Tag 175

30/Aug/2011

„Europas Banken stehen vor dem Kollaps!“ lautete gestern die Schlagzeile der Wiener Gratiszeitung „Heute“. Sie bezog sich auf die jüngste Aussage von IWF-Chefin Christine Lagarde, wonach die Kapitaldeckung der europäischen Banken besorgniserregend niedrig sei. Auch dem „Spiegel“ ist dieses Thema heute die Spitzenmeldung wert: „Schuldenkrise in der Euro-Zone: Bankenaufseher bangt um Europas Geldkonzerne – Es ist ein Alarmsignal: Der Chef der europäischen Bankenaufsicht fordert laut ‚Financial Times Deutschland‘ in einem Brandbrief, angeschlagene Kreditinstitute direkt mit Staatshilfen zu stützen. Damit unterstützt er einen Vorstoß von IWF-Chefin Lagarde – Deutschland hält von der Idee nichts.“

Die „Financial Times Deutschland“ schreibt ihre Meldung noch dramatischer: „Brandbrief der EU-Aufseher: Bankenaufseher schlagen Alarm – Erst hackte IWF-Chefin Lagarde auf den europäischen Geldinstituten herum, jetzt auch noch die zuständige Aufsicht: Nach FTD-Informationen trommelt die EBA in einem Brandbrief für schnellere Banken-Kapitalspritzen. Die Forderung ist hochbrisant.“ Die Brisanz dieses Vorschlags liegt darin, dass die privaten Banken mit öffentlichen Geldern gestützt werden sollen. Der europäische Rettungsschirm EFSF war gegründet worden, um mit Steuergeldern hochverschuldete Staaten zu unterstützen. Nun soll er dafür herhalten, private Geldhäuser, die sich mit hochspekulativen Anlagen in Schwierigkeiten gebracht haben, von ihrem Risiko zu befreien. Der Co-Autor von „Das Ende des Geldes“, Otmar Pregetter, kommentiert dieses Ansinnen auf Facebook wie folgt: „heeeiiii …geht`s noch? nun soll also der EFSF (später der ESM) auch noch die banken r e t t e n? – d.h. die banken schütten gewinne an ihre eigentümer aus … und holen sich dann das geld dafür von den eu-steuerzahlern! – natürlich haben (fast) alle den stresstest „bestanden“ – die bank_S_ter…werden zum x-ten mal mit genau dem geld gerettet (d.h. ihre gewinne garantiert), das sich zuvor der fonds von ihnen holte?“

Das System ist am Ende. Jetzt geht es gerade darum, die Verluste zu verteilen. Ich selbst beobachte diese Vorgänge nur noch aus einer distanzierten Position. Dabei helfen mir die aktuellen Entwicklungen in der Schweiz. Der dortige Negativzins beginnt zu wirken. Die FTD titelt dazu: „Erleichterung für Eidgenossen – Franken erleidet Schwächeanfall.“

Es kann schon sein, dass der Zusammenbruch des bisherigen wirtschaftlichen Systems des zinsgetriebenen Wachstumswahns jene Menschen, die immer noch im Materialismus verhaftet sind, hart treffen wird. Für diejenigen aber, die bereits einem ganzheitlichen spirituellen Weg folgen, bedeutet dieser Zusammenbruch nur eine dringend notwendige Transformation. Diese Transformation geschieht längst in großem Ausmaß und bildet die Basis dafür, was uns in der nächsten Zukunft erwartet. „Money is not important for me. I need it. But it’s not important. I’m a Clown.“ sagt Armin Müller-Stahl als Helmut Grokenberger in Jim Jarmuschs Film „Night on Earth“. Das ist ein schöner Gedanke zur Transformation, die gerade im Gange ist. „Money is not important for me.“ Bis wir es dann einmal gar nicht mehr brauchen werden…

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5 Antworten to “Tag 175”


  1. „Der Sparer erzeugt mehr Ware, als er selbst kauft, und der Überschuss wird von den Unternehmern mit dem Geld der Sparkassen gekauft und zu neuen Realkapitalien verarbeitet. Aber die Sparer geben das Geld nicht her ohne Zins, und die Unternehmer können keinen Zins bezahlen, wenn das, was sie bauen, nicht wenigstens den gleichen Zins einbringt, den die Sparer fordern. Wird aber eine Zeitlang an der Vermehrung der Häuser, Werkstätten, Schiffe usw. gearbeitet, so fällt naturgemäß der Zins dieser Dinge. Dann können die Unternehmer den von den Sparern geforderten Zins nicht zahlen. Das Geld bleibt in den Sparkassen liegen, und da gerade mit diesem Geld die Warenüberschüsse der Sparer gekauft werden, so fehlt für diese jetzt der Absatz, und die Preise gehen zurück. Die Krise ist da.“

    Silvio Gesell („Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“, 1916)

    In der kürzesten Form beschrieben ist das die Ursache der Weltwirtschaftskrise. Die einzige Möglichkeit, sie zu beenden, bevor die größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte (globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes), die aktuell an den Börsen beginnt, zuviel Schaden anrichtet, ist die Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft), die als der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation anzusehen ist.

    Für denkende Menschen ist das selbstverständlich. Wer aber bis heute – ob „gläubig“ oder „ungläubig“ – in dem Aberglauben lebt, das Paradies sei ein „Obstgarten“ und die „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ ein Apfel, hat noch einen sehr langen Erkenntnisprozess vor sich, um mit dem Denken – sofern es das zivilisierte Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft – überhaupt anfangen zu können:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/08/die-7-plagen.html

  2. Glühwürmchen Says:

    Mich macht das nur noch wütender, jetzt wo es noch deutlicher benannt wird … wir retten mit unseren Steuergeldern die Bänker. Schade in der Schweiz lebe ich nicht und da ich mein Land und meinen kleinen Ort liebe werde ich auch nciht auswandern.

    An die Erfüllung irgendwelcher Prophezeihungen glaube ich nicht mehr, es gab in diesem Jahr so einige Daten und was war am Ende nur laue Luft und es geht weiter wie gehabt.

    So wird das auch mit dem 2012 Geschichten sein.
    Angstmacherei und Geldschneiderei.

    Den Schweizer wünsche ich Erfolg mit ihrem System der Nagativzinsen, für uns mach ich mir da wenig Hoffnung.

    Wenn es zu einem Chaos kommen würde, sehe ich die Möglichkeit etwas neues entsehen zu lassen, aber auch dies ist nicht der Fall.

    Ich lebe mein Leben mal gut mal schlecht zur Zeit ganz schlecht so ist das eben.

    • Tabitha Says:

      liebes Glühwürmchen, ich kann dich sehr gut verstehen, mir geht es auch immer wiedermal so wie dir, ich kann es auch nicht verstehen, wie man so rotzfrech die menschheit belügen, versklaven, ausbeuten und verhungern lassen kann, (gemeint sind unsere regierungen), und trotzdem sich noch selbst im spiegel ansehen oder seinen kindern gegenüber stehen kann, aber ich denke das genau dieses verhalten, die qualität dieser 5ten. nacht der zerstörung ist, halt durch, bitte gib nicht auf, sie wollen sich nur retten wie die ratten, die das sinkende schiff nicht verlassen wollen bevor sie die vorräte gesichert haben, obwohl sie wissen dass das schiff sinkt, es dauert nur etwas länger als wir uns es wünschen, aber es wird eskalieren, das spüre ich und darauf vertraue ich, so gerne möchte ich dir dieses gefühl in dieses zeilen mitschicken 🙂
      sei mutig und stark, vertrau und sei wachsam, dann bin ich mir sicher wirst du die veränderungen erkennen und auch spüren, in voller liebe Tabitha

  3. Rosmarie Says:

    Liebes Glühwürmchen, bitte lass dein Licht weiterhin leuchten. Leuchte in die Dunkelheit. Selbst wenn dein Licht bescheiden ist, so ist es doch ein Funken Hoffnung in der Nacht. Kein Licht zu klein, den Weg aufzuzeigen, dem Nachtwanderer neben dir. Sei du für die Anderen ein Licht, nimm das Licht der Anderen um zu erkennen dass du nicht allein bist, all eins sind wir, eins im Schöpfer von Allem und Allen. Danke für deine Beiträge in diesem Blog.
    Alles Liebe
    Rosmarie

  4. Glühwürmchen Says:

    Danke für eure lieben Worte, ich habe, wenn auch unter Tränen den Schalter gefunden. Das Licht leuchtet wieder, wenn auch etwas schwach.
    Ich bin zur Zeit etwas frustriert oder fühle mich wie überfahren.
    Das wird schon wieder.
    Meine Wünsche, Hoffnungen und Gedanken sind auf Veränderung und Entsehung einer neuen Welt gerichtet, ich lasse es weiter rauschen bis es sich erfüllt.


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