Tag 165

20/Aug/2011

Gestern lag an der Rezeption im Hotel der aktuelle „Corriere della Sera“ mit der Schlagzeile „La paura globale travolge le Borse – Solo in Europa bruciati 300 miliardi. Milano perde oltre 6%.“ Auch in Italien spricht man also von der „weltweiten Angst“, die hinter den Turbulenzen an den Börsen steht. Die Vertreter der alten materialistischen Weltsicht fürchten um ihre Vorteile. Ich weiss nicht, wie es mir in der derzeitigen Situation ginge, wenn ich nicht den raumzeitlichen Rahmen des Mayakalenders vor Augen hätte. Dieses Wissen erweist sich mit jedem Tag mehr als zutreffend. „In der Tat, sehr erstaunlich diese Maya’s…“ antwortete mein Facebook-Freund Claudio gestern. Günter kommentierte den neuerlichen Börsenabsturz genau zu Beginn der Fünften Nacht mit: „wird mir langsam unheimlich diese genauigkeit.“ Und auch Guido schrieb: „So langsam wird mir der Maya Kalender unheimlich.“

Der Zeitplan des Mayakalenders ist in der Tat von geradezu unheimlicher Präzision. Das ist das, was ihn auch von allen anderen Geschichten des kollektiven Unbewussten unterscheidet. Die Endzeitvorstellungen in der Bibel und im Koran sind aufschlussreich, geben aber keinerlei raumzeitliche Orientierung. Auch die Prophezeiungen der Hopi sind letztendlich nicht genau genug. Einzig der Mayakalender bietet einen präzisen raumzeitlichen Rahmen, innerhalb dessen sich der Wandel vollzieht.

Die heutige Schlagzeile des „Corriere“ lautet übrigens „Borse, Milano soffre di più.“ Gestern hatte sich der Abwärtstrend weiter fortgesetzt. Wien verlor 2,05 Prozent, Frankfurt 2,19 Prozent und New York  1,57 Prozent. Der DAX sank damit auf den tiefsten Stand des Jahres, noch unter die niedrigen Werte der Vorwoche. „Wohin soll das alles noch führen? Weltweit stürzen die Kurse, die Nervosität an den Börsen ist nicht in den Griff zu kriegen.“ fragt die „Süddeutsche Zeitung“ besorgt.

In Israel eskaliert die Lage und auch in Pakistan kam es gestern anscheinend zu einem Anschlag der Taliban, bei dem mehrere Dutzend Menschen getötet wurden, wie ich am gestrigen Vormittag auf ORF-Online gelesen habe. Als ich mich abends genauer darüber informieren wollte, war die Meldung bereits wieder weg. Auch das zeigt, wie schnelllebig die heutige Zeit auch im Hinblick auf Katastrophen geworden ist.

„Libysche Rebellen rücken auf Tripolis vor“ schreibt der „Spiegel“ heute in seiner Top-Schlagzeile. Und der ORF ergänzt „Für Gaddafi wird es immer enger.“ Der „Spiegel“ berichtet weiter: „Monatelang herrschte Patt in Libyen – jetzt melden die Aufständischen wichtige Erfolge: Sie haben offenbar mehrere strategisch bedeutende Orte nahe Tripolis erobert und nehmen die Hauptstadt ins Visier, wo sich Diktator Gaddafi verschanzt haben soll. Tausende Zivilisten wollen fliehen.“

Das scheint mir auch die Qualität der Fünften Nacht der Neunten Welle zu sein. Während die zerstörerische Energie für die Betroffenen teilweise katastrophale Umstände mit sich bringt, so steht sie doch im Großen und Ganzen für einen umfassenden Wandel. Wir können nur hoffen, dass sich dieser Wandel in den nächsten Wochen verstärkt. Dann werden auch alle dazugehörigen Katastrophen ihren Sinn gehabt haben.

Advertisements

2 Antworten to “Tag 165”

  1. molinier Says:

    Nachdem die Zuwächse des Sozialprodukts während der vergangenen dreißig Jahre vornehmlich den oberen Bevölkerungsschichten zugutekamen, stellt sich in der Schuldenkrise die Frage, ob und mit welchen Mitteln die Wohlhabenden versuchen werden, ihre Position auch um den Preis einer massiven sozialen und politischen Krise zu verteidigen. Wir können nicht ausschließen, dass sie die Schrift an der Wand auch weiterhin nicht verstehen wollen.
    http://www.faz.net/artikel/C30351/eine-verteilungsfrage-die-naechste-stufe-der-finanzkrise-30488040.html


Comments are closed.

%d Bloggern gefällt das: