Das Glück des Pokerspielers

28/Feb/2012

Zum Wochenanfang fand ich heute eine Nachricht von Robert Werthan aus Hamburg vor, in der er mich fragte, ob ich nicht für sein Magazin „Pokerfirma“ einen Artikel über „Glück“ schreiben wolle. Welch ein Glück! Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben sich die Größen des Geistes mit diesem Begriff abgemüht, und jetzt habe endlich ich die Gelegenheit, eines der unglaublichsten Phänomene unserer Welt irgendwie zu erfassen.

Heute war ich den ganzen Tag über glücklich, weil ich wusste, dass ich spätabends noch ein Bild dazu malen und einen Text darüber schreiben würde. Ich war wirklich glücklich darüber, weil ich am Beginn dieses Tages noch so missmutig und sorgenvoll aufgestanden war. Das scheint mir überhaupt die Grundlage des Glücks zu sein, dass uns Menschen unser Leben auf dieser Welt oft völlig nutzlos und ohne Sinn erscheint. Und in diese existentielle Sinnlosigkeit leuchtet dann immer wieder wie ein Blitz aus heiterem Himmel das Glück herein.

Ich kann ja nicht Poker spielen. Ich weiß nur, dass es das risikoreichste und daher gefährlichste aller Kartenspiele ist. Wenn ich mir eine Pokerpartie vorstelle, dann sehe ich…

(Gesamter Text ab April auf „Pokerfirma“ und Peter Wurm Blog)

Das Glück des Pokerspielers
(Acryl auf Leinwand, 60x80cm, 27.02.2012)

das glück des pokerspielers

das glück des pokerspielers

13 Antworten to “Das Glück des Pokerspielers”

  1. Harald Says:

    Neulich gab es im TV eine hervorragende Doku über professionelle Pokerspieler, namens „Von Haien und Fischen“. Mit Glück hat Poker wohl auch zu tun, vor allem beruht es aber wohl auf Wissen, Beobachtungsgabe und schnellen Entscheidungen. Wobei sich anscheinend recht klar definieren lässt, welche Entscheidungen für eine jeweilige Spielsituation richtig oder falsch sind. So meinte jedenfalls (sinngemäß) „Crazy Sheep“, einer der Protagonisten.

  2. Axel-valentin Tigges Says:

    pokern ist ein spiel, was manipulation und täuschen als begleitumstände benötigt, wie trickse ich den gegner durch gekonnte täuschung so aus, damit er alles verliert, also börsenzockerei pur, und letztendlich ein nullsummenspiel von angebot und nachfrage. somit wird hier gezeigt, was wir tun, um uns gegenseitig zu vernichten.

    • Harald Says:

      Kurz nach meinem ersten Kommentar, habe ich noch einmal nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass Poker im Grunde ein Spiel ist, dass gut in unsere Zeit passt.
      Zumindest professionelle Spieler suchen permanent nach Schwächen ihrer Gegner, um sie für sich zu nutzen. Eigene Schwächen versuchen sie mittels Schauspielerei (Pokerface; so tun, als ob man etwas anderes auf der Hand hat als man tatsächlich hat) zu verbergen. Erbarmungsloses Suchen nach dem eigenen Vorteil also, Tarnen, Tricksen, Täuschen, Gefühle sind fehl am Platze. Es wird oft gelogen und es ist jederzeit unklar, ob man den Gegner dem Gegner nun blufft oder wirklich ein gutes Blatt hat.
      Langfristig gewinnt der, der am kühlsten berechnet, am wenigsten emotional ist, am besten schauspielert und die Schwächen der Mitspieler am besten erkennt.


      • solange gewinnt er, bis er merkt dass er dadurch zum Tode erstarrt, und genau das wird heute deutlicher, den masken glaubt keiner mehr, das spiel ist aus, denn welches glück zieht er aus seiner täuschenden maske? Erfolg ist kein Glück, sondern nur die Angst vor dem Mangel, wer in der Fülle lebt, pokert nicht, und genau das ist die Revolution der empathie, die von der fülle lebt, und von den fusseln was dieses gefüge zusammenhält:http://www.youtube.com/watch?v=M9TllJJVtD4


      • Ja, da gewinnt einer. Aber insgesamt verliern alle. Denn ein gemeinsames Leben funktioniert dauerhaft nur im Vertrauen. Liebe statt Angst. Dabei bleiben wir auch gesund. Alles andere ist nur Murks und wird die Menschheit so nicht überleben lassen …


