Ein Toter in Woolwich

23/Mai/2013

Irgendwann in den letzten Stunden dürfte es einen tödlichen Anschlag, einen Mord im Londoner Stadtteil Woolwich gegeben haben. Ich erinnere mich, dass ich von David Camerons Aussage gelesen habe, „dieser Anschlag wäre ein Anschlag auf Britannien und die britische Lebensweise.“ Es hat mich bisher nicht interessiert.

Nun hat einer meiner Facebook-Freunde einen Artikel gepostet, in dem von der Neuartigkeit dieses Ereignisses geschrieben wurde. So wie „Nine-Eleven“ der erste Terroranschlag in der Geschichte gewesen wäre, der „in Echtzeit“ auf der ganzen Welt (wirklich? Schon wieder sind Europa und Nordamerika „die ganze Welt“…) übertragen worden wäre, so wäre dies der erste Mordanschlag, bei dem der Täter sein „Bekennerschreiben“ live in die Handy-Kamera eines Passanten gesprochen hätte. Und dieses Handy-Video würde sich nun in Windeseile über den gesamten Globus verbreiten.

Und da stehe ich schon vor der alles entscheidenden Frage: Soll ich mich dafür interessieren? Will ich mich dafür interessieren? Bin ich gewillt, in diesen Hype einzusteigen? Will ich dieses Ereignis durch meine eigene Aufmerksamkeit aufwerten? Will ich dieses Ereignis weiter befeuern?

Nein. Das will ich nicht. Ich nehme zur Kenntnis, dass der Täter seine Tat mit dem Krieg in Afghanistan begründet und anscheinend – wieder einmal – mit dem Islam und dem Koran. Ich nehme zur Kenntnis, dass Barack Obama seinem „Freund und Verbündeten“, dem Vereinigten Königreich solidarisch zur Seite steht – und das finde ich auch durchaus begrüßenswert. Aber ich kenne den alten schamanischen Grundsatz: „Energy follows attention – Energie folgt der Aufmerksamkeit.“

Ich bin nicht blind. Und ich bin wahrscheinlich auch nicht blöd. Aber ich habe in den 43 Jahren meines bisherigen Lebens auf diesem Planeten auch immer wieder erkannt, wie Ursache und Wirkung zusammenspielen. Und so konzentriere ich meine Aufmerksamkeit auf Bruce Springsteens „Brothers under the bridge“, das gerade hier in meinem Wohnzimmer auf „Repeat“ läuft und auf das Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund am kommenden Samstag. Gerade auch im Bewusstsein des toten Soldaten von Woolwich und der vielen toten Afghanen im Zuge des NATO-Einsatzes dort.

Und ich lade Alle (vor allem alle Männer) ein, dasselbe zu tun. Give Peace a Chance!

Eine Antwort to “Ein Toter in Woolwich”


  1. Leider wird der Täter durch seine Tat berühmt. Den Verstorbenen übersieht man dabei. Es gab Übergriffe auf zwei Moscheen in den letzten 2 Tagen. Friedliebende Menschen werden in diese Unruhen miteinbezogen.
    Gott sei Dank, dass viele Menschen in England der Aufforderung am Radio gefolgt sind. „Keep Calm“. Es gab keine weitere Eskalationen. Die Menschen sind es leid, nur über derartige Dinge zu hören. In Zeiten wie diesen sollte man sich auf die schönen Dinge, die passieren, konzentrieren. Dadurch wird der Täter nicht berühmt.


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