Die Wahl des Francois Hollande

07/Mai/2012

Heute ist Montag, der 7. Mai 2012, in Mitteleuropa ist es bereits Abend und gestern haben hier mindestens drei entscheidende Wahlen stattgefunden: Die Präsidentschaftswahl in Frankreich, die Parlamentswahl in Griechenland und die Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Die politischen Kommentatoren bemühen sich aufgeregt, die Ergebnisse dieser drei Wahlen zu interpretieren und ihre Auswirkungen auf die Zukunft Europas zu deuten.

Gestern Abend war ich mit Gerhard und Dani „auf ein Bier“, wie wir es hier in Wien nennen, wenn wir abends miteinander ein Lokal aufsuchen. Und heute Nachmittag habe ich wieder einmal meinen Freund Roger im Kafka getroffen, woher ich gerade eben wieder nach Hause zurückgekommen bin. Diese zwei Gespräche von gestern Abend und heute Nachmittag veranlassen mich, darüber nachzudenken, was eigentlich Bedeutung für unser Leben hat.

In Frankreich wurde Francois Hollande zum Präsidenten der Republik gewählt, in Griechenland gewannen die extremistischen Parteien und in Schleswig-Holstein zogen die Piraten in den Landtag ein. Na und? Was bedeutet das für uns? Für Angela Merkel bedeutet es, dass sie sich langsam mit dem Ende ihrer politischen Macht auseinanderzusetzen beginnen könnte. Für Carla Bruni bedeutet es, dass ihr Ehemann in Zukunft keine Macht mehr über die französischen Atomsprengköpfe besitzt, was sie ursprünglich noch so erotisiert hatte. Dafür hat er jetzt mehr Zeit für sie, ihre Tochter und ihre zweite Schwangerschaft. Für Barack Obama bedeutet es, dass seine wirtschaftspolitische Sicht des Keynesianismus jenseits des Atlantiks neuen Aufschwung erhält und für Hu-Jintao bedeutet es wahrscheinlich nichts.

Alles auf der Welt definiert sich wahrscheinlich dadurch, dass der Mensch weiß, dass er sterben wird. Aus dieser Tatsache folgt Alles Andere. Wir haben damit umzugehen, dass wir irgendwann einmal nicht mehr da sein werden. „Das Leben als Dagewesenseinwerden.“ Das ist der eigentliche Titel dieses Artikels. Die Überschrift dieses Blogposts lautet eigentlich „Das Leben als Dagewesenseinwerden“. Diesen Titel werden jedoch die meisten Menschen nicht auf Anhieb verstehen und die wenigsten überhaupt. Und daher schreibe ich lieber „Die Wahl des Francois Hollande“. Ein Artikel mit dem Titel „Die Wahl des Francois Hollande“ hat am 7. Mai 2012 im deutschsprachigen Raum mit Garantie mehr Zugriffe als „Das Leben als Dagewesenseinwerden“. Der Artikel „Die Wahl des Francois Hollande“ interessiert garantiert mehr Leser als der Artikel „Das Leben als Dagewesenseinwerden“. Und schon schnellen meine Zugriffszahlen wieder in die Höhe.

Francois Hollande wird sterben, Angela Merkel wird sterben, Carla Bruni wird sterben, Barack Obama wird sterben und Hu-Jintao wird sterben. Und sie alle wissen das. Wir alle wissen das. Nur darum geht’s. Und daher stellt sich die Frage, was „Die Wahl des Francois Hollande“ für das Universum bedeutet. Was bedeutet die Wahl des Francois Hollande für den Kosmos? Was bedeutet die Wahl des Francois Hollande für mich?

„Das zinsbasierte Schuldgeld ist ein Derivat des jüdischen Gottesbegriffs“ habe ich gestern zu Gerhard und Dani gemeint. Und heute hat mir Roger erzählt, dass er „Die Welt als Wille und Vorstellung“ nach Seite 4 wieder weggelegt und daraufhin sein letztes Bild übermalt hat. „Ich kenne dein letztes Bild (Übermalung des Braun) ja nicht, aber vielleicht ist es ein Quantensprung in deinem Leben.“ habe ich ihm gerade vorher per SMS geschrieben. Und kurz darauf schrieb er mir jetzt zurück: „Das siehst du richtig. Schön dass wir uns verstehen. Dein Freund Roger“.

„Die Wahl des Francois Hollande“. Ich geh‘ jetzt malen.

5 Antworten to “Die Wahl des Francois Hollande”


  1. ;o)
    Ja, die persönlichen Quantensprünge sind die interessantesten, gell?
    Und wer weiß, vielleicht ist der Tod auch nur eine Illusion wie so vieles hier?

    Herzliche Grüße
    Andrea

    • Axel Tigges Says:

      oder wenn ich direkter frage welche VOR-Stellung soll keine Illusion sein? Kann etwas was vorgestellt wird auch noch nachwirken? Und wie in Gedanken schon, doch was hat der kleine Tod damit zu tun, den wir jede Nacht im Tiefschlaf erleben. Nix ist fix, und alles in Bewegung, dass ist für mich sehr beruhigennd HOLLAND e r kennt den holländischen Gruß TOT ZIENS vielleicht wäre das ein Bild von dem was ich spüre . Wer will denn immer mehr und mehr und bekommt immer weniger und weniger

  2. Judith-Elis Says:

    ….auch in Geduld sich ueben ist eine Tugend…oder?!


    • Dulden ist nur eine Tugend, wenn nicht andere dabei beschädigt werden. Wir verbrauchen die Energie der Sonne erheblich mehr als die Afrikaner oder die Menschen aus Bangladesh, und dieses Energieungleichgewicht wartet darauf ins Lot zu kommen.
      Ob uns Hollande dabei hilft, wenn er die Wirtschaft ankurbeln will? Wo wird denn hier nachhaltig gehandeln?

  3. Judith-Elis Says:

    …..ist es schon bekannt, dass Pflanzen ohne Sonnenlicht auskommen und wachsen koennen, also aufgezogen in Gewaechshaeuser usw. Auf der Floriade ist viel Zukunftstraechtiges zu sehen und zu lernen und auch zu erleben.
    Solche Technieken waeren doch fuer die Hungerleidenden als ersten zu befoerderen, denn ehe die Natur herstellt (wieder) ist, dauert es laenger….?!
    (Habe mich leider noch nicht mit Frankreich beschaeftigen koennen, Herrn Hollander’s Ideen kenne ich also noch nicht…Entschuldigt!)


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