Tag 188

12/Sep/2011

Ein ganz normaler Wochenbeginn, ein ganz normaler Montagmorgen: „Drohende Griechenland-Pleite: Angst um Euro-Zone zieht Dax in die Tiefe – Miserable Stimmung an der deutschen Börse: Händler sorgen sich, die Europäer könnten ihre Schuldenkrise nicht in den Griff bekommen. Der Dax verliert zum Handelsauftakt rund drei Prozent – und kommt der 5000-Punkte-Marke bedrohlich nahe. Der Euro verliert massiv an Wert.“ So beschreibt der „Spiegel“ in seiner Spitzenmeldung den Wochenauftakt am Montagvormittag.

Am Wochenende war durch den „Spiegel“ bekannt geworden, dass das deutsche Bundesfinanzministerium bereits mit einer Pleite Griechenlands rechnet: „Der Bundesfinanzminister bereitet sich auf das Schlimmste vor. Nach SPIEGEL-Informationen lässt Wolfgang Schäuble seine Beamten bereits durchrechnen, was eine Pleite Griechenlands zur Folge hätte. Mit zwei Szenarien: Griechenland bleibt Euro-Land – oder es muss zur Drachme zurückkehren.“ Auch Bundeswirtschaftsminister Rösler sprach von einer „geordneten Insolvenz“ Griechenlands, wie die „Financial Times Deutschland“ heute berichtet: „Schuldenkrise in Europa: Rösler spricht offen von Griechen-Pleite – Ein Beitrag des Bundeswirtschaftsministers dürfte an den Kapitalmärkten ebenso für mehr Verunsicherung sorgen wie die jüngsten Hiobsbotschaften aus Athen: Dort steht laut Ministerpräsident Papandreou ein „Titanenkampf“ gegen den Bankrott an.“

Die Neuigkeiten sind nicht auf Deutschland beschränkt. So schreibt ebenfalls die FTD: „Griechen-Krise: Frankreich droht neues Bankenbeben – Wie ein Damokles-Schwert schwebt eine befürchtete Herabstufung durch Moody’s über den Aktienkursen der großen französischen Banken – ein neuerlicher Absturz ist möglich. Dass die europäischen Partner Planspiele zu einer Griechen-Pleite betreiben, gibt den Sorgen neue Aktualität.“

Ich suche nach einer erbaulichen Meldung und finde sie im „Standard“: „Laut Umfrage sechs Monate nach dem Reaktorunfall von Fukushima: Japaner wollen keine neuen Atomkraftwerke.“ In der Schnelllebigkeit der Neunten Welle hätte ich es fast vergessen: Jeder Katastrophe und jeder Krise liegt ein Wandel zugrunde, der nach und nach auch sichtbar wird. Wir befinden uns in einer Zeit der Transformation.

Laut Mayakalender erleben wir gerade ein kosmisches Geburtserlebnis. Wir liegen mitten in den Wehen. Doch der Geburtstermin steht fest: Es ist der 28. Oktober 2011. An diesem Tag werden die Energien des Universums vollkommen sein. Es steht noch nicht fest, wie wir als Menschheit darauf reagieren. Doch ich bin zuversichtlich. Zur Zeit bereiten wir uns alle darauf vor. Die Kraft der Geburtswehen wird ihr Übriges tun. Bald sind wir bereit für „Bolon Yokte Ku“, das Herabsteigen aller Neun Götter aller Neun Wellen in aller Herrlichkeit. Bald ist es soweit.

7 Antworten to “Tag 188”

  1. Cenobite2012 Says:

    noch 38 Tage =)
    Fühle mich jetzt schon bereit aber wer weiss was bis dahin noch so geschieht evt Kracht der Euro ja bis zum 28.10 mich würde es sehr Freuen ^^

  2. Anna Says:

    Ich habe etwas sehr schönes in diesen turbulenten Zeiten gefunden – und ich hoffe, das ist nur der Anfang.

    Lieben Gruß und auch mal ein herzliches Danke Schön.

    Es tut sich was in Island. Die kleine Inselrepublik im Nordatlantik gibt sich eine neue Verfassung, die wirklich den Willen des Volkes ausdrücken soll. Die derzeitige Verfassung basiert in grossen Teilen auf dem Grundgesetz der einstigen Kolonialmacht Dänemark.

    Eingefordert wurde die neue Verfassung von den Protestierenden der «Topf-und-Pfannen-Revolution» [1], die die damalige Regierung in Folge der Finanzkrise 2009 aus dem Amt komplimentierte. Die Proteste kanalisierten die Empörung der Bürgerinnen und Bürger über die Auswirkungen der Finanzkrise und sollten in diesem Frühjahr die Demokratiebewegung in Spanien («¡Democracia Real Ya!») inspirieren.

    Kaum ein Land wurde schwerer von der Finanzkrise getroffen als Island. Vielleicht sind die Lösungsansätze dort auch deshalb kreativer und radikaler als anderswo. Nachdem die Riege der «alten Männer», die für das isländische Finanzdebakel verantwortlich gemacht wurden, aus dem Amt geschasst, mit Jóhanna Sigurðardóttir eine bekennend homsexuelle Frau zur Premierministerin und mit Jón Gnarr ein ehemaliger Punk und Kabarettist zum Bürgermeister von Reykjavík gewählt wurde, kamen Ende vergangenen Jahres fünfundzwanzig per allgemeiner Wahl bestimmte Bürgerinnen und Bürger – darunter kein einziger Berufspolitiker – zu einer als «Verfassungsversammlung» bezeichneten Verfassungswerkstatt [2] zusammen.

    Nach einem umstrittenen Urteil des Obersten Gerichtshofs, der die Wahl aus Formgründen annulierte, wurde das Bürger-Gremium kurzerhand in «Verfassungsrat» umbenannt und direkt durch das isländische Parlament Althing legitimiert. (Wer sich eingehender damit beschäftigen möchte, findet hier [3] Hintergründe sowie eine englische Übersetzung des Urteils.)

    Bei der Erarbeitung der neuen Verfassung war die Mitwirkung der Bevölkerung ausdrücklich erwünscht: Über die Website des Verfassungsrates und über soziale Netzwerke konnten die gut 300.000 Isländerinnen und Isländer ihre Vorschläge einreichen. Am 27. Juli wurde der Verfassungsentwurf dem Althing – dem ältesten noch aktiven Parlament der Welt – eingereicht, das nun noch darüber befinden muss. Ich kann kein isländisch, aber die auf der Website des Verfassungsrates veröffentlichten Auszüge auf Englisch [4] stimmen hoffnungsvoll:

    Die Präambel beginnt mit den Worten: «Wir, die Bewohner Islands, wollen eine gerechte Gesellschaft schaffen, in der alle gleich sind.» Die Verfassung soll mehr Transparenz, Informationsfreiheit und Bürgerbeteiligung gewährleisten. Über Verfassungsänderungen soll etwa künftig per allgemeiner Wahl abgestimmt werden. Ausserdem soll die Verfassung eine stärkere Trennung zwischen Staat und Finanzwirtschaft und den Schutz der Natur rechtlich verankern. So soll das Kapitel «Menschenrechte» künftig in «Menschenrechte und Natur» umbenannt werden. Ein (r)evolutionärer Allmende-Paragraph sieht gar vor, dass alle natürlichen Ressourcen, die sich nicht in Privatbesitz befinden, für alle Zeit im gemeinschaftlichen Besitz der Isländerinnen und Isländer stehen sollen. Fast könnte man glauben, hier werde gerade die Verfassung für einen zukunftsweisenden Allmendestaat geboren. Ob die Verfassung ratifiziert wird und ob sie dann mehr wert ist als das Papier, auf dem sie geschrieben wurde, bleibt abzuwarten.

    Matthias Fersterer am 22.08.2011

    [1] http://www.oya-online.de/article/read/121
    [2] http://www.flickr.com/photos/stjornlagarad/5987521090/lightbox/

    [3] http://stjornarskrarfelagid.is/2011/07/english-translations/

    [4] http://www.stjornlagarad.is/english/

  3. Kerstin Says:

    Systemkrise= auch im Bildungswesen? Was vor Jahren sich leicht zeigte in Mobbingatacken untereinander Schüler gegen Schüler, Lehrer gegen Lehrer eskaliert in unserer Gegend. Jetzt hagelt es Anzeigen und Drohungen jeder gegen jeden die Schulen sind am Ende. Vor ca.1 ,5 Jahren war dies der Grund warum wir für einen Schulwechsel sorgten, bei unserem Kind ( übrigens ein Wassermann, eineige Tage vorher gab es dazu eine gute Info, und ja darin finde ich viele Wesenszüge meines Kindes)
    Es war für uns zu der Zeit damals schon sichtbar wo es hinführt. Doch nun bemerken wir, auch an der neuen Schule …Waldorf… kommen Lehrer, Eltern und Kinder an ihre Grenzen. Was ist hier los?
    Doch auch in anderen Bereichen bei mir beruflich zeigt sich wo es nicht mehr stimmt……
    Doch das lösen,aus all den Abhänigkeiten ist nicht so einfach, hat man doch,wenn man Kinder hat und für gute Bildung sorgen möchte,auch hier finanziell einiges aufzubringen.
    Ich würde mich freuen wenn das Übel Geld verschwindet und sich die Abhänigkeiten in Luft auflösen.. Ich arbeite gern auch schwer und lange wenn nötig, doch wenn am Ende nichts bleibt, vergeht mir die Lust und ich weiß genau es geht auch anders, doch nicht mit diesem System.
    Bitte alles löschen und Neustart.
    …Hört nicht auf zu träumen, fangen wir an aufzuräumen.. baut eine bessere Welt, eine wie sie uns gefällt….

