Die Asylwerber

15/Sep/2013

Dieses neue Magazin „WE THE PEOPLE“ stellt gleich am Anfang 4 Fragen:

1. Würden Sie einem Asylwerber in Österreich € 3.000 für seine Heimreise bezahlen?
2. Würden Sie einem Asylwerber in Österreich € 7.000 für seine Heimreise bezahlen?
3. Würden Sie Asylwerber überhaupt in Schubhaft nehmen oder deportieren wollen?
4. Welche anderen Lösungen fielen Ihnen ein?

Da muss ich kurz überlegen. Doch, jetzt weiß ich’s:

1. Nein. Ich möchte nichts bezahlen.
2. Nein. Ich möchte das nicht bezahlen.
3. Ja. Das möchte ich eigentlich schon.
4. Das weiß ich nicht. Eigentlich keine.

Bei den ersten drei Fragen stimme ich ganz sicher mit dem Heinz-Christian Strache überein. Ich habe keine 3.000 Euro, und schon gar keine 7.000 Euro für einen Asylwerber. Wirklich nicht. Ich bin auch einfacher Zahntechniker, ich bin sicher anständig und auch tüchtig, ich arbeite brav und zahle immer meine Steuern. Wenn jetzt wirklich, wie der Strache sagt, alle Ausländer zu uns kommen werden – das sind ja mehr als 7 Milliarden – dann wären das 21,000.000,000.000 bis 49,000.000,000.000 Euro! Ich weiß gar nicht, wie viel das ist. 21 Tausend bis 49 Tausend Milliarden! Das ist mir ganz sicher zu viel.

Ich bin ja selbstständig, das heißt, mir bleibt nur sehr wenig von dem, was ich wirklich verdient habe, nicht einmal die Hälfte. Die Steuer verlangt jedes Jahr eine Nachzahlung und die Sozialversicherung ist auch viel höher als früher. Und wenn ich einmal wirklich krank bin, dann steht der gesamte Betrieb still – und ich verdiene keinen Cent, und alle Kosten laufen trotzdem weiter. Das kann ich mir eigentlich gar nicht leisten. Meine Frau ist ja Hausfrau und natürlich auch Mutter, unsere Kinder noch nicht – wie heißt das immer bei der SVA? ja, „selbsterhaltungsfähig“ – und ich bin der Einzige, der das Geld nach Hause bringt. Wir müssen wirklich jeden Cent dreimal umdrehen. Und ich bin nicht einmal gegen die Arbeitslose versichert – ganz anders als die vielen Ausländer, die sich vom AMS durchfüttern lassen. Mehr als die Hälfte dort sind schon Ausländer.

Ich bin ja dafür, dass jeder dort bleibt, wo er herkommt. Ich zum Beispiel komme hier aus Favoriten. Das ist der 10. Gemeindebezirk von Wien. Und der größte! Meine Frau kommt auch aus Favoriten. Hier sind wir daheim. Wir sind beide hier zur Schule gegangen und hier haben wir uns kennengelernt. Hier haben wir auch geheiratet, hier haben wir unsere Flitterwochen verbracht, und hier sind unsere beiden Töchter aufgewachsen. Die Töchter sind hier auch in die Schule gegangen, studieren jetzt hier und sind gemeinsam mit mir sogar im Fanklub der Wiener Austria. Das Horr-Stadion ist natürlich auch in Favoriten, darauf bin ich stolz. Jetzt heißt das „Generali-Arena“. Ich glaub, die Generali hat ihr Büro auch in Favoriten. Auch der Trainer, der Peter Stöger, ist aus Favoriten, vom FavAC.

Ich möchte ja, dass Alles so bleibt, wie es ist, und wie es einmal war. Ich erinnere mich noch genau, wie ich mit meiner Mutter am Sonntag immer nach Oberlaa gefahren bin. Wir sind dort immer ganz lange spazieren gegangen und nachher habe ich jedes mal in der Konditorei einen Kakao getrunken. Jetzt hat sogar die AUA ihr Büro dort gehabt, deswegen bin ich früher auch immer mit der AUA geflogen. Ich war aber nicht oft weg, weil ich immer Angst gehabt habe. Jedes mal beim Starten und noch mehr bei der Landung. Ich bin aber immer nur nach Deutschland geflogen, wegen der Sprache. Wenn ich in Deutschland „Grüß Gott!“ gesagt habe, dann haben die immer gelacht. Ich mag die Deutschen sehr. Ich mag ihren Humor. Und ich mag, dass wir uns verstehen. Jetzt gehört die AUA ja zu der Deutschen Fluglinie, zur Lufthansa. Und das Büro von der AUA ist jetzt nicht mehr in Oberlaa. Deswegen flieg ich auch nicht mehr mit der AUA. Jetzt fahr ich nur noch mit der Bahn. Weil der Hauptbahnhof liegt auch in Favoriten.

Ich will, dass es wieder so wird wie früher. Wie die Sonntagsausflüge mit meiner Mutter nach Oberlaa. Das AUA-Gebäude steht jetzt übrigens leer. Jetzt wohnen da die Sandler drinnen, und alle Fensterscheiben sind kaputt. Und da stinkt es nach Urin und Wein. Ich frag mich, warum die Polizei dort keine Razzia macht und alle verhaftet. Das kann doch so nicht weitergehen. Auch in der Favoritenstraße sind nur noch Ausländer. Früher war ich oft mit meiner Mutter am Viktor-Adler-Markt einkaufen, das war schön. Aber jetzt gehe ich fast nicht mehr hin. Mir sind da zu viele Türken dort. Ich frag mich, warum die nicht wieder heimgehen in die Türkei. Aber dort haben sie wahrscheinlich kein AMS, das sie durchfüttert.

Es ist alles nicht mehr so wie früher. Bei uns im Gemeindebau sind jetzt auch schon Ausländer eingezogen. Das hätte es früher nicht gegeben. Jetzt stinkt es überall nach Kebap und dauernd sitzen die Frauen auf den Bänken mit ihren Kopftüchern. Und die Kinder sind auch völlig unerzogen. Die sind dauernd laut und rennen dauernd herum. Mir wäre das ganz recht, wenn die alle wieder heimgehen. Dorthin, wo sie hergekommen sind. Ich bin ja auch noch da, wo ich hergekommen bin. Hoffentlich bleiben meine Töchter auch da. Die haben ja schon beide einen Freund. Einer kommt aus dem Burgenland. Wie der Ostbahn-Kurti. Der tut so, als wär‘ er hier von der Ostbahn, aber in Wirklichkeit ist der ein Krowot. Deswegen macht der auch dieses depperte Integrationshaus. Und seine Musik ist so ordinär.

Die sind mir nicht so recht, die Burgenländer in Wien. Deswegen gibt’s auch immer einen Stau auf der Tangente. Das sind lauter Ausländer und Burgenländer. Ich weiß überhaupt nicht, was die da überhaupt wollen. Ich fahr ja nie auf der Tangente, ich hab ja mein Labor gleich in der Laxenburgerstraße. Und meine Zahnärzte kommen auch alle aus Wien, darauf bin ich stolz. Zwei kommen sogar aus Hietzing. Die haben immer die teuersten Implantate. Die sind sehr, sehr anständig, und tüchtig sind sie auch. Bei denen verdiene ich auch am meisten.

Hietzing gefällt mir an sich auch recht gut. Dort ist es ruhig. Und grün. Und der Lainzer Tiergarten ist ganz in der Nähe. Der ist fast noch schöner als Oberlaa. Manchmal geh‘ ich am Wochenende mit meiner Frau dorthin spazieren. Am Wochenende ist sogar auf der Tangente nichts los. Da sind wir dann in einer halben Stunde im Lainzer Tiergarten. Meine Frau hat letztens sogar ein paar Immobilien-Anzeigen aus Hietzing ausgeschnitten. So teuer ist das dort gar nicht. Und dieses Kaffeehaus, dieses „Dommayer“, gehört auch inzwischen zur Konditorei Oberlaa. Letztens waren wir schon einmal dort. Da haben sie sogar dieselben Torten. Und in Lainz gibt’s ein Altersheim. Dort könnten wir hin in der Pension. Dann könnten die Kinder die Wohnung übernehmen.

Wo wohnt der Strache? In der Innenstadt? Na, der verdient sicher genug. Der ist ja wirklich hochanständig. Und der ist tüchtig. Vielleicht wird er ja nach der Wahl Innenminister. Dann gibt’s endlich wieder eine Ordnung. Wie viel kostet eine Abschiebung von einem Ausländer? 3.000 bis 7.000 Euro? Und wohin werden die abgeschoben? Nach Hietzing? Echt? Ah, in den Lainzer Tiergarten! Das ist gut. Da kann man wenigstens zusperren in der Nacht!

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