Angst und Frieden

29/Dez/2015

Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den abendlichen Himmel. Er spürte drückende Schmerzen in seiner Brust und im Bauch. War ihm seine Impulsivität zu viel geworden? Er hatte Angst.

Sie war so anders als er. Er kam aus dem Überfluss und war in die Bescheidenheit gegangen. Sie hatte den umgekehrten Weg gewählt. Er war langsam geworden und sie schnell, er Minimalist, sie Maximalistin. Sie hatte Angst vor der Armut, er vor dem Reichtum.

Er war ein Mann, und sie eine Frau. Er war von Frauen verletzt worden, während die Männer ohnmächtig daneben standen, war trotzdem Philantrop geblieben und dabei an seiner Seele erkrankt. Sie war gesund geblieben. Würden sie einander schützen können? Würden sie sich schützen können?

Leben war Begegnung. Sie würden einander heterodox begegnen müssen, einander wahrhaft heterosexuell lieben. Slupetzky blickte hinauf in den Himmel, der inzwischen dunkel geworden war. Ihm kam die Erschaffung des Menschen in in den Sinn, am Sechsten Tag der Schöpfung in der Genesis.

„Gott also schuf den Menschen als sein Abbild. Als Mann und Frau schuf er sie.“

Dann begab er sich zur Ruhe.

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