Sterben

14/Dez/2016

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den winterlichen Nachmittag. Vor Kurzem hatte er seinen Vater besucht.

Sein Vater war ein alter Mann, der ein schweres Leben gehabt hatte, außergewöhnlich schwer. Nun lebte er in einem Heim und wartete dort auf den Tod. Inzwischen war Slupetzky der Einzige, der ihn noch besuchte. Als er zu seinem letzten Geburtstag bei ihm war, da hatten sie sehr lange miteinander gesprochen. Am Ende dieses Gespräches begannen sie, fast ebenso lange miteinander zu schweigen. Da schaute ihn sein Vater an, begann zu lächeln und sagte sanft: „Ich danke Dir, mein Sohn. Jetzt kann ich in Ruhe sterben.“ Und sie Beide wussten, dass sie in diesem Moment in Frieden gekommen waren, in Frieden mit sich und der Welt.

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