Die Liebe und die Freiheit

05/Jan/2016

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den frühmorgendlichen Himmel. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, und der Mond schien schwach beim Fenster herein.

„Was ist Liebe?“ fragte er den Mond. „Das weißt Du doch“, entgegnete der Mond, „Liebe ist, mit einem Lächeln auf den Lippen einzuschlafen.“ „Aber wie gelingt mir das?“ setzte Slupetzky nach. „Lieben heißt lassen können, sein lassen können“, antwortete der Mond, „den Rest spürst Du ohnehin.“

„Und Freiheit?“ wollte Slupetzky wissen. „Freiheit ist immer die Freiheit des Anderen“, meinte der Mond lächelnd, „sie ist noch schwerer zu ertragen als die Liebe.“ Dann verschwand er hinter dem Horizont. Langsam wurde es hell, und kurze Zeit später ging die Sonne auf.

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