Was ist Gewalt?

15/Jul/2012

Was ist Gewalt?

Der Satz: „Ich will, dass du…“ ist Gewalt.

Gewalt beginnt in der Familie, wenn es beispielsweise heißt:

„Ich will, dass du das Kinderzimmer aufräumst.“

Ein solcher Wunsch kann gewaltlos nur als Bitte formuliert werden. In unserem Beispiel als:

„Bitte räume das Kinderzimmer auf.“

Einer gewaltlosen Bitte kann daher (so schwer es dem Bittenden auch fallen mag, das zu akzeptieren) jederzeit mit einem „Nein“ geantwortet werden.

„Nein. Ich will das Kinderzimmer nicht aufräumen.“

Jede Verneinung führt jedoch zu neuer Gewalt, da sich der Mensch auf ein „Nein“ nicht einigen kann.

Exkurs: Eine scheinbare Einigung auf ein „Nein“ verlangt zwangsläufig nach einem gemeinsamen Gegner. In unserem Falle des möglichen „Nein, wir räumen das Kinderzimmer nicht auf.“ ist das elterliche Verlangen der zwangsläufige gemeinsame Gegner. Gemeinsame Gegner wurden in der Geschichte der Menschheit immer wieder geschaffen, um einen solchen scheinbaren Solidarisierungseffekt einer Gemeinschaft zu erzielen. Gemeinsame Gegner, so stark sie auch wirken mögen, führen jedoch immer zu neuer Gewalt, das heißt langfristig immer zu Krieg und Vernichtung, wie die Geschichte der Menschheit anschaulich zeigt.

Daher ist es dringend notwendig, jedes „Nein“ als alternatives „Ja“ zu formulieren:

„Nein. Ich möchte lieber noch lesen.“

Diese formal positive Alternative ist die notwendige Grundlage für jeden weiteren Konsens.

Zum Beispiel: „Wann wird das Kinderzimmer dann aufgeräumt?“

Eine Frage kann niemals Grundlage von Gewalt sein, weil sie immer mindestens zwei Alternativen offen lässt.

Nur so ist im menschlichen Zusammenleben Frieden möglich.

Frieden heißt immer Einigung in Freiheit.

———-

Und jetzt das Ganze am Beispiel des Beitritts der Türkei zur Europäischen Union:

„Bitte, dürfen wir Eurer Gemeinschaft beitreten?“

„Nein. Wir wollen lieber unter uns bleiben.“

———-

Und genau aus diesem Grund trete ich (in einer Gesellschaft, die Geld als Tauschwert akzeptiert) für das Bedingungslose Grundeinkommen ein. Der Mensch ist erst dann frei zu entscheiden, wenn er dadurch nicht sein Überleben oder das seiner Kinder riskieren muss.

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4 Antworten to “Was ist Gewalt?”


  1. wenn du dir dies video zum BGE angschaut und gehört hast, wirst du sehen was gewaltlosigkeit wirklich ist: wir brauchen keine anreize sondern, das passiert aus einer natürlichkeit heraus, wenn der mensch sich in einer gemeinschaft als geachtet sieht und sich auf augenhöhe wiedererkennt: http://grundeinkommen.tv/?p=1137

  2. Tabitha Says:

    ja, so sehe ich das auch.

    LG Tabitha

  3. Andrea Says:

    ;o)

    Hallo Peter,

    das nennt man auch GfK oder Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg, was Du beschreibst. Das BGE allein ist evt. zuwenig. Ich plädiere für den Plan B der Wissensmanufaktur,
    http://www.wissensmanufaktur.net/plan-b
    bei deren 4 Säulen ist das BGE mit dabei, greift jedoch viel tiefer und weiter. Die 20 Seiten als PDF stehen frei zur Verfügung und sind gut verständlich, man kann jedoch auch die diversen Videos dazu sehen. Die friedliche Lösung zur Finanzkrise bzw. zur Systemkrise ;o) Die Bestellung des NL kann ich auch nur empfehlen. Bei der Veranstaltung „Lust auf neues Geld“ am 9.6. in Leipzig wurde das ganz offenbar intensiv beleuchtet und war ein voller Erfolg.

    HG
    Andrea

    P.S.: Wenn wir schon über Gewalt sprechen, empfehle ich ebenfalls:

    Was hat das Geldsystem mit Fleischkonsum zu tun? Und beides mit Dir?

    Schön auch:
    Die Klimalüge geht weiter …
    … während die Menschheit „Monsanto“ durch den Fleisch-Konsum subventioniert! steht hier:

    http://www.wissensmanufaktur.net/aufsaetze/archiv


  4. Wir sprechen von Naturgewalten, das ist auch Gewalt, so müssen wir uns fragen, wie kann das Lebende lebendiger werden? Konfliktfreie Kommunikation funktioniert, wenn freie Menschen aufeinander treffen ohne verborgene Absichten. Doch wie entwickelt sich ein Vertrauen? Alleine durch Formen der Kommunikation nicht, weil das nicht unbedingt die Offenheit fördert. Doch wem kann ich glauben? Der Wissenschaft? Alles was messbar ist, vergisst den Raum der nicht zu messen ist. So müssen wir uns erst einmal auf einen gemeinsamen Grund einigen. Kann der vorgegeben werden, oder muss ich den erfahren können?Hier habe ich einen Link http://www.youtube.com/watch?v=DfvgvDkdG2M&feature=related und eine Ansicht dazu von Hans Peter Dürr, das genügt schon an Wissen von mehr Gemeinsamkeit: „Im Grunde gibt es Materie gar nicht. Jedenfalls nicht im geläufigen Sinne. Es gibt nur ein Beziehungsgefüge, ständigen Wandel, Lebendigkeit. Wir tun uns schwer, uns dies vorzustellen. Primär existiert nur Zusammenhang, das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Geist nennen. Etwas, was wir nur spontan erleben und nicht greifen können. Materie und Energie treten erst sekundär in Erscheinung – gewissermaßen als geronnener, erstarrter Geist. Nach Albert Einstein ist Materie nur eine verdünnte Form der Energie. Ihr Untergrund jedoch ist nicht eine noch verfeinerte Energie, sondern etwas ganz Andersartiges, eben Lebendigkeit. Wir können sie etwa mit der Software in einem Computer vergleichen.“


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