Der Schlaf unserer Kinder

17/Apr/2013

Wissen Sie, Anton Pawlowitsch, was mir wichtig ist? Mir ist wichtig, dass meine Kinder gut schlafen können. Mein Vater saß oft an meinem Bett, wenn ich nicht einschlafen konnte und Angst hatte. Da sagte er zu mir, mitten in der Dunkelheit der Nacht: „Weißt Du, wenn du dich fürchtest, dann weißt du, wovor. Wenn du aber Angst hast, dann weißt du es nicht.“

Ich habe oft und immer wieder in meinem Leben große Angst gehabt. Und anders, als die meisten Menschen, die ich kenne, bin ich vor dieser Angst nicht geflohen, sondern habe sie, ganz im Gegenteil, regelrecht aufgesucht. Ich wollte wissen, was das ist, die Angst. Es war fürchterlich, aber davonzulaufen wäre letztendlich noch schlimmer gewesen. Und so hat mich die Angst immer wieder in sich hineingezogen, weil ich wissen wollte, was das ist, die Angst.

Als die Kinder noch klein waren, da haben sie meist sehr gut geschlafen. Natürlich gab es Nächte, in denen sie nicht schlafen konnten und geweint haben. Da habe ich sie genommen und auf meinen Bauch gelegt. Wissen Sie, wenn Sie Vater sind, dann verschieben sich die Dimensionen. Da geht es nicht mehr um das eigene Wohlbefinden, sondern um das der Kinder. Es geht nicht mehr darum, selbst gut zu schlafen, sondern darum, dass die Kinder gut schlafen können. Und wenn es etwas gibt, was mir wichtig ist, dann ist es, meinen Kindern die Angst vor der Angst zu nehmen.

Wissen Sie, was ich glaube? Ich glaube fest daran, dass wir – jetzt und hier – die Basis für die nächsten 2000 Jahre legen. Wir legen, jetzt und hier, die Basis für die kommenden Zwei Jahrtausende, so wie Jesus, Johannes, Petrus und Paulus vor 2000 Jahren die Basis für die letzten Zwei Jahrtausende gelegt haben. Diese Basis ist brüchig geworden, sie taugt nicht mehr für die Zukunft. Und jetzt liegt es an uns, die Basis für die nächsten Zwei Jahrtausende zu legen.

Was werden die nächsten Zwei Jahrtausende bringen? Ich denke, es wird darum gehen, von der Fremdbestimmung in die Selbstbestimmung überzugehen, von einem Gott außerhalb von uns zu einem Gott in uns. Gott hat nicht länger die Welt von Außen erschaffen, nein, Gott schafft die Welt aus uns heraus. Das bestätigt ja inzwischen sogar die sogenannte Wissenschaft. Es geht nicht länger darum, einer fremden Autorität zu folgen, sondern künftig nur mehr einer inneren göttlichen Motivation. Dieser Kampf der alten Götter gegen die Neue Welt spielt sich nun tagtäglich in unserer Welt ab, direkt vor unseren Augen – und mitten in uns selbst. Da heißt es, stand zu halten und sich den Ängsten zu stellen.

Wir haben uns unseren Ängsten zu stellen. Wir haben unsere Ängste gleichsam in uns aufzusaugen. Und wovor sollten wir Angst haben? Gott ist nicht länger ein Wesen, das uns von Außen Angst einjagt, Er, oder Sie meinetwegen, ist ein Wesen, das uns aus uns heraus führt. Wir brauchen keine Führer mehr. Wir führen uns Alle selbst. Wichtig ist der gute Schlaf unserer Kinder. Sie brauchen keine Angst mehr zu haben. 

Ich danke Ihnen, Anton Pawlowitsch, dass Sie mir zugehört haben. Ich gehe jetzt schlafen. Haben Sie eine gute Nacht!

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4 Antworten to “Der Schlaf unserer Kinder”


  1. hier schlafen alle und ständig

  2. sebastian Says:

    Weisst Du Peter ich habe mich oft gefragt warum mir dein Blog so gefaellt. Natuerlich bist Du ein talentierter Schreiber und Redner, vor Allem ist es aber Deine schonungslose Offenheit dir Selbst und Anderen gegenueber. Es ist Dir scheissegal was andere von Dir denken und das macht deinen Blog so authentisch.
    Ich stimme vollkommen mit Dir ueberein wenn es darum geht mich meinen Aengsten zu stellen anstatt weg zu laufen….bringt naemlich nichts….die kommen naemlich wieder, vielleicht in einer anderen Form oder auf einer anderen Ebene aber heftiger als zuvor….solange bis man sie vollkommen durchschaut hat und sich von ihnen geloest hat.
    Und natuerlich…wer sein wahres Wesen erkannt hat der kann sich hier herstellen und sagen : „Und wovor sollten wir Angst haben?“
    Es gibt hier niemanden der Angst haben koennte. Es gibt nur reines Bewusstsein dass in sich manchmal Angst aufsteigen sieht. Die gehoert aber niemandem….
    Lass krachen Peter


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