Finanztransaktionssteuer 20 Prozent

24/Jul/2012

Seit Jahren eiern die europäischen Politiker nun schon herum, um eventuell eine Finanztransaktionssteuer von 0,5 Prozent einzuführen, während beispielsweise für jedes Mineralwasser und jeden Pullover in Deutschland 19 und in Österreich 20 Prozent Umsatzsteuer verrechnet werden.

Die Katastrophe daran ist, dass in der kapitalistischen Marktwirtschaft jeder Gewinn von jemand anderem bezahlt werden muss und so die sagenhaften Renditen des Finanzsektors letztendlich mit dem Elend der hungernden Menschen auf der Welt erkauft werden.

Wir könnten langsam beginnen, das zu ändern.

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Solange wir zinsbasiertes Schuldgeld als Wert akzeptieren, müssen wir damit leben, dass sich Geld – anders als alle anderen Güter auf der Welt – von selbst vermehrt. Dieses zusätzliche Geld muss jedoch von jemandem bezahlt werden, logischerweise letztendlich von den Menschen ohne Geld. So werden ganz automatisch die „Reichen“ (Geldbesitzer) immer reicher und die „Armen“ immer ärmer.

Darüberhinaus hat dadurch in jedem Tauschhandel der Geldbesitzer immer noch einen zusätzlichen Vorteil gegenüber dem Güterbesitzer, weil er einfach immer nur zu warten braucht, während die Ware des Güterbesitzers zu verderben beginnt.

Es gibt viele Wege, dieses tödliche System zu überwinden, ein erster Schritt ist die Beseitigung der zusätzlichen Bevorzugung von Geld gegenüber Gütern, wie zum Beispiel eine fehlende Umsatzsteuer (Finanztransaktionssteuer) und die Schaffung eines Bedingungslosen Grundeinkommens, um das Überleben jedes Menschen unabhängig von seinem Besitz zu garantieren.

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10 Antworten to “Finanztransaktionssteuer 20 Prozent”

  1. Michael Says:

    in der Marktwirtschaft jeder Gewinn von jemand anderes bezahlt werden muss, stimmt nicht.

    Wenn Du beispielsweise mit Deinen eigenen Händen ein Haus baust, dann hast Du ein Haus als Gewinn (natürlich abzüglich der Kosten für das Baumaterial). Kannst Du mir erklären, welche Menschen dann dafür hungern mussten, dass Du Dir ein Haus bauen konntest? Niemand offensichtlich – es ist Deine Arbeit, Dein Gewinn, Dein Eigentum. Niemand musste dafür Leiden.

    Das gilt selbstverständlich auch für die Industrie. Die Produkte, die ein Unternehmen erzeugt, haben einen Wert, der durch die Erzeugung der Produkte entsteht und nicht dadurch, dass man irgendwem irgendwas weg nimmt.

    Die Vorstellung, dass die Welt ein Nullsummenspiel ist, ist falsch. Wenn jemand Reich wird, bedeutet das nicht, dass dafür jemand anderes Arm werden musste.

    • Peter Wurm Says:

      die realität sieht offensichtlich anders aus. man kann sie jedoch selbstverständlich ausblenden.

      in deinem beispiel entsteht durch das bewohnen eines eigenen hauses noch kein gewinn (abgesehen davon, dass der hausbewohner die notwendigen materialien zu einem preis bezieht, den er erst einmal in geld bezahlen muss, das er vorher irgendwoher bekommen haben muss). der gewinn entsteht erst durch einen eventuellen verkauf. dann muss er bestrebt sein, jemand anderem mehr geld wegzunehmen, als er selbst bezahlt hat.

      woher kommt dieses geld?

      • Michael Says:

        Ich finde es zunächst überhaupt nicht offensichtlich, dass die Realität anders aussieht. Schon wenn man bedenkt, wie riesig die Werte sind, die z.B. Europa und die USA seit 1945 angehäuft haben – wem sollen sie die weggenommen haben? Wer soll vorher einen Wohlstand dieser Art gehabt haben? Also ist es offensichtlich möglich, dass Wertgewinne ganz alleine durch Arbeit entstehen.

        Die Welt ist kein Kreislauf, in dem immer das gleiche Geld nur herum geschoben wird.

        Was das Haus betrifft: selbstverständlich ist ein Haus ein Gewinn bzw. ein Wert, auch wenn es nicht verkauft wird. Man kann auf der Bank einen Kredit aufnehmen und dieses Haus als Sicherheit angeben. Woher kommt das Geld? Ganz einfach: die Bank erzeugt dieses Geld einfach – es wird niemanden weggenommen.

      • Peter Wurm Says:

        „Schon wenn man bedenkt, wie riesig die Werte sind, die z.B. Europa und die USA seit 1945 angehäuft haben – wem sollen sie die weggenommen haben?“

        „Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ (Jean Ziegler)

      • Peter Wurm Says:

        „Ganz einfach: die Bank erzeugt dieses Geld einfach – es wird niemanden weggenommen.“

        Und woher kommt das Geld für Rückzahlung und Zinsen?

      • Michael Says:

        Das mit dem Haus war ein Beispiel, um zu zeigen, dass es nicht stimmt, dass wenn jemand mehr Geld bekommt, das woanders weggenommen werden muss.

        Das Wohlstand in Teilen der Welt ist nicht Schuld an der Armut in anderen Ländern. Wenn in Afrika ein Kind verhungert, dann ist das tragisch und wir können auch was dagegen tun. Aber die Vorstellung dass das Kind besser dran wäre, wenn wir ärmer wären, ist absurd.

      • Peter Wurm Says:


        (rechte maustaste: link in neuem fenster öffnen)

        copyright: gerhard haderer / caritas vorarlberg

        http://www.caritas-vorarlberg.at/aktuell/kampagnen-sammlungen/augustsammlung/

  2. Falk Atmanspacher Says:

    Lieber Peter, ich schätze Deine Intention, die aber aus meiner Sicht leider nicht machbar ist.

    Ein Finanztransaktionsteuer unterscheidet sich grundsätzlich von einer Mehrwertsteuer. Letztere ist eine Steuer auf die Wertschöpfung, da ist die Abgabe an die Gemeinschaft in der Größenordnung von einem 20% legitim (es wären sogar 100% oder mehr theoretisch machbar – das hängt vom Verhältnis zu anderen Steuern und vom gesellschaftlichen Konsens ab)

    Bei einer Finanztransaktion wird aber kein Wert geschöpft. Das Vermögen von allen Beteiligten bleibt gleich (wenn man Gebühren etc. vernachlässigt). http://www.wirtschaftslexikon24.net/e/finanztransaktion/finanztransaktion.htm
    Zu einer Finanztransaktion zählt zum Beispiel eine Einzahlung von Bargeld auf ein Konto oder umgekehrt eine Auszahlung. Hier sieht man bereits, dass eine Steuer von 20% oder mehr völlig sinnlos ist.
    Der Zweck einer Finanztransaktionssteuer soll in erster Linie stark GEHEBELTE Finanztransaktionen mit der Gewinnmöglichkeit aus Kleinstmargen verhindern. Deshalb ist hier ein Steuersatz von < 1% schon sehr wirkungsvoll. Wird er größer, würde ganz schnell die gesamte Wirtschaft lahmgelegt.

    Nun könnte man einwenden, dass man nur bestimmte Finanztransaktionen (die gefährlichen!) der Besteuerung unterwirft. Die müsste man nun erst einmal definieren. Das Problem wäre allerdings, dass die Finanzindustrie immer neue "Produkte" kreieren würde, um der Besteuerung zu entgehen. Der Staat würde hier ständig hinterherlaufen und am Ende doch das Nachsehen haben.

    Fazit: Eine Finanztransaktionssteuer ist gut und richtig um den Hochfrequenzhandel einzuschränken oder ganz zu verhindern. Das geht am besten, wenn die Besteuerung auf ALLE Finanztransaktionen OHNE Ausnahme mit einem sehr geringen Steuersatz erfolgt.

  3. Tabitha Says:

    wann stellen wir uns auf die Straße und zeigen ganz klar, dass wir uns nicht mehr bestehlen lassen wollen, in meinen Augen sind Zinsen und Steuern offizieller Diebstahl.

    Nur eine Frage, lieber Michael,
    du kaufst ein Grundstück, hast es bezahlt und es gehört dir, warum musst du dann als Besitzer jedes Quartal Grundstücksteuer zahlen, für etwas das dir gehört und du ohnehin schon bezahlt hast mit Steuern und Abgaben an den Staat bei deinem Erwerb usw. usw. es bleibt ja nicht nur bei der Grundstücksteuer 😉 oder du erbst das Grundstück deiner Oma, die es kaufte und alle Steuern und Abgaben leistete, somit das Gründstück in ihrer Lebenszeit schon mind. doppelt so teuer wurde als beim Erwerb, … so jetzt gehört es dir und du darfst dafür Erbschaftssteuer bezahlen, zuzüglich der weiterlaufenden Grundstücksteuer, WARUM?

    LG Tabitha

    • Michael Says:

      Naja, der Staat muss halt eben schauen, wo er das Geld herbekommt. Und Steuern auf unbewegliche Güter sind dafür auch ideal, weil man ja das Grundstück nicht einfach so in die Steueroase mitnehmen kann.


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