Ein Versuch über die Einsamkeit

22/Dez/2012

„Ein Versuch über den stillen Ort“ nennt Peter Handke sein neuestes Buch. Ich kenne dieses Buch nicht, ich lese selten Bücher von Handke, aber zumindest glaube ich, ihn immer wieder verstanden zu haben. Anders als bei Jelinek. Da habe ich Bücher angelesen und Theaterstücke angeschaut und bin nie dahintergekommen, was diese Frau, die ich im Übrigen ungemein schätze, mir eigentlich sagen will. Erst Michael Haneke hat es geschafft, mir mit seiner Interpretation von Jelineks „Klavierspielerin“ das Lebensgebäude dieser Frau eindrücklichst näher zu bringen.

Ich schätze Handke wie Jelinek, wie Turrini und Bernhard, wie Glavinic und Phettberg. Diese versuchen zumindest, mit vollem Risiko ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen und dabei alle Unzulänglichkeiten offen zu legen. War Thomas Bernhard einsam? Ist Peter Handke einsam? Ist Peter Turrini einsam? Ich bin einsam und weiß, – gerade zwei Tage vor Weihnachten – nach 43 erlebten Jahren noch immer nicht, wie ich damit umgehen soll. „Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh‘ ich wieder aus.“ Schuberts „Winterreise“ hat meine Großmutter gehört, als sie vor einem Monat gestorben ist.

Jetzt ist es Winter geworden, die stille Jahreszeit. Welch stiller, einsamer Ort, dieses Leben hier.

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