Tag 158

13/Aug/2011

Heute ist Samstag, der 13. August 2011, im Mayakalender Tag 158 der Neunten Welle. Gestern, am Freitag, den 12. August, begann im Tzolkin die Trecena von Akbal. Gestern, 1 Akbal im Tzolkin, war ein historischer Tag. Gestern ist das kapitalistische System zusammengebrochen. Gestern, am 12. August 2011 hat der Kapitalismus seine Kapitulation erklärt.

Beginnen wir damit, dass ich gestern einen Artikel in der „taz“ entdeckt habe, dessen Überschrift Die Dialektik des Kapitals lautet. In diesem Kommentar beschreibt Ulrike Herrmann die derzeitige Situation an den Finanzmärkten. Sie erzählt davon, dass nach dem Downgrade von US-Staatsanleihen durch Standard & Poor’s die Nachfrage nach diesen Wertpapieren nicht gesunken, sondern ganz im Gegenteil gestiegen ist. Die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen sank daher von 2,5 auf 2,3 Prozent.

Wie geht das? Ein Produkt wird definitiv schlechter und dennoch wird es häufiger gekauft? Noch seltsamer ist, dass Investoren bereit sind, Verluste hinzunehmen, um ihr Geld in den USA zu parken. Die Inflation in den USA liegt derzeit bei 3,6 Prozent und damit um 1,3 Prozent höher als die Rendite der Wertpapiere. Jeder Anleger, der diese Woche diese US-Treasuries gekauft hat, verliert damit jeden Tag Geld. Wer Geld scheinbar sicher anlegt, ist bereit, auf einen Teil dieses Geldes zu verzichten.

Menschen verzichten auf einen Teil ihres Geldes, weil sie fürchten müssen, anderswo noch viel mehr zu verlieren. „Die Aktienmärkte oszillieren sich in die Tiefe, und auf den Rohstoