Posts Tagged ‘armut’

Wie wenig man braucht

26/Sep/2016

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in die wolkenlose Sonntagnacht. Er hatte ein wundervolles Wochenende verbracht. Überhaupt lebte er in Zeiten, die ihm anscheinend sehr gewogen waren.

Die meisten Menschen in seiner Umgebung waren finanziell reicher als er, hatten ein weit höheres Einkommen. Doch er hatte sein Auskommen. Er hatte ein Dach über dem Kopf, ein angenehm weiches Bett, saubere Kleidung und ausreichend zu essen.

Er lebte sein Leben langsam, so langsam er konnte. Und er lebte von wenig. Er hatte sich den Minimalismus zu eigen gemacht. Im Vergleich zu Vielen rund um ihn war er ein Asket, ein Bettler fast. Doch er war zufrieden. Und er war glücklich.

Er kannte Menschen, die er Freundinnen und Freunde nannte und vollbrachte Tätigkeiten, die ihn erfüllten. Kurz hielt er inne und schaute in den Himmel. Dann begann er zu lächeln. Wie wenig man doch braucht, um glücklich zu sein.

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Simplify Your Life

10/Sep/2014

Nachdem ich nun am Montagabend die Dokumentation „Weniger ist mehr“ auf 3-Sat gesehen habe, fuehle ich mich in meinem Weg bestaetigt, den ich seit Jahren schon eingeschlagen habe, immer weniger zu besitzen. Eine grosse Hilfe war mir damals das Buch „Die Kunst des stilvollen Verarmens“ von Alexander von Schoenburg. Auch ein kuerzlich erschienenes Interview mit Vivienne Westwood im „Falter“ hat mich bestaerkt: So wenig wie moeglich kaufen – und wenn, dann nur gute Qualitaet. Und somit habe ich aus meiner Not eine Tugend gemacht und besitze nun viel weniger als zuvor.

Schon in meiner Kindheit und Jugend ist mir der materielle Ueberfluss unseres Lebens ordentlich auf die Nerven gegangen, weil ich ihn fuer sinnlos und obszoen empfunden habe. Jetzt bemerke ich, dass es mir gut tut, nur noch ganz wenig Kleidung zu besitzen. Den ganzen Rest habe ich der Caritas geschenkt. Ich werde damit wahrscheinlich nicht die Welt retten, eventuell aber mich selbst. So bin ich nun dabei, mehr und mehr meines Besitzes wegzugeben. Ein bisschen was brauche ich, aber letztendlich sollte alles in meinen Koffer passen.

Wir koennen ohnehin nichts aus dieser Welt mitnehmen. „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen“ heisst es im Buch Hiob. Und so versuche ich gerade, mein Leben immer einfacher werden zu lassen. Dadurch ist mein Leben viel bewusster geworden. Ich kann diesen Weg bisher nur weiterempfehlen.

Was ist das Gegenteil von Geld?

02/Aug/2009

Was ist das Gegenteil von Geld?