Frohe Weihnachten!

21/Dez/2016

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in die winterliche Nacht. Im Vorjahr hatte er seinem Sohn eine kleine Weihnachtsgeschichte geschrieben, eine Geschichte über den Lieben Gott und über Fußball. Nun war es knapp vor dem Heiligen Abend und er hörte im Hintergrund Beethovens „Missa Solemnis“.

Welche Weihnachtsgeschichte könnte er seiner Tochter schreiben? Welche Geschichte könnte er ihr schenken? Er erinnerte sich daran, wie ihn seine Tochter vor langer Zeit als kleines Kind einmal fragte: „Papa, was glauben wir?“

Er schaute sie an und verstand nicht recht. „Was meinst Du damit? Was heißt ‚Was glauben wir?‘?“

„Na, wenn wir sterben. Kommen wir dann in den Himmel oder kommen wir wieder auf die Erde zurück?“ Er schaute sie an und sagte lächelnd: „Na, wie Du willst.“

Sie überlegte einen kurzen Moment. Dann sah sie ihn an und meinte fröhlich: „Na gut, dann kommen wir wieder auf die Erde zurück.“

Das war sie schon, die Weihnachtsgeschichte. Nicht er brauchte sie ihr zu schreiben. Sie selbst hatte sie ihm geschenkt. Er schaute wieder in den Himmel und war glücklich. „Na gut, dann kommen wir wieder auf die Erde zurück.“

Frohe Weihnachten!

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