Geborgenheit in einem dunklen Universum

08/Mrz/2012

Immer wieder in meinem Leben habe ich die Christen beneidet. Jeder Christ – wie auch jeder Jude und Moslem – hat letztendlich etwas, woran er sich im äußesten Notfall halten, vielleicht sogar klammern kann. Der Gott der abrahamitischen Religionen ist schlussendlich immer da. Ich habe solch einen Gott lange Zeit nicht gehabt und ich weiß nicht, ob ich jetzt einen habe. Wenn ich mir die Schöpfung vorstelle, dann ist sie grün. Wenn ich mir dagegen das Universum vorstelle, dann ist es schwarz.

Ich erinnere mich noch genau an eine Nacht im Winter vor 12 Jahren, als ich mich mit C.G. Jungs kollektivem Unbewussten beschäftigte und daraufhin völlig in ein unendliches Schwarz eintauchte. Dabei habe ich minutenlang unglaubliche Zustände erlebt. Das Universum – sei es begrenzt oder unbegrenzt – macht mir immer wieder Angst. Wer gibt mir Halt in einem unendlich großen und tiefen dunklen Universum? Welcher ist mein Gott?

Wenn ich nachts die Sterne betrachte, dann fühle ich immer wieder eine kosmische Bestimmung jenseits der Alltäglichkeiten. In der Unendlichkeit des Weltalls gibt es dann doch letztendlich einen Sinn. Wenn ich dagegen mit dem Alltag konfrontiert werde, dann fällt es mir oft schwer, diese kosmische Bestimmung zu erleben. Und so habe ich in den letzten beiden Tagen versucht, die „Geborgenheit in einem dunklen Universum“, die mir immer wieder abhanden kommt, bildlich zu erfassen.

Es ist ein atheistisches Bild. Dieses Bild glaubt nicht an Gott. Und doch gibt es etwas, was in der unendlichen Tiefe des dunklen Universums Geborgenheit gibt. Wenn ich mich auch immer wieder im Nichts der Dunkelheit und Stille verliere, so weiß ich doch um das Sein, das dieses Nichts erhellt. Ich habe sehr lange an den verschiedensten Farben und Farbkombinationen gearbeitet, um meine Vorstellung davon bildhaft zu formulieren.  Und jetzt höre ich im Hintergrund Bruckners Siebte unter Celibidache dazu. Geborgenheit in einem dunklen Universum.

Geborgenheit in einem dunklen Universum
Acryl auf Leinwand, 60x80cm, 07.03.2012)

geborgenheit ineinem dunklen universum

Geborgenheit in einem dunklen Universum

Advertisements

4 Antworten to “Geborgenheit in einem dunklen Universum”

  1. Judith-Elis Says:

    Lieber Peter,

    ich probiere mich in Dich hinein zu versetzen und verstehe Dich auch schon ganz gut. Lass mich bitte noch etwas nachdenken, ueberschlafen, gut?
    Aber eins moechtel ich gern Dir sagen:

    Es gibt einen „Guten Vater“ und der wohnt im Himmel!
    ja in Dir selber will Er wohnen! Er Liebt Dich so wie Du bist!
    und wenn Du unzufrieden mit Dir selber bist, bitte Ihn Dir den rechten Weg zu zeigen durch ‚Sein Wort‘ und .

    „……sprich darueber mit den Bruedern,
    wie Er’s meint und wie’s Ihm sinnt!

    So nehmet an die Gnade
    und kehrt euch ganz Ihm zu.
    Seit mannhaft auf dem Pfade,
    der fuehrt zu Fried und Ruh.

    Zieht an das Kleid des Glaubens,
    wandelt nach Seinem Wort!
    ER ist’s, der g’hobnen Hauptes
    verlassen wird den Hort!

    So zuendet an die Fakkeln
    und leuchtet in die Nacht!
    Wenn Mauerwerke wakkeln:
    bleibt standhaft, haltet Wacht!“

    (ein Lied von mir,im Gedenken an Geliebten, Freunde und Soehne der Erde…1985,
    auf die Melodie zu singen:
    „Befiehl du deine Wege…“)

    Liebe Gruesse, eine gute Nacht Dir wuenschend
    von einer neuen “aelteren“ -Dir-Mutter-sein-koennende-
    Freundin, Judith-Elis


  2. in der dunkelheit der finsternis hoffnungslos der ich bin geb ich mich der hoffnung hin: und das in linz im brucknerhaus http://www.youtube.com/watch?v=VfqW5gG5HdA
    was wollte beethoven in seiner dunkelheit ?

    Freiheit oder, wie ihr rechtmäßiger altdeutscher Name ist Freihals – ich liebe ihr aufblitzendes Gesicht: es blitzt aus dem DUNKEL auf und verlischt, aber es hat dein Herz gefeit. Ich bin ihr zugetan, ich bin allzeit bereit um sie mitzukämpfen. … Ich liebe die Freiheit, aber ich glaube nicht an sie. Wie könnte man an sie sie glauben, wenn man ihr Gesicht gesehen hat! Es ist der Blitz der Alldeutigkeit – der Allmöglichkeit. Um sie  kämpfen wir, immer wieder, von jeher, siegreich und vergebens. Buber, M.(1925). Über das Erzieherische in Werk I in Biser, E. (1988). Buber für Christen, eine Herausforderung. Freiburg, S. 139
    und was soll gott sein?

    im Januar 1996 Mozarts „Jeunehomme“-Konzert mit Beethovens 3.Symphonie und am 1., 3. und 4. Juni 1996 finden schließlich Celibidaches letzte Konzerte statt. Auf dem Programm der Münchner Philharmoniker steht die „Rosamunde“-Ouvertüre von Schubert, das Klavierkonzert Nr.20 d-moll (mit Celibidaches Landsmann Dan Grigore) und die 2.Symphonie von Ludwig van Beethoven.


    Er gibt dann noch einen letzten Dirigierkurs an der Schola Cantorum in Paris. Am 14. August stirbt Sergiu Celibidache im Alter von 84 Jahren an seinem Wohnort Neuville-sur-Essonne, etwa 90 km südlich von Paris. Dort wird er am 16. August in dem kleinen Dorffriedhof beerdigt.

  3. Judith-Elis Says:

    Lieber Peter, guten Morgen-
    jetzt noch einmal.., hatte nicht auf absenden gedrueckt…kommentar weg1>

    Also: Suche Gott nicht im Universum, denn Er ist fuer uns Menschen auf die Erde gekommen und hat sich doch in Jesus Christus geoffenbard?!

    ….ist uns bewusst, dass die Erde zu einem grossen Teil aus Pilzspuren besteht?

    …wie koennen wir (besonders fuer Muetter wichtig), unsere Soehne (auch wenn wir keine eigenen haben gebaeren koennen) ins Leben fuehren und begleiten?

    …Was werden sie denken: ueber Deine Bilder, unsere Kommentare? Wollen wir, dass sie uns so sehen in dieser blossen Offenheit? (fuer mich mit ueber 70 auch eine ‚Befreiung‘? ich weiss es selbst noch nicht…)

    …also, das Dunkel wird uns schon noch eine Weile erhalten bleiben….

    … aber auf der Erde gruent es weiter!

    In diesem Sinne, Herzliche Geruesse, Judith-Elis

  4. Magdalena Says:

    Die Welt und das Menschsein ist nicht unsere Heimat, sondern das Metaphysische! 😀


Comments are closed.

%d Bloggern gefällt das: