Wenn Malewitsch das gewusst hätte

19/Mai/2012

„Meine Kunst wäre nicht möglich ohne van Gogh, Monet, Malewitsch und Pollock. Van Gogh hat als erster die Farbe vom Abbild gelöst, Monet als erster das Abbild verfremdet, Malewitsch als erster das Ende des Abbilds erkannt und Pollock als erster das Abbild völlig außer acht gelassen. Nach mehtausendjähriger Kunstgeschichte geht es in der Malerei nicht länger um das Abbild eines Bildes, sondern um das Bild an sich. In der assoziativen Malerei geht es nur noch um das Bild an sich.“

Das habe ich 2003 als Einleitung über die assoziative Malerei geschrieben. Malewitsch ist ein unglaublich wichtiger Bestandteil meiner Kunstgeschichte und ich habe mich schon oft und intensiv mit ihm und seinem „Schwarzen Quadrat auf weißem Grund“ auseinandergesetzt (zum Beispiel auch in „Wittgenstein meets Malevitch in the Park“). Jetzt also habe ich das letzte Bild für unsere Ausstellung im Juni fertiggestellt, es ist ein vierfaches Bild, und es handelt wieder von Malewitsch. Veröffentlicht wird es ebenfalls erst im WUK. Damit sind alle Bilder für die Ausstellung fertig. Herzlichen Dank, Kasimir!

Wenn Malewitsch das gewusst hätte
(Acryl auf Leinwand, 4x60x80, 19.05.2012)

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Eine Antwort to “Wenn Malewitsch das gewusst hätte”


  1. und doch werden wir immer nur mit uns selbst berührt,

    „Ich will ein schwarzes Quadrat auf diesem weissen Grund malen.“, dies in der Folge auch durchführt und nach diesem Ergebnis das Ende der Malerei postuliert, gehe ich, wie Dir ja bekannt ist, den genau entgegengesetzten Weg. Ich bilde nicht ab, was ich mir zuvor vorstelle (und sei es die radikale Reduktion auf ein schwarzes Quadrat), sondern ich bilde, ohne mir das Ergebnis vorzustellen. Ich lasse dem Prozess freien Lauf, ohne das Ergebnis von Vornherein zu kennen. „Bei jenen will er, was er erkennt, bei mir erkennt er, was er will.“ ist jener entscheidene Satz, der mich zu Schopenhauer geführt hat. Nicht das Ergebnis zu erkennen und dies nachrangig im Malprozess ausführen zu wollen, sondern zunächst nur zu wollen, ohne zu wissen was. Das Ziel ist die Erkenntnis dieses Prozesses des uneingeschränkten Wollens im Ergebnis des Malaktes.

    Malewitsch ist deswegen so bedeutend, weil er der Letzte war, der im geschichtlichen Fluss des Abbilds gemalt hat. Und er postuliert das Ende der Malerei, weil es in diesem Verständnis kein weiteres Werk geben kann, das nicht hinter Malewitschs „schwarzes Quadrat“ zurückfallen würde. Alles Andere, was abgebildet werden könnte, war in irgendeiner Form irgendwann schon einmal da. (Hier geht die Malerei zeitlich mit der Architektur beinahe einher, auch dort wurde im Ausgang des 19.Jahrhunderts nur noch auf Früheres zurückgegriffen.) Bei Malewitsch ist die Malerei wahrlich an ihrem Ende angelangt, mehr kann nicht mehr gemalt werden – und weniger auch nicht.
    http://www.peterwurm.com/assopainting/strohballen.htm


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