung, mit dem Tod.

Der Mensch war bekanntermaßen das einzige Tier, das sich seiner Sterblichkeit bewusst war. Den eigenen Tod voraussehen zu können, machte ihn erst zum Menschen. Doch so sehr er sich auch bemühte, war es ihm unmöglich, sich seinen eigenen Tod auch vorstellen zu können.

Slupetzky dachte an seinen Großvater, der in hohem Alter friedlich in seinem eigenen Bett gestorben war. Nun war er dagegen mit Bildern konfrontiert, in denen junge Menschen gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden. Welche Vorstellung würde sich durchsetzen?

Slupetzky wünschte sich und seinen Liebsten dereinst selbstverständlich einen friedlichen Tod, im Grunde sogar jedem Lebewesen. Sein Großvater durfte sterben, die Ermordeten der jüngsten Vergangenheit mussten es. Doch würde er diesbezüglich irgendetwas beeinflussen können?

Er würde es höchstens dadurch tun können, dass er selbst friedlich blieb. Es galt, gerade auch im Angesicht der Gewalt das friedliche Leben zu kultivieren. Er wollte möglichst in jedem Augenblick dankbar sein, dass er leben durfte. Vielleicht konnten ihm die Nachrichten der letzten Zeit sogar dabei helfen.

Es ging ihm nicht darum, Partei zu ergreifen, indem er jemandem die Schuld an der Gewalt zuschob. Es ging ihm ganz im Gegenteil darum, in den Grenzen des Lebens dankbar zu sein. Es ging ihm um die Kultivierung des Friedens in sich selbst. Dies zu erkennen war für ihn die wahre Herausforderung jener Tage.

———-

 

Advertisements

Die WikiLeaks Enthüllungen

02/Dez/2010

Bei den Enthüllungen der Online-Plattform WikiLeaks handelt es sich um gestohlene Daten. Der Diebstahl und Missbrauch von Gütern ist mir an sich unsympathisch. Ich finde ihn ethisch nicht korrekt, weil er Vertrauen missbraucht. Einen solchen Diebstahl und Missbrauch halte ich nur dann für gerechtfertigt, wenn ein höheres Gut dahintersteht.

Bei den früheren Enthüllungen im Zuge des Irakkrieges konnte ich solch ein höheres Gut noch erkennen. Das willkürliche Töten von Menschen im Zuge dieses Krieges ist verbrecherisch und die Aufdeckung solcher Verbrechen ist daher höchst notwendig. Bei den jetzigen Enthüllungen tue ich mir schwer, ein dahinterstehendes höheres Gut wahrzunehmen. Was hat die Welt davon, dass US-Botschaftsangehörige Angela Merkel als wenig kreativ und teflonhaft charaktisieren und ihren Außenminister Westerwelle als „No Genscher“ oder dass das Saudische Königshaus dem Iran feindlich gegenübersteht?

Die einzige diesbezügliche Vermehrung des Weltwissens besteht darin, dass wir alle nun wissen, wie die US-Diplomatie hinter den Kulissen funktioniert. Wir können die Diskrepanz zwischen heuchlerischer Öffentlichkeit und gemeiner Vertraulichkeit nun offen wahrnehmen. Dies rechtfertigt meiner Ansicht nach einen Missbrauch von Daten jedoch noch nicht. Der Sinn des Ganzen in beiderlei Hinsicht scheint mir, im Kleinen wie im Großen in Zukunft ehrlicher miteinander umzugehen. Dann hätten wir wenigstens irgendwas daraus gelernt.

Die jüdischen Siedler

01/Nov/2009

Die Verhandlungen um ein friedvolles Zusammenleben der Völker diesseits des Jordan scheinen in einer Sackgasse zu stecken. Anlässlich des Besuchs von US-Secretary Hillary Clinton weigert sich Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, ohne vorherigen Siedlungsstopp mit der israelischen Regierung zu sprechen, während ihm genau dies der israelische Ministerpräsident vorhält.

Ich verstehe das Problem, sehe jedoch eine sehr einfache Lösung: Isaaks Rabin Motiv zu den damaligen Verhandlungen in Oslo war es, dass ein Groß-Israel samt Cisjordanien von den palästinensischen Arabern samt ihrer hohen Geburtenrate langsam, aber sicher unterwandert und ausgedünnt werden würde. Nun steht Mahmud Abbas vor genau dem gegenteiligen Problem: Jüdische Siedler unterwandern seinen Palästinenserstaat.

Im Grunde ist es wurscht. Entweder leben diese Juden in Israel mit einer mit hoher Wahrscheinlichkeit jüdischen Regierung, oder sie bleiben in Palästina mit einer mit hoher Wahrscheinlichkeit arabischen Regierung. Entweder kehren sie zurück nach Israel oder sie werden sich in einem Palästinenserstaat zurechtfinden müssen. Und beide Seiten werden lernen, mit Minderheiten in ihrem Land zu leben. So wie wir Österreicher auch…

Nowruz – happy new day

20/Mrz/2009

Yeah!

Friede in Nahost

21/Feb/2009

aus der Sicht der Maya:

israel

saudi-arabien

Danke.