Posts Tagged ‘deutschland’

Erste Lesung aus „Sinnlos“

08/Sep/2016

Montag, 12. September 2016 um 20:00 Uhr

Amerlinghaus (Galerie)
1070 Wien, Stiftgasse 8

Erste öffentliche Lesung aus „Sinnlos“
im Rahmen der Lesereihe „Wilde Worte“

Hier die Ankündigung im „Falter“

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sinnlos_web„Sinnlos“:

Xaver Finster ist das Kind einer Generation, die noch keinen Namen hat. Seine Großeltern waren tief im Nationalsozialismus verstrickt, seine Eltern sind erfolgreicher Teil der Aufbau-Generation nach dem Zweiten Weltkrieg. Er wächst im Wien des Kalten Krieges auf, am Rande der westlichen Welt. Sein Vater scheitert grandios, er selbst begibt sich auf der Suche nach Liebe bis an die Grenzen der Welt.

„‚Sinnlos‘ ist eine schonungslose Erzählung vom Leben in einer Gesellschaft, die Werte definiert, ohne sie selbst einzuhalten.“ (Judith Scharinger)

„Sinnlos“ erscheint in der Edition Sonnberg Wien

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Ist unsere Welt aus den Fugen geraten?

23/Jul/2016

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den hochsommerlichen Himmel. Er hatte sich von der Welt zurückziehen wollen, doch die sich verdichtenden Schreckensmeldungen der jüngsten Vergangenheit ließen ihn nachdenklich werden.

Neben den politischen Radikalisierungen auf seinem kleinen Planeten hörte er in immer rascherer Abfolge von Terroranschlägen und Amokläufen in seiner nächsten Umgebung. Hatten sich diese einst auf ferne Länder beschränkt, so waren sie in der letzten Zeit immer näher gekommen. Die Welt um ihn herum schien zu verrohen, sich im wahrsten Sinn des Wortes zu brutalisieren.

Die politische Auseinandersetzung spielte sich vordergründig zwischen verschiedenen Gruppen ab, die einander die Schuld an der Gewalt zuschoben, um die Macht der eigenen Gruppe zu stärken. Doch dahinter ging es immer wieder um den Umgang mit der radikalsten menschlichen Grenzerfahrung, mit dem Tod.

Der Mensch war bekanntermaßen das einzige Tier, das sich seiner Sterblichkeit bewusst war. Den eigenen Tod voraussehen zu können, machte ihn erst zum Menschen. Doch so sehr er sich auch bemühte, war es ihm unmöglich, sich seinen eigenen Tod auch vorstellen zu können.

Slupetzky dachte an seinen Großvater, der in hohem Alter friedlich in seinem eigenen Bett gestorben war. Nun war er dagegen mit Bildern konfrontiert, in denen junge Menschen gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden. Welche Vorstellung würde sich durchsetzen?

Slupetzky wünschte sich und seinen Liebsten dereinst selbstverständlich einen friedlichen Tod, im Grunde sogar jedem Lebewesen. Sein Großvater durfte sterben, die Ermordeten der jüngsten Vergangenheit mussten es. Doch würde er diesbezüglich irgendetwas beeinflussen können?

Er würde es höchstens dadurch tun können, dass er selbst friedlich blieb. Es galt, gerade auch im Angesicht der Gewalt das friedliche Leben zu kultivieren. Er wollte möglichst in jedem Augenblick dankbar sein, dass er leben durfte. Vielleicht konnten ihm die Nachrichten der letzten Zeit sogar dabei helfen.

Es ging ihm nicht darum, Partei zu ergreifen, indem er jemandem die Schuld an der Gewalt zuschob. Es ging ihm ganz im Gegenteil darum, in den Grenzen des Lebens dankbar zu sein. Es ging ihm um die Kultivierung des Friedens in sich selbst. Dies zu erkennen war für ihn die wahre Herausforderung jener Tage.

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Vor der Entscheidung

25/Apr/2016

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den wolkenverhangenen Sonntagabend. An diesem Tag hatten in seinem Land die Wahlen zum Staatsoberhaupt stattgefunden. Von den 6 zur Auswahl stehenden Kandidaten waren 2 übrig geblieben, die in einem Monat nochmals gegeneinander antreten würden.

