Georg Buechner

18/Okt/2013

Sehr geehrter Herr Buechner!

Gestatten Sie, dass ich mich Ihnen zunaechst vorstelle: Mein Name ist Peter Wurm, ich stamme aus Oesterreich und bin im August 1969 in Wien geboren. Zur Zeit befinde ich mich in Augsburg, wo ich das Wochenende bei Freunden verbringe.

Als ich gestern von Salzburg kommend am Stuttgarter Hauptbahnhof ankam, da drueckte mir in der Ankunftshalle eine junge Frau – gleichsam als Willkommensgeschenk – ein Gratisexemplar der „Sueddeutschen Zeitung“ in die Hand. Und gleich auf der Titelseite war – samt dazugehoeriger Portraitzeichnung – der Hinweis auf einen Artikel ueber Sie und Ihr Leben abgedruckt.

Jetzt habe ich von Ihnen selbstverstaendlich schon vorher gehoert gehabt. Doch ich weiss nichts ueber Sie. Wissen Sie, in Oesterreich haben wir waehrend der jahrhundertelangen Herrschaft der Habsburger KEINEN EINZIGEN Schriftsteller von Rang oder gar Philosophen hervorgebracht. So erschienen die Ersten Beiden Oesterreichischen Philosophen von Weltgeltung, Ludwig Wittgenstein und Karl Popper naturgemaess erst nach der Abdankung des Letzten Oesterreichischen Kaisers Karl I. mit dem Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918. Und Beide von ihnen arbeiteten – naturgemaess – schon lange nicht mehr in Oesterreich, sondern im Vereinigten Koenigreich: Wittgenstein in Cambridge und Popper an der LSE.

Ihr in Deutschland dagegen habt mehr Schriftsteller und Philosophen hervorgebracht, als es einem Oesterreicher ueberhaupt zumutbar ist – genauso wie die Franzosen. Und so habe ich mich in meiner diesbezueglichen Not auch existenziell zu entscheiden gehabt, wer von Euch mich interessiert – und wen ich dabei zwangslaeufig „Links“ liegenlassen musste. In Deutschland habe ich mich daher fuer Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche, in Frankreich fuer Voltaire und Jean-Paul Sartre entschieden. Mehr als jeweils 2 Geistesmenschen aus Deutschland und Frankreich sind fuer einen Oesterreicher wie mich auf alle Faelle unzumutbar.

Nun habe ich jedoch der Titelseite der gestrigen „Sueddeutschen“ entnommen, dass Sie ein „Revolutionaer“ waeren. Lieber Georg Buechner, DAS interessiert mich. Genauso wie bei den Franzmaennern hinsichtlich Diderot, von dem ich erst in der letzten Woche Naeheres vernommen habe, moechte ich nun, in meinem 45. Lebensjahr auf diesem Planeten, auch in Bezug auf Euch Piefke hinsichtlich Ihrer Person mein Quantum von jeweils 2 Verbuendeten auf jeweils 3 ausbauen. Und so bitte ich Sie, sich bei mir zu melden.

Sie koennen mich jederzeit unter office@peterwurm.com erreichen, sowie persoenlich ab Montag in Stuttgart. Ich plane, am kommenden Montag um 12:17 hier von Augsburg mit der Bahn nach Stuttgart zu fahren und werde dort um 14:01 ankommen. Je nach Fortgang der Ereignisse bleibe ich danach in Stuttgart – oder werde nach Frankfurt am Main weiterreisen. Voraussichtlich bin ich jedoch jedenfalls von Montag Nachmittag bis mindestens Dienstag Nachmittag in der Koenigstrasse 30 persoenlich zu erreichen.
4. Stock – Wesser GmbH – Anmeldung.

Ich freue mich auf Sie!

In Verbundenheit

Peter Wurm

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