Die Votivkirche

11/Jan/2013

Neben der bevorstehenden Volksbefragung über die Wehrpflicht beherrscht derzeit ein Thema die österreichische Berichterstattung: Die Flüchtlinge in der Votivkirche.

Knapp vor Weihnachten waren ein paar Dutzend – vor allem pakistanische – Flüchtlinge auf Anregung junger bayerischer Flüchtlingshelfer vom Aufnahmelager Traiskirchen nach Wien gepilgert und hatten dort im Sigmund-Freud-Park vor der Votivkirche ein Zeltlager errichtet. Damit waren sie nicht nur in Wien-Alsergrund, sondern auch in den österreichischen Medien angekommen. Rund um Weihnachten räumte die Wiener Polizei das Camp, wobei ein Teil der Flüchtlinge in der angrenzenden Votivkirche Zuflucht suchte. Seit ein paar Wochen harren sie nun dort in der Winterkälte aus und sind teilweise in den Hungerstreik getreten. Mit dieser Aktion haben sie anscheinend den Nerv jedes österreichischen Staatsbürgers getroffen, auf jeden Fall aber den Nerv jedes österreichischen Politikers. Und so gibt nun jeder – gefragt oder ungefragt – reflexartig seinen persönlichen Standpunkt zum Besten.

Meiner Ansicht nach haben von dieser Aktion im Voraus mindestens seit November Kanzler und Vizekanzler, die Landeshauptleute von Niederösterreich und Wien, sowie die beiden betroffenen Polizeipräsidenten und der Wiener Erzbischof gewusst. FPÖ und Grüne waren anscheinend nicht informiert und wurden in ihrem jeweiligen politischen Lebensnerv getroffen. Und so diskutiert Österreichs Bevölkerung mitsamt ihrer politischen Überzeugung samt Vorurteilen spätestens seit den letzten Adventtagen über diese Aktion. Dem Einzigen, der dabei meinen eigenen politischen Lebensnerv erfasst hat, habe ich heute mein zweites Bild dieses Jahres gewidmet:

Die Votivkirche – für Michael Landau
Acryl auf Baumwolle
100×140 cm
11.01.2013

Die Votivkirche

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