Nun saß er da und schaute in den Himmel. Was würde er seinen Enkeln erzählen wollen über diese Entscheidung? Für ihn war es das Ende des bestehenden politischen Systems. Im kommenden Monat würde sich entscheiden, wohin sich sein Land, vielleicht sogar sein Kontinent entwickeln würde. Doch wohin würde die Reise gehen?

Ihm kam der verstorbene deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker in den Sinn, der in seiner Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes in Europa gesagt hatte:

„Die Bitte an die jungen Menschen lautet:
Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Haß
gegen andere Menschen,
gegen Russen oder Amerikaner,
gegen Juden oder gegen Türken,
gegen Alternative oder gegen Konservative,
gegen Schwarz oder gegen Weiß.
Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.“

Wir alle würden völlig neue Lösungen finden müssen, das war klar. Doch wie würden wir sie suchen?

Miteinander oder gegeneinander?

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Der Dritte Weltkrieg

03/Sep/2013

Die Mitglieder der Vereinten Nationen bemühen sich derzeit, so rasch wie möglich, in jedem Fall jedoch noch in diesem Jahr eine Syrien-Konferenz in Genf zu organisieren, in der alle Bürgerkriegsparteien zu einer gemeinsamen Lösung der politischen und militärischen Konflikte angehalten werden sollen.

Ich schlage vor, vor jedem eventuellen militärischen Eingriff von Aussen das Ergebnis dieser Konferenz abzuwarten.

Das deutsche #tvduell

01/Sep/2013

Gerade eben ist das deutsche #tvduell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück zu Ende gegangen. Ganz egal, wie die Beurteilung dieses Kanzlerduells ausfallen und ganz egal, wie die Bundestagswahl ausgehen wird, so erinnere ich mich jetzt gerade an einen Gedanken, den ich im Jahr 2004 in meinem Buch „Dawarisch Karol“ niedergeschrieben habe:

„Lassen wir es uns ganz klar aussprechen: Die Bundesrepublik Deutschland ist die stabilste Demokratie unserer Welt. Und dafür bin ich unendlich dankbar. (…)“

Ganz egal, wie die Bundestagswahl in drei Wochen ausgehen wird, ich brauche mich nicht nur nicht vor ihrem Ausgang auch nur im Geringsten zu fürchten, sondern – egal, ob die künftige Kanzlerin oder der zukünftige Kanzler Angela Merkel oder Peer Steinbrück heisst, und völlig egal, in welcher auch immer denkbaren Koalition – jeder mögliche Ausgang garantiert mir, dass ich jederzeit mit Freuden in dieses, unser grösstes Nachbarland auswandern kann.

Das intellektuelle Niveau dieser beiden KanzlerkandidatInnen ist in Europa meiner Erfahrung nach (mit der möglichen Ausnahme von Jean-Claude Juncker) unerreicht, ebenso ihre Aufrichtigkeit. Und, was wahrscheinlich noch viel wichtiger ist, verhält es sich mit dem diesbezüglichen Niveau der deutschen Medien ganz genau so. Abgesehen von Peter Kloeppel und Stefan Raab sind Anne Will und Maybrit Illner von einer – insbesondere intellektuellen und emotionalen – Attraktivität, die ihresgleichen in der zivilisierten Welt vergeblich sucht.

Anders als in den letzten 1000 Jahren unserer Vergangenheit haben wir uns in den nächsten 1000 Jahren unserer Zukunft vor diesem Land nicht mehr zu fürchten. Ganz im Gegenteil können wir Alle, ob wir nun Europäer oder Weltbürger sind, uns zukünftig in jedem nur denkbaren Szenario auf dieses Land und seine Menschen jederzeit verlassen.

Und so kann ich diesen Artikel nur, zum wiederholten Male, mit einem einzigen Satz schliessen:

Danke, Deutschland!

Der Profit des Einen ist der Verlust von Allen

08/Mai/2013

Nehmen wir einmal an, Geld wäre eine objektive Größe. Dann geht es auf diesem Planeten zu wie in einem Casino. Das Casino gewinnt 100 Euro, die 10 Spieler verlieren jeweils 10. Wenn also ExxonMobil im Jahr 2012 einen Gewinn von 45 Milliarden US-Dollar gemacht hat, dann hat die restliche Welt in diesem Jahr 45 Milliarden US-Dollar verloren – jeder von uns durchschnittlich 6,43 US-Dollar. Von wo sonst hätte ExxonMobil dieses Geld verdienen sollen? Von den Marsmenschen?

Jeder, der auf diesem Planeten Geld verdient, nimmt es jemand Anderem weg. Das ist das einfachste Gesetz des Kapitalismus. Wie kommen wir aus dieser Falle wieder heraus? Die einzige Möglichkeit, diesen Planeten zu retten, besteht darin, dass – vereinfacht gesagt – die Europäische Zentralbank (Unser Aller Bank in Europa) umgerechnet 45 Milliarden US-Dollar ganz einfach aus dem Nichts gedruckt hat, um sie an ExxonMobil zu überweisen.

Das ist zur Zeit die einzige Lösung, den Wahnsinn des Kapitalismus zu überwinden – bis irgendwann auch der Dümmste einsieht, dass Geld in Wahrheit ohnehin Nichts wert ist. Geld ist eben – und das ist unsere Rettung – keine objektive Größe, sondern eine kollektive Fiktion.

Carissimo Presidente! Machen Sie bitte weiter so! Im Namen meiner Kinder: Grazie Mille!

„Aber was machst Du in Frankfurt?“

25/Apr/2013

„Aber was machst Du in Frankfurt?“

Nach einer Frage meiner 14jährigen Tochter
und einem Bild von Roman Picha

Sechstes Bild von 12

(Sechstes Bild von 12)

Für meine Tochter Hanna

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(Frankfurt, letzter Stock)

„Nimm Platz, Wolfgang!“

„Ich sitze schon!“

„Ach, ja, natürlich. Etwas zu trinken?“

„Gerne, Josef!“

„Ich habe Otard, Remy Martin, Courvoisier und Hennessy.“

„XO?“

„Selbstverständlich.“

„Dann bitte Otard.“

„Gerne! Mit Gupf?“

„Gupf? Was ist das?“

„Das ist die Bezeichnung für ‚randvoll‘.“

„Dann bitte mit Gupf.“

(Ackermann schenkt ein.)

„Hier, Wolfgang! Bei Gupf muss man höllisch acht geben, dass man nichts verschüttet.“

„Klar!“

„Ich stelle den Schwenker da ab.“

„Danke!“

„Trink doch gleich vom Rand! Da verschüttest Du nichts.“

„Ich werde mich bemühen.“

(Schäuble beugt sich nach vorne und trinkt.)

„Wir haben Sechzehn Komma Vier Milliarden in Athen.“

„Sechzehn Komma Vier?“

„Ja.“

„Und in Madrid?“

„Vierundfünfzig Prozent mehr. Fünfundzwanzig Komma Fünfundzwanzigsechs.“

„Ach.“

„Madrid ist kein Problem. Mariano ist bei uns.“

„Ich weiß.“

„Mario wird sie um Drei Komma Fünf kaufen.“

„Die Sechzehn Komma Vier?“

„Ja.“

„Das sind dann knapp Siebzehn.“

„Sechzehn Komma Siebenundneunzig genau.“

„Sechzehn Komma Siebenundneunzigvier.“

„Ja.“

„Und Du? Otard oder Hennessy?“

„Remy. Und Courvoisier.“

„Schaffst Du die Sechzehn heuer?“

„Mit Mühe.“

„Wo?“

„Zu Siebenundfünfzig Prozent in Athen, Zweiundzwanzig Prozent in Dublin, Elf Prozent in Lissabon und Zehn Prozent hier.“

„Zehn Prozent hier? Das ist viel.“

„Ja. Das sind Zwei Komma Achtsiebensieben.“

„Davon bleiben Dir doch nur Zwei Komma Fünfzehnsieben.“

„Leider.“

„Wir könnten es verschieben.“

„Das wäre hilfreich.“

„Auf die nächsten Zwei.“

„Jahre?“

„Ja.“

„Auch Drei?“

„Auch Drei.“

„Dann würden die Zwei Komma Achtsiebensieben zur Gänze bleiben.“

„Voraussichtlich ja.“

„Danke.“

(Schäuble beugt sich nach vorne und trinkt.)

„Das waren jetzt Null Komma Fünfundzwanzig.“

„Was?“

„Liter.“

„Das macht dann Eins Komma Einsvieracht pro Hektoliter.“

„Ja.“

„Ist das in Ordnung für Dich?“

„Wenn Du mir noch eine Stulle gibst.“

„Fährst Du oder fliegst Du?“

„Ich fliege.“

„Wie lange?“

„Null Komma Vierzig.“

„Das sind Vierundzwanzig Minuten.“

„Ja.“

„Dann gebe ich Dir Zwei.“

„Danke.“

„Eine pro Zwölf.“

„Das ist gerecht.“

„Ich denke auch.“

„Ja.“

„So grüße mir Walhall!“

„Grüße mir Wotan!“

„Grüße mir Wälse und alle Helden!“

„Grüß‘ auch die holden Wunschesmädchen!“

„Leb‘ wohl, Wolfgang!“

„Leb‘ wohl, Josef!“

Stimmen von unten:

„Falsch und feig ist, was dort oben sich freut!“

(Sonnenuntergang. Vorhang.)

Die Wahl des Francois Hollande

07/Mai/2012

Heute ist Montag, der 7. Mai 2012, in Mitteleuropa ist es bereits Abend und gestern haben hier mindestens drei entscheidende Wahlen stattgefunden: Die Präsidentschaftswahl in Frankreich, die Parlamentswahl in Griechenland und die Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Die politischen Kommentatoren bemühen sich aufgeregt, die Ergebnisse dieser drei Wahlen zu interpretieren und ihre Auswirkungen auf die Zukunft Europas zu deuten.

Gestern Abend war ich mit Gerhard und Dani „auf ein Bier“, wie wir es hier in Wien nennen, wenn wir abends miteinander ein Lokal aufsuchen. Und heute Nachmittag habe ich wieder einmal meinen Freund Roger im Kafka getroffen, woher ich gerade eben wieder nach Hause zurückgekommen bin. Diese zwei Gespräche von gestern Abend und heute Nachmittag veranlassen mich, darüber nachzudenken, was eigentlich Bedeutung für unser Leben hat.

In Frankreich wurde Francois Hollande zum Präsidenten der Republik gewählt, in Griechenland gewannen die extremistischen Parteien und in Schleswig-Holstein zogen die Piraten in den Landtag ein. Na und? Was bedeutet das für uns? Für Angela Merkel bedeutet es, dass sie sich langsam mit dem Ende ihrer politischen Macht auseinanderzusetzen beginnen könnte. Für Carla Bruni bedeutet es, dass ihr Ehemann in Zukunft keine Macht mehr über die französischen Atomsprengköpfe besitzt, was sie ursprünglich noch so erotisiert hatte. Dafür hat er jetzt mehr Zeit für sie, ihre Tochter und ihre zweite Schwangerschaft. Für Barack Obama bedeutet es, dass seine wirtschaftspolitische Sicht des Keynesianismus jenseits des Atlantiks neuen Aufschwung erhält und für Hu-Jintao bedeutet es wahrscheinlich nichts.

Alles auf der Welt definiert sich wahrscheinlich dadurch, dass der Mensch weiß, dass er sterben wird. Aus dieser Tatsache folgt Alles Andere. Wir haben damit umzugehen, dass wir irgendwann einmal nicht mehr da sein werden. „Das Leben als Dagewesenseinwerden.“ Das ist der eigentliche Titel dieses Artikels. Die Überschrift dieses Blogposts lautet eigentlich „Das Leben als Dagewesenseinwerden“. Diesen Titel werden jedoch die meisten Menschen nicht auf Anhieb verstehen und die wenigsten überhaupt. Und daher schreibe ich lieber „Die Wahl des Francois Hollande“. Ein Artikel mit dem Titel „Die Wahl des Francois Hollande“ hat am 7. Mai 2012 im deutschsprachigen Raum mit Garantie mehr Zugriffe als „Das Leben als Dagewesenseinwerden“. Der Artikel „Die Wahl des Francois Hollande“ interessiert garantiert mehr Leser als der Artikel „Das Leben als Dagewesenseinwerden“. Und schon schnellen meine Zugriffszahlen wieder in die Höhe.

Francois Hollande wird sterben, Angela Merkel wird sterben, Carla Bruni wird sterben, Barack Obama wird sterben und Hu-Jintao wird sterben. Und sie alle wissen das. Wir alle wissen das. Nur darum geht’s. Und daher stellt sich die Frage, was „Die Wahl des Francois Hollande“ für das Universum bedeutet. Was bedeutet die Wahl des Francois Hollande für den Kosmos? Was bedeutet die Wahl des Francois Hollande für mich?

„Das zinsbasierte Schuldgeld ist ein Derivat des jüdischen Gottesbegriffs“ habe ich gestern zu Gerhard und Dani gemeint. Und heute hat mir Roger erzählt, dass er „Die Welt als Wille und Vorstellung“ nach Seite 4 wieder weggelegt und daraufhin sein letztes Bild übermalt hat. „Ich kenne dein letztes Bild (Übermalung des Braun) ja nicht, aber vielleicht ist es ein Quantensprung in deinem Leben.“ habe ich ihm gerade vorher per SMS geschrieben. Und kurz darauf schrieb er mir jetzt zurück: „Das siehst du richtig. Schön dass wir uns verstehen. Dein Freund Roger“.

„Die Wahl des Francois Hollande“. Ich geh‘ jetzt malen.

Das Glück des Pokerspielers

28/Feb/2012

Zum Wochenanfang fand ich heute eine Nachricht von Robert Werthan aus Hamburg vor, in der er mich fragte, ob ich nicht für sein Magazin „Pokerfirma“ einen Artikel über „Glück“ schreiben wolle. Welch ein Glück! Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben sich die Größen des Geistes mit diesem Begriff abgemüht, und jetzt habe endlich ich die Gelegenheit, eines der unglaublichsten Phänomene unserer Welt irgendwie zu erfassen.

Heute war ich den ganzen Tag über glücklich, weil ich wusste, dass ich spätabends noch ein Bild dazu malen und einen Text darüber schreiben würde. Ich war wirklich glücklich darüber, weil ich am Beginn dieses Tages noch so missmutig und sorgenvoll aufgestanden war. Das scheint mir überhaupt die Grundlage des Glücks zu sein, dass uns Menschen unser Leben auf dieser Welt oft völlig nutzlos und ohne Sinn erscheint. Und in diese existentielle Sinnlosigkeit leuchtet dann immer wieder wie ein Blitz aus heiterem Himmel das Glück herein.

Ich kann ja nicht Poker spielen. Ich weiß nur, dass es das risikoreichste und daher gefährlichste aller Kartenspiele ist. Wenn ich mir eine Pokerpartie vorstelle, dann sehe ich…

(Gesamter Text ab April auf „Pokerfirma“ und Peter Wurm Blog)

Das Glück des Pokerspielers
(Acryl auf Leinwand, 60x80cm, 27.02.2012)

das glück des pokerspielers

das glück des pokerspielers

Die Hoffnung stirbt zuletzt

20/Feb/2012

Nach einem Wochenende, an dem der deutsche Bundespräsident Christian Wulff zurückgetreten ist und Joachim Gauck im Blitztempo als sein Nachfolger nominiert wurde, nach einem Wochenende, an dem Griechenland zum wiederholten Male direkt vor dem wirtschaftlichen Abgrund steht, versuche ich, mir selbst Mut zuzusprechen. Nachdem ich mir gestern den „Schädel der Angst“ aus meinem Innersten herausgewürgt hatte, habe ich heute das Gegenbild dazu gemalt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“.

Interessanterweise fühle ich mich in den Abgründen der Seele mehr geborgen als in den Höhen, daher bedrückt mich das heutige Bild mehr als das gestrige. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ tut mir weniger gut als der „Schädel der Angst“. Ein optimistisches Bild stimmt mich pessimistisch, während mich ein schreckliches befriedigt. Daher fürchte ich mich auch vor dem Vollmond, weil mit ihm der unausweichliche Abstieg verbunden ist. Nach dem Orgasmus ist alles vorbei.

Dennoch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Alles wird gut. Hoffentlich…

Die Hoffnung stirbt zuletzt
(Acryl auf Leinwand, 60x80cm, 20.02.2012)

die hoffnung stirbt zuletzt

die hoffnung stirbt zuletzt