  3. genau, du hast den nagel auf den kopf getroffen, immer wenn einer gewinnt und einer verliert, verliert auch der der meint zu gewinnen, es ist wie in einem streit in der beziehung, habe ich gewonnen, habe ich möglicherweise die beziehung verloren, was für ein gewinn? kann ich den anderen gewinnen lassen, ohne selbst am gewinn zu hängen, haben wir beide mehr nähe gewonnen, doch kann das ein pokerface? Also facebook ist nix für pokerspieler da kennen wir uns schon zu gut, oder auch nicht, doch der trennt geht in richtung offenheit, wer will da verlieren? Ist der ruf erst ruiniert, lebt sich wie diogenes in der tonne, er ruft dem „gewinner“ Alexander zu GEH MIR AUS DER SONNE, das Licht ist da wo herzlich gelacht wird, ob das ein pokerface kann?

  4. Judith-Elis Says:

    …man sagt so schoen: “spielen ist gesund“?
    Als Kind spielt man doch schon um’s Gewinnen? und in zweiter Instanz weiss man erst, dass es um’s Lernen geht!
    Wer gewinnt bekommt eine Belohnung, wer verliert geht leer aus und versucht -wenn nicht zu sehr entmutigt- es beim naechsten Mal besser zu machen.
    Als fast immer(?) gewinnender Elternteil,
    lernt man dann auch bewusst zu verlieren, um dem Kind das Glueck des Gewinnens erfahren zu lassen.
    Was bedeutet also Glueck des Gewinnens?
    Kann das nur(?) auf Kosten der Anderen?
    Oder kann man sich sogar mit den Anderen freuen,
    wenn er/sie bei gelernt hat und es -auch schaffen- kann?


    • Wer das Spielen als Spiel sieht freut sich, wenn der andere gewinnt, denn das macht mich wirklich zum Gewinner, wenn ich ihn austrickse zeige ich ihm wie ich andere manipulieren kann. Ob das die gemeinsame Fülle fördert glaube ich nicht, sondern es fördert den Turbokapitalismus in mir, höher, weiter, besser schneller, das was wir haben, und das ist nun wahrlich kein heilsames Spiel…

  5. Judith-Elis Says:

    …aus heutiger Sicht, ja! Aber ich sprach ueber unsere Kinderjahre -sorry-, da war das so.

    Damals war uns die Fuelle um die es Dir/uns heute geht, lieber Prom., ja gar nicht bewusst!

    Welche Spiele wuerdest Du denn heute empfehlen?
    -Mir wuerde es angst und bange ums Herz, wenn ich heute etwas fuer die Kinder aussuchen muesste…
    -Mord- und Todschlagspiele, einander abknallen usw-.
    ja, es gibt natuerlich auch Gutes, dazu brauchts eben mehr Zeit zum Aussuchen und sich beraten zu lassen. Pokern? kenne ich nicht weiter, Rome’e haben meine Eltern frueher viel gespielt mit Kollegen und ich mit.

    Koenntest Du Dir Spiele der Fuelle vorstellen?
    Sollten wir den Spielemachern mal vorschlagen!
    Was meinst DU?
    Dir/Euch auch eine gute Nacht und liebe Grusse, J-E


    • nun, ich suche in meiner fülle, keine spiele für kinder, sondern zeige ihnen meine fülle, was entwickelt sich aus den spielen, wie herzliches lachen? ich sehe, wie sich die kinder in das immer mehr „kicksytem“ eingefügt haben, so brauchen immer neuen input und das muss aufregender sein, als das was vorher war, und ich sehe das was momo ist, die diese heilung davon verkörpert, es ist einfach verstehen, wie ein vogel der im dornbusch singt, was gibt es zu tun? gott würfelt nicht und wir folgen der richtigen spur in momo wird es in der schildkröte KASIOPEIA gesehen: http://www.youtube.com/watch?v=03wZ8ue12N4

  6. Judith-Elis Says:

    …es ist schwieriger zu verstehen, wenn man nur kurze Zeit das Vergnuegen hatte, das begreife ich nun wieder- also lassen wir dieses Thema doch.
    Uebers Pokern ist meiner mMn. sowieso alles schon gesagt!


    • PO ist der KERN des pudels würde heinz erhardt jetzt sagen: ha ha doch nur wenn er darauf sitzt, kleiner scherzkecks aber auch…


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