Tag 202

26/Sep/2011

Heute machen die Internetportale aller großen deutschen Zeitungen und Magazine mit Angela Merkels gestrigem Auftritt bei „Günther Jauch“ in der ARD auf. Soviel Einigkeit macht stutzig. Zu Beginn der Woche der Abstimmung über den Euro-Rettungsschirm EFSF wird ganz Deutschland gleichgeschaltet. Wann gab es ein solches Vorgehen zuletzt?

Mir wird ein wenig unwohl, wenn ich solch eine Vorgangsweise bemerke. Dennoch wird in Deutschland wenigstens darüber öffentlich diskutiert. In Österreich dagegen ist die Regierung bestrebt, überhaupt keine Diskussion aufkommen zu lassen. So liegt beispielsweise dem Parlament das Dokument über die Aufstockung des österreichischen Beitrags von 13 auf 22 Milliarden Euro gar nicht vor, obwohl das am 30. September beschlossen werden soll, wie die Grünen-Sprecherin Eva Glawischnig im „Standard“ berichtet hat. In Österreichs Politik geht es nämlich nie um Sachliches, sondern nur um Atmosphärisches. So berichtet die Zeitung „Österreich“: „Krisen-Gipfel soll Koalition retten“ und die „Kronen-Zeitung“: „Umfrage-Alarm bei SPÖ und ÖVP: Straches FPÖ steuert in Richtung Nummer 1“. Die dahinterliegenden Ursachen werden stets ausgeklammert.

Wie können wir aus ganzheitlicher Sicht mit solch einem Vorgehen umgehen? Ich selbst neige immer wieder zur Verzweiflung, wenn ich ohnmächtig mitansehe, auf welcher Ebene sich die öffentliche Auseinandersetzung abspielt. Ich bin dann immer wieder froh, wenn ich auf alternativen Kanälen entdecke, wie beispielsweise über die Aktion „Occupy Wall Street“ berichtet wird, die seit mehr als einer Woche in New York läuft. Auch freue ich mich darüber, wenn ich in der „Welt“ lese, dass der Berliner Wirtschaftsjurist Markus Kerber den Präsidenten der EZB, Jean-Claude Trichet beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg wegen des Bruchs der EU-Verträge anklagt. Die Pflänzchen der Zivilgesellschaft blühen verborgen im Untergrund.

Ich bin, wie man an diesem Eintrag auch erkennen kann, zu Beginn der Sechsten Nacht der Neunten Welle eher unausgeglichen. Ich beginne angesichts der derzeitigen Meldungslage am Fortkommen der Neuen Welt zu zweifeln. Öffentlich und privat machen sich immer wieder Widerstände bemerkbar, die mir einen Großteil meiner Kraft rauben. Die Transformation der Neunten Welle ist eben auch durch Krisen gekennzeichnet, die vor niemandem Halt machen. Die Lösung dessen kann wie immer nur darin liegen, sich des Ziels bewusst zu sein und in Geduld zu üben. Ohne Krise wäre kein Neubeginn notwendig. So gesehen ist diese Krise wie immer auch eine Chance.

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13 Antworten to “Tag 202”

  1. Eira Says:

    [Zitat on]

    Ich beginne angesichts der derzeitigen Meldungslage am Fortkommen der Neuen Welt zu zweifeln. Öffentlich und privat machen sich immer wieder Widerstände bemerkbar, die mir einen Großteil meiner Kraft rauben.

    [Zitat off]

    Wer viel liest, wer viel weiß, der kann viel nachdenken und darf auch zweifeln. Es ist der Verstand, das Ego welches kämpft und sich wehrt gegen die Veränderungen …

    Gehen wir jedoch nach Innen und hören auf unser Herz, dann wissen wir, das sich unsere Realität so gestalten wird, wie wir im Inneren fühlen.

    Wie Innen so Außen … der Weg ist klar vorgezeigt => Geh nach Innen und suche nicht im Außen.

    Hier ein sehr schönes aufbauendes Video => Geh deinen Weg => http://www.youtube.com/watch?v=TeBal8V3p4E

    • c.i. Says:

      Genau das wollte ich auch schreiben,
      im innen bleiben 🙂
      Die Ohnmacht geht nur von Verstand aus, das Ego hat auch Ängste,
      ich habe gelernt meins kleiner werden zu lassen, das EGO, und den Rest liebevoll anzunehmen, denn ich bin meinem EGO auch dankbar, dass ich soweit gekommen bin.
      Ich wünsche allen die Kraft und die Ruhe im inneren zu bleiben,
      damit sich die Reise auf dieser Welle gut anfühlt 🙂
      CI

  2. Magdalena Says:

    Vorsicht! Occupy Wall Street ist möglichweise auch manipuliert und gesteuert! Würde mich nicht wundern…

    Aber trotzdem ist es ein Zeichen des Wandels!

  3. Pepperasta Says:

    Fangen wir doch mal an jetzt die Strukturen aufzubauen die wir uns nach der Krise wünschen – viele halten doch nur am Alten fest, weil sie sich das Neue noch nicht vorstellen können. Wir sind wie Wasser – fließend!

  4. Tabitha Says:

    Ja, ich kann dich nur zu gut verstehen, mir geht es im mom auch etwas komisch, aber ich denke das ist nur meine Ungeduld, die sich jetzt noch einmal behaupten will, wie alles das fürchtet seine Macht zu verlieren,
    zumindest will ich es so sehen und red mir das immer wieder ein um an die Veränderung zu glauben und an der Manifestation der neuen Welt weiter dran zu bleiben. Klapp allerdings nicht immer, aber immer besser 🙂

    In Liebe und Geduld
    Tabitha

  5. Andreas Burkhard Says:

    Lieber Peter,
    ich war Dir meine Antwort von Tag 199 noch schuldig. Sie steht jetzt dort drin. Und hab keine Sorge. Die neue Welt ist schon da. Sie ist in Dir und sie ist ewig neu. Höhr in Dich hinein. Krisen und Geduld ist das, was sie Dir näher bringt.

  6. Andreas Burkhard Says:

    Liebe Mayana,
    danke erst mal für Deine Wünsche zum WE. Hat gewirkt.
    Die Antwort auf Deine Frage zu meinem Kommentar zum Tag 199 findset Du dort.
    Bis dann!

    • Mayana Says:

      Lieber Andreas,

      hab Dir ein paar Zeilen zu Deinem Kommentar zum Tag 199 geschrieben.

      Herzliche Grüße
      Christine

  7. p.molinier Says:

    lieber peter es isst auch nicht leicht sich jeden tag so direkt damit zu konfrontieren und hier immer wieder tag taeglich was zu schreiben respekt, den auch dies kostet kraft vielleicht mußt du mal einen tag b pause einlegen. danke für all das was du hier geleistet hast es beflügelt uns immer wieder danke.

  8. kat.Diakon Says:

    Lieber Peter !
    Das du deine Zweifel zugibst ,macht dich sehr sympatisch. Vielleicht und gerade Deshalb weil du ehrlich bist ,sind deine Beitäge so gut und echt.
    Nur Geduld ,der Schein trügt! Ich schicke dir mein Gebet.
    Dein Diakon Gerald !

    • Tabitha Says:

      danke für Peters Gebet, ich bin zwar in keiner Kirche, aber dennoch sehr mit Gott verbunden, ich habe auch für Kraft und Ausgleich gebeten.

      In Liebe Tabitha

  9. karin Says:

    „Die Krise ist die Gebärmutter des Glücks.
    Ergreife dieses Fenster der Gelegenheit und wachse
    in das große, wahre Liebeswesen hinein, das du bist.“

    habe ich bei „Robert Betz “ gelesen und paßt wunderbar zum Thema „Krise“.
    übrigens ich habe solche enorme Schmerzen, dass ich nicht mehr weiß, wie ich mich rühren darf………herzliche Grüße karin


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