Norbert Hofer Bundespräsident

03/Dez/2016

Oder: Warum die Linke versagt.

Wenn ich meinen kleinen Kindern erklären müsste, was jetzt gerade auf der Welt passiert, dann würde ich ihnen eine Geschichte erzählen:

Vor 250 Jahren lebte in Deutschland einmal ein Mann, der hat Gott getötet. Dieser Mann hieß Immanuel Kant. Wie hat er das gemacht? Wie hat er Gott getötet? Er hat einfach gesagt: „Trau‘ Dich, selber zu denken!“ Und weil er selber ein supergescheiter Mensch war, hat er selber nachgedacht. Und er ist draufgekommen, dass Gott ein Blödsinn ist. Und er hat alles, was er sich dazu gedacht hat, aufgeschrieben.

Und weil die meisten Menschen nicht so gescheit waren wie er, haben sie gar nicht wirklich verstanden, was das heißt. Und dann ist ein anderer Mann gekommen, der in einem kleinen Haus in einer kleinen deutschen Stadt geboren wurde und hat geglaubt, er ist auch so gescheit wie der Immanuel Kant – oder sogar noch gescheiter. Und weil er geglaubt hat, dass er so gescheit ist, hat er geglaubt, bei dem Satz „Trau‘ Dich, selber zu denken!“ geht es ums Denken. Und deswegen hat er ganz viel geschrieben, was er sich gedacht hat. Und weil niemand verstanden hat, was er da schreibt, haben alle geglaubt, es ist sehr gescheit.

Dann ist ein Dritter Mann gekommen, der auch in Deutschland geboren wurde. Der ist draufgekommen, dass der zweite Mann gar nicht so gescheit war, wie alle geglaubt haben. Und weil er selber blitzgescheit war, hat er gesagt, er stellt jetzt den ganzen Mist vom zweiten Mann „vom Kopf auf die Füße“, weil es sonst ein Riesenblödsinn ist. Dieser Dritte Mann hat auch super nachdenken können und hat Karl Marx geheißen.

Und danach ist ein großer Streit unter den gescheiten Menschen in Deutschland – und auf der Welt – ausgebrochen. Manche haben gesagt, der Karl Marx hat Recht, und manche haben gesagt, dass er nicht Recht hat. Und weil sie so viel darüber nachgedacht haben und fair sein wollten, haben sie sich was ausgemacht. Sie haben gesagt, die Freunde vom Karl Marx sind Links und die Anderen sind Rechts.

Und während sie gestritten haben, sind ein paar andere gekommen und haben sich überhaupt nicht darum gekümmert. Die haben ganz einfach alles zusammengehaut. Diese Menschen, die alles zusammengehaut haben, haben Nazis geheißen, das ist die Abkürzung für die National-Sozialistischen-Deutschen-Arbeiter. Die waren nämlich Rechts-Links-Rechts-Links. Und damit haben sie Alle überholt.

Die National-Sozialistischen-Deutschen-Arbeiter haben am Schluss (Gott sei Dank) auch sich selber zusammengehaut. Aber sie haben allen gezeigt, worum es beim Immanuel Kant eigentlich wirklich geht: Es geht beim Satz „Trau‘ Dich, selber zu denken!“ nicht ums Denken. Es geht um ganz etwas Anderes. Es geht um’s Sich-Trauen.

Aber (Gott sei Dank) hat es in Deutschland schon vorher zwei Männer gegeben, die gesehen haben, dass der zweite Mann ein völliger Quatschkopf war und diese Streiterei zwischen „Links“ und „Rechts“ daher völlig wurscht. Und die haben gewusst, dass der Immanuel Kant nicht nur gescheit, sondern vor allem mutig war. Und dass er dabei Gott getötet hat. Und beide haben hintereinander ihre Antwort darauf gegeben. Der Erste hat bedingungslos „Nein“ zu Allem gesagt, und der Zweite bedingungslos „Ja“.

Diese Beiden haben Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche geheißen. Die haben gesehen, dass es beim Immanuel Kant nicht um’s Denken geht (Was soll ich?), sondern um’s Sich-Trauen (Was will ich?). Und sie haben gesehen, wo das noch hinführen wird.

Es geht überhaupt nicht darum, was wir (moralisch) sollen. Es geht darum, was wir (mutig) wollen. Was wollen wir? Was wollen wir wirklich?

Und solange die „Linke“ nicht begreift, dass sie mit ihrem moralischen Denken Luftschlösser bekämpft, wird sie den Kampf um das mutige Handeln immer verlieren.

Hegel ist tot. Gott sei Dank.

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