Zufriedenheit

06/Feb/2016

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den fiebrigen Himmel der Samstagnacht. Den Abend hatte er mit einer Freundin verbracht, wobei diese ihn fragte, wie es ihm gelänge, immer wieder so zufrieden zu wirken.

Er freute sich über diese Frage, denn er hielt „Zu-Frieden-Heit“ für eine gelungene Beschreibung des Zustandes, in dem er sich oft befand, im Einklang mit sich und der Welt. Er antwortete, dass es ein sehr langer Weg dahin gewesen sei und dass diese Zufriedenheit auf verschiedenen Grundsätzen beruhe.

Wenn er jedoch gezwungen wäre, eine letzte Ursache dafür zu finden, dann erinnere sich an eine Geschichte mit seiner Tochter. Als diese Jahre zuvor in ihrem Erwachsenwerden die Pubertät erreicht hatte, da hatte er zu ihr gesagt: „Jetzt erzähle ich Dir das einzige Geheimnis, das Du wissen musst: Männer sind immer große Buben. Wir wollen immer nur spielen.“

Das war das Geheimnis. Männer wollten einfach immer nur spielen, lieb haben und lieb gehabt werden. Und seit er erkannt hatte, dass es bei Frauen ebenso war, da hatte er Frieden geschlossen mit sich und der Welt.

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