Posts Tagged ‘austria’

The Austrian answer to Donald Trump

10/Nov/2016

More than ever.

 

vanderbellen

 

———-

 

Die Flucht ist zu Ende – Tag 1

14/Sep/2015

In den Frühnachrichten der österreichischen Radiosender Ö1 und Ö3 und den Nachrichten des österreichischen Fernsehens ORF 2 um 08:00 Uhr und 09:00 Uhr habe ich von den heutigen Entwicklungen erfahren. Die Polizei hat ihre Schätzung für die Zahl der heute in Österreich ankommenden Flüchtlinge nach oben auf circa 20.000 korrigiert. Das ist ungefähr die Hälfte des Wiener Ernst-Happel-Stadions und knapp weniger als das neue Allianz-Stadion von Rapid Wien.

Ich bin dennoch zunächst meiner Arbeit nachgegangen und habe mein letztes Bild fertiggestellt. Danach habe ich das kleine Schlafzimmer für Gäste vorbereitet, eine Matratze hineingelegt, diese mit Bettzeug überzogen und das Kinder-Hochbett gemacht. Das Überziehen des Polsters ist mir kurz auf die Nerven gegangen, weil der Polster zu groß für den Überzug ist. Außerdem fehlt mir das vierte Bett.

Gerade kam ein SMS von der Caritas-Lebensmittelhilfe: „Liebe Leos, hätte heute jemand Zeit, von 14-17 Uhr Textilien vom Leo zum Westbahnhof zu bringen? Wenn ja, bitte um Anruf bis 12 Uhr. Näheres per Telefon.“ Ich habe mich gemeldet und nun den Rückruf erhalten. Es haben sich schon 2 Fahrer eintragen lassen, dieser Dienst wird in Zukunft aber wahrscheinlich regelmäßig gebraucht.

Jetzt werde ich zum Westbahnhof fahren, um zu schauen, was heute gebraucht wird. Ich habe derzeit nicht viel Geld zur Verfügung, aber 5 Euro am Tag kann ich schon entbehren. Dafür gehen sich 4 Duschgel aus.

———-

Die Flucht ist zu Ende – Tag 0

13/Sep/2015

Heute Sonntag, den 13. September um 17:00 Uhr hat die Bundesrepublik Deutschland beschlossen, die Grenzen gegenüber ihren Nachbarstaaten zu schließen. Ich war zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit meinen Freunden Mario und Vince auf dem Wiener Kahlenberg. Zuvor waren wir von Nussdorf über den Beethovengang hinauf spaziert. Ich besuchte danach um 18:00 Uhr die Messe der Caritasgemeinde am Meidlinger Schedifkaplatz, später ging ich noch in die Wiener Nationalbibliothek, um meine Arbeit im Internet zu erledigen.

Als ich um 21:30 nach Hause kam, erfuhr ich über den ORF-Teletext vom Beschluss der Deutschen Bundesregierung. Mir dämmerte langsam, was da wirklich geschehen war, als ich erfuhr, dass es eine „Zeit im Bild 2 Spezial“ Nachrichtensendung um 21:53 geben würde. Ich zog mir meine kurze Hose an und machte es mir vor dem Fernseher gemütlich.

Ich kapierte erst, welche Dramatik dieser Schritt für Europa bedeuten würde, als ich in dieser Nachrichtensendung den Burgenländischen Polizeipräsidenten Hans-Peter Doskozil sah, wie er vor Hunderten einlangenden Flüchtlingen am Grenzübergang Nickelsdorf ein nächtliches Live-Interview gab. Er meinte, heute würden mehrere Tausend Flüchtlinge die Grenze überschritten haben und für morgen würde er noch mehr erwarten.

In der anschließenden „Im Zentrum“ Diskussionssendung im österreichischen Fernsehen sah ich den jungen Außenminister Sebsatian Kurz von der Christlich-Sozialen ÖVP, wie er sehr aufgeregt wörtlich von „verheerenden“ Auswirkungen für Österreich sprach. Der alte Sozialminister Rudolf Hundstorfer von der sozialdemokratischen SPÖ versuchte ruhig zu bleiben. Als die Diskussion dann begann, schaltete ich den Fernseher aus, zog mir meine schönste Hose und mein schönstes Hemd an und verließ die Wohnung, um zum nahegelegenen Westbahnhof zu fahren. Beim Hinausgehen dachte ich mir: „Wenn mich meine Kinder dereinst fragen werden: ‚Papa, was hast DU damals gemacht?‘ Dann will ich antworten können: ‚Ich habe eine Flüchtlingsfamilie aufgenommen.'“

Als ich am Westbahnhof ankam, waren gerade Dutzende Flüchtlinge Richtung Busbahnhof unterwegs. Ich ging zum Auffanglager der Caritas und meldete mich an, meine Wohnung für eine Familie mit 2 Kindern bereitstellen zu wollen. Der junge Flüchtlingshelfer Max setzte mich auf die Liste und machte neben meinem Eintrag ein Rufzeichen.

„Hättest Du auch Zeit, jeden Abend vorbeizukommen, um das Essen für die Familie abzuholen?“ „Ja.“

„Ich danke Dir.“

„Ich danke Euch.“

———-

Hamlet reloaded

17/Jul/2013

Hamlet reloaded

„Hamlet reloaded“
peterwurm featuring romanpicha
Peter Wurm Vienna 17.07.2013

Stop Deportation! (Mahnwache Servitenkloster 30. Juni)

15/Jun/2013

„Stop Deportation!“
Di-Tutu Bukasa and Peter Wurm on Radio Orange 94,0
Vienna, June 15th, 2013
(English and/und Deutsch)

Ankündigung der
Mahnwache Servitenkloster Wien
(Eingang Müllnergasse 6, A-1090 Wien)
Sonntag, 30. Juni 2013 – 18:00 Uhr

Some thoughts about Vienna, Austria between Germany and Italy, the Center of Europe, the Holocaust, the German Jews, the Danish Resistance, the Vatican, Morality and Ethics, and our responsibility.

Der Tod der pakistanischen „Votivkirchen“-Flüchtlinge

11/Jun/2013

—– Original Message —–
From: Peter Wurm
To: franziskus@vatican.va
Cc: c.beirer@edw.or.at
Sent: Tuesday, June 11, 2013 11:11 PM
Subject: Die Votivkirchen-Flüchtlinge

Meine PN (Private Nachricht) an
Herrn Monsignore DDr. Michael Landau,
Präsident der Caritas Wien
vom 11. Juni 2013, 23:00 Uhr:

———-

Lieber Michael Landau!

Sie kennen mich inzwischen wahrscheinlich gut genug, um zu wissen, dass Sie es bei mir nicht unbedingt mit einem durchschnittlichen Normalen zu tun haben. Ich meinerseits kenne Sie inzwischen gut genug, um Sie zu schätzen. Und so können wir einander dann doch sicherlich als Verbündete betrachten.

Was zur Zeit mit den „Votivkirchen-Flüchtlingen“ im Servitenkloster geschieht, spottet jeglicher christlichen Beschreibung:

Die Caritas Wien garantiert ihren Aufenthalt im Servitenkloster nur bis 30. Juni, 24:00 Uhr. Danach wäre die Erzdiözese zuständig, diese erlaubt jedoch nur den Aufenthalt während des Tages, explizit „ohne Schlafmöglichkeit“. Somit ist die Grundversorgung der Flüchtlinge nicht mehr garantiert, sondern nur, wenn sie irgendwo anders legale Unterkunft finden. Und wenn sie plötzlich mitten in der Nacht deportiert werden, dann kann niemand was dafür. Alles legal… Wir haben nur unsere „Pflicht“ getan! Und 24 Stunden nach der Ankunft in Karachi leben 40 Menschen weniger auf der Welt.

Dieses Vorgehen der Kirche ist zum Kotzen. Die Flüchtlinge MÜSSEN im Servitenkloster bleiben. Und die Römisch-Katholische Kirche HAT SICH IHRER VERANTWORTUNG ZU STELLEN.

Ich stelle Ihnen GENAU EINE Bedingung:

DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE GARANTIERT FÜR DEN AUFENTHALT DER PAKISTANISCHEN FLÜCHTLINGE IM WIENER SERVITENKLOSTER BIS ZUM ZEITPUNKT DER VERLEIHUNG DER ÖSTERREICHISCHEN STAATSBÜRGERSCHAFT.

Landau! Ich mache SIE PERSÖNLICH GEMEINSAM MIT DEM KARDINAL vor dem Herrn im Himmel für das Leben und den Tod dieser Menschen verantwortlich. Jetzt. Und bis in Alle Ewigkeit. Amen!

Wer war der Erste Christliche Flüchtling? Mit Brennender Sorge!

Deus Caritas Est.

Peter Wurm

———-

Warum Istanbul für Wien wichtig ist

02/Jun/2013

… und für Berlin, Zürich, Hamburg, Bern, München, Graz, Genf, Köln, Leipzig, Linz, London, Rom, Madrid, Budapest, Bologna, Bratislava, Nürnberg, Luzern, Freiburg, Tübingen und Schladming …

resistanbul

4 Türkische Freunde schreiben über die Situation in Istanbul:

———-

Dilan Sengül, Wien:

Solidarität: „Unbedingtes Zusammenhalten mit jemanden aufgrund gleicher Anschauungen und Ziele; ein Prinzip, das gegen die Vereinzelung und Vermassung gerichtet ist“ (Definition laut Duden) „und die Zusammengehörigkeit, d.h. die gegenseitige (Mit-)Verantwortung und (Mit-) Verpflichtung betont.“ (Definition der Bundeszentrale für politische Bildung Deutschland)

Polizisten feuern mit Reizgaspistolen auf die Bevölkerung. Wasserwerfer und Tränengas kommen zum Einsatz. Panzerfahrzeuge werden direkt in die Menschenmassen reingefahren. Die Brutalität, mit der die Polizei gegen die Demonstranten vorgeht, hat ein Ausmaß angenommen, welches nicht mehr in Worte zu fassen ist. Man fühlt sich ohnmächtig beim Anblick. Dachte man am ersten Abend noch, dass die Aufstände brutal unterdrückt werden können, wird Einem immer bewusster, dass hier etwas Anderes im Gange ist.

Die Wut der Bevölkerung ist entfacht, ein Inferno weht durch die Türkei. Im ganzen Land gehen die Leute auf die Straßen. Die, die nicht können, öffnen ihre Türen und bieten den Leuten Essen und Trinken an. Rechtsanwälte laufen den Gefangengenommenen zur Hilfe, medizinische Studenten versuchen zu helfen, wo nur möglich. Nicht die Ideologie, nicht der Glaube, nicht die Herkunft zählt. Alle haben sie ihre Identitäten weggeworfen, um gegen die Staatsgewalt zu protestieren, um dem faschistischen Regime von Recep Tayyip Erdogan ein Ende zu setzen.

Zahlreiche Verletze und Tote – und während Sie das hier lesen, steigt die Anzahl der Opfer. Sie schicken Bilder und teilen Videos per Facebook & Twitter, Sie bitten uns hinzusehen, Sie bitten um unsere internationale Unterstützung. Die Medien in der Türkei hüllen sich in Schweigen. Die einzige Hoffnung dieser Menschen, welche um Ihre Grundrechte bluten, ist, dass wir es schaffen, Ihre Stimme zu werden.

Das ist für mich Solidarität: Eine Stimme zu sein. Solidarisieren Sie sich und lassen Sie uns eine Stimme werden, die niemand überhören kann!

———-

Ece Anisoglu, Istanbul:

Eigentlich lebe ich in Wien – seit 8 Jahren. Letzte Woche bin ich nach Istanbul gefahren.

Dann passierte es. Menschen hatten es satt, von dieser Regierung herumgetrieben zu werden, also gingen sie auf die Strasse. Ganz normale Menschen, alt wie jung, arm wie reich, erhoben ihre Stimme.

Gestern war ich auch in Taksim. Eine Million Menschen waren da. Die Polizei konnte nicht anders, als sich zurückzuziehen und den Taksimplatz dem Volk zu überlassen. Bis auf wenige Ausnahmen waren wir alle sehr friedlich. Wütend, aber friedlich. Stundenlang wurde auf den Strassen Istanbuls geschrien, gesungen, demonstriert.

Dann kamen Nachrichten von erneuter Polizeigewalt in Besiktas, unweit von Taksim.

Wieder Gewalt. Wieder Angst. Überall Tränengaswolken zum Einatmen. Der Bürgermeister von Istanbul meinte vor 2 Tagen, dass das Tränengas, das die Polizisten verwenden, Bio ist. Das soll er meinen Lungen erzählen! Ich kann mir nicht vorstellen, wie es denen geht, die Gasbomben gezielt auf ihren Kopf bekommen haben, wie man es in Youtube-Videos sieht.

Keine Regierung der Welt, noch dazu eine vermeintlich demokratische, darf mit ihrem eigenen Volk so etwas machen. Wir brauchen jede Hilfe. Nur der Druck von Außen kann da was bewegen, weil Recep Tayyip Erdogan uns immer noch nicht verstehen will.

(hi peter. hier ist ece. ich habe es dir schon geschickt. hast du es bekommen? für mich ist es schwierig zu telefonieren momentan. es gab kein handy. konnte kein sms schicken. momentan ist viel los. es ist schlimmer geworden.)

———-

Tolgay Yildirim, Istanbul:

Wir sind gerade auf der Straße. Ich muss kurz Ruhe finden. Wir sind unterwegs in Besiktas, auf dem Weg zum Taksim. Die Stadt erwacht noch einmal, nach den Aussagen von Erdogan. Die Regierung muss mal Ruhe geben, uns auch akzeptieren. Es gibt da so viele Details. Ich komme gerade zum Platz. Die Verbindung ist sehr schlecht. Wo ist die türkische Presse? Die Nachrichtensender? We are under Police attack. Wir müssen das Thema aktuell halten! Wir sind voll unter Gas gerade…

———-

Oncel Secgin, Wien:

Am Anfang waren es um die hundert Menschen, die friedlich gegen den Umbau der einzigen Grünfläche in Taksim, dem Herz der Stadt, zu einem Einkaufszentrum protestiert haben. Bis die Polizei die Parkbesetzer brutal niederschlug. Als die Bilder in den Sozialen Medien öffentlich wurden, kam Unterstützung. Am nächsten Tag waren es mehrere Tausende. Am Tag darauf Zehntausende in allen Städten des Landes. Gestern waren allein in Istanbul ca. 3 Millionen Menschen aus jedem Alter, jeder sozialen Schicht, jeder politische Gesinnung auf den Straßen.

Die Regierung hat dabei die Medien zensuriert, ist immer härter mit den Demonstranten umgegangen, hat den öffentlichen Verkehr lahmgelegt, zivile Mobs organisiert, um das Volk einzuschüchtern. Bisher ohne Erfolg.

Ich rede zwar von der Regierung, aber es ist eigentlich eine One-Man-Show. Erdogan will Taksim, Istanbul, die Türkei und – wenn niemand ihn stoppen würde – am liebsten die ganze Welt neugestalten. Er träumt von einer Welt ohne Pluralität, will nur fromme Menschen, die ihm gefälligst gehorchen.

Der einzige Fernsehsender, der der inoffiziellen Zensur nicht nachgibt, ist Halk TV („Halk“ heißt auf Deutsch: „Volk“). Er berichtet live von Großstädten (Link unten). Die Bilder sind unglaublich. Alle Großstädte des Landes, inklusive Istanbul, Ankara, Izmir, Adana, Eskisehir sind unter Tränengas-Wolken. Leute werden brutalst verprügelt. Darunter Freunde von mir, die ja sonst ziemlich unpolitisch bzw. pazifistisch sind. Was ich momentan auf dem anderen Bildschirm sehe, erinnert mich an die Reichskristallnacht. Es geht nicht mehr um einen Park, sondern um eine ultrarepressive Regierung, die den größten Volksaufstand des Landes verursacht hat und diesen auf brutalste Art niederzuschlagen versucht.

Bilden Sie sich selbst eine Meinung:

Halk-TV: http://www.canlitelevizyonlar.net/halk-tv-izle.html

Police terror in Turkey continues, in Izmir mobs organized by the police attack people, Adana and Ankara are under chemical attack… Will the world just watch it?!??!?

Gezi Park Istanbul: Vienna Support (Part II)

01/Jun/2013

We are watching you, Istanbul Police!

#occupygezi #direngeziparki

Vienna, June 1st, 2013:

Vienna-Karlsplatz:

gezi_perk_vienna_support_karlsplatz001

Vienna-Akademie-Theater:

gezi_perk_vienna_support_akademietheater001

Vienna-Konzerthaus:

gezi_perk_vienna_support_konzerthaus001

Vienna-Hotel InterContinental:

gezi_perk_vienna_support_intercont001

Vienna-Stadtpark (Johann Strauss Monument):

gezi_perk_vienna_support_strauss001

gezi_perk_vienna_support_strauss002

gezi_perk_vienna_support_strauss003

gezi_perk_vienna_support_strauss005

gezi_perk_vienna_support_strauss004

Geschützt: „Schwermut oder Übermut? Das ist hier die Frage.“

02/Mai/2013

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Geschützt: „Das Elend hat einen Namen: Deinen.“

30/Apr/2013

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein: