Aschenkreuz

23/Feb/2012

Gestern war Aschermittwoch. Vor einem Jahr hat am Aschermittwoch die Neunte Welle des Mayakalenders begonnen und somit mein Tagebuch dazu. Heuer fällt der Aschermittwoch noch in den Februar und ich habe mir kurz überlegt, was dieser Tag für mich bedeutet. Was bedeutet der Beginn der christlichen Fastenzeit für mich?

Erstens ist mir in den Sinn gekommen, dass wir in Europa gerade vor dem wirtschaftlichen Abgrund Griechenlands stehen. Griechenland wird zu Tode gespart, die finanzielle Rettung dient nicht dem Land und seiner Menschen, sondern einzig den internationalen Banken. Die europäischen Gläubigerländer brüsten sich damit, mit den Krediten an Griechenland aufgrund des Zinsaufschlags auch noch Geld zu verdienen. Dieses Finanzsystem offenbart sich in aller möglichen Deutlichkeit als pervers.

Ich selbst erinnere mich daran, dass ich genau vor zehn Jahren die Bühne der traditionellen Aschermittwochrede von Jörg Haider in der Rieder Jahn-Turnhalle gestürmt und somit dafür gesorgt habe, dass dies die letzte Aschermittwochrede Jörg Haiders in Ried war. Wenn mir heute der Aschermittwoch in den Sinn kommt, dann denke ich daran, dass die an diesen Tag anschließende Fastenzeit letztendlich in das Osterfest mündet. Das schmerzhafte Fasten endet in der glorreichen Auferstehung. Niemals wird der existenzielle Optimismus des Christentums offensichtlicher als in jener Zeit, die mit dem heutigen – oder inzwischen gestrigen – Tag beginnt. Wie grausam auch immer der Schmerz des Fastens und des daran anschließenden Kreuzgangs auch sein mag, letztendlich enden wir alle im glorreichen Heil. Wenn auch nur ein Funke dieses Gedankens in diesem Bild sichtbar wird, dann hat es schon einen Sinn gehabt: Aschenkreuz.

Aschenkreuz
(Acryl auf Leinwand, 60x80cm, 22.02.2012)

 

aschenkreuz

Aschenkreuz

2 Antworten to “Aschenkreuz”

  1. Judith-Elis Says:

    wer weiss wo Jesus von der Fastenzeit geredet hat und vom Aschermittwoch?

  2. Judith-Elis Says:

    …ist nicht das ganze irdische Leben ein Fasten, ein Hunger leiden?
    Ja, wir erkennen dies und probieren doch das ganze Jahr hindurch -im Sinne Jesus- es zu verbessern?
    !ch kann nicht sagen: ïch tue es nur fuer ein paar Wochen und dann vergesse ich das alles wieder!?
    Es ist schon goed, dass es durch die Passionszeit eindringlicher gemacht wird!
    Wie koennte man anders
    -das Leiden Christi unsereswegen-
    sichtbar machen, verstehen?


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