    Ich bin immer noch voller Hoffnung und Zuversicht und habe Vertrauen das sich alles so entwickeln wird .. eine neue Chance für uns, ich denke es lohnt sich durchzuhalten.

    Ja liebe Rosemarie, genau so geht es mir gerade, ich habe ein wenig Angst um mein KInd, er leidet gerade sehr. So ist das mit den Wassermännern.

    Herzliche Grüße Kerstin


  4. Globale Irrenanstalt

    Und Gott der HERR (künstlicher Archetyp Jahwe = Investor) nahm den Menschen (freier Unternehmer) und setzte ihn in den Garten Eden (freie Marktwirtschaft), dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen (Gewinn bringende Unternehmungen) im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen (Zinsgeld-Verleih) sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes (in religiöser Verblendung) sterben.

    (Genesis 2,15-17)

    Die Geisteskrankheit besteht – unabhängig von „Glaube“ (Cargo-Kult) oder „Unglaube“ (Ignoranz) – allgemein darin, das Paradies für einen „Obstgarten“ zu halten und die „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ für einen Apfel. Je höher die „gesellschaftliche Position“ in einer a priori fehlerhaften (kapitalistischen) Makroökonomie, desto geringer ist das Begriffsvermögen des jeweiligen Patienten gegenüber der einzig denkbaren Möglichkeit des zivilisierten Zusammenlebens:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

  5. Magdalena Says:

    @ Cenobite2012

    Es sind noch 46 Tage!

    Heute Abend ab 19:45 Livestream über „Die aktuelle energetische Situation“ 😀

    http://www.livestream.com/satchitananda

  6. Rosmarie Says:

    Liebe Kerstin. Ich habe auch einen sensiblen Wassermann Sohn. Während der Schulzeit hatte er es nicht leicht.“ Er will sich nicht anpassen“, sagten die Lehrer. Wassermann Kinder brauchen viel Freiheit, soviel dass es für unseren Sohn in der Waldorfschule schwierig wurde. Die Lehrer haben ihn nicht verstanden, mich auch nicht. Kämpfende Mütter haben ein schlechtes Image, sie machen sich Illusionen, meinen sie.
    Rückblickend habe ich erkannt dass mich mein Mutterinstinkt immer dann verliess, wenn ich auf gut gemeinte Ratschläge hörte. Niemals dürfen Eltern den Glauben an das eigene Kind aufgeben,niemals, sonst geht Urvertrauen verloren.
    Es stimmt was du sagst. Waldorfschulen kommen an ihre Grenzen. Das hat auch mit den Finanzen zu tun. Die Lehrer müssen Kräfte raubende, vielschichtige, ideelle Bürden auf sich nehmen. Manchmal fehlen kompetente Lehrer, weil die Schule keine Höchstlöhne bezahlen kann.
    Andreas machte uns in der Familie viel Freude. Er war nie eifersüchtig auf eines seiner Geschwister. Beruflich ist er glücklich da wo er ist, vorgesetzter in der 4. von 8 Etagen. Seine Geschwister sagen von ihm“ Er ist der liebenswerteste Mensch der mir bisher begegnet ist.“ Mir ist er ein grossartiger Sohn. Er meldet sich ca einmal pro Monat amTelefon, lädt mich 2 bis 3mal pro Jahr zum Essen oder für einen Ausflug ein. Hört sich mit einem schmunzeln meine neusten Erkenntnisse an. Wassermänner wollen leben und lassen leben. Das können wir von ihnen lernen.
    Habe keine Angst um deinen Sohn. Es wird bald alles anders, auch die Schulen.
    Mir macht die Tatsache Sorgen, dass die Kinder in den Schulen, auf jeder Stufe, zunehmend mehr zu Arbeitssklaven verzogen werden. Hier werden sie gehirngewaschen. Die Eltern müssen mitziehen, weil sie wollen dass ihre Kinder ein gute Ausbildung erhalten. Das ist ein legaler Wunsch. Wenn wir unsere Gesellschaft verändern wollen, müssen wir für unsere Kinder Schulen aufbauen, die Kopf Herz und Hand bilden. Unseren Gesellschaftsstruktur braucht nicht nur ein neues Make up, nein, sie muss von innen neu aufgebaut werden.
    Es gibt viel Arbeit. Beginnen wir heute damit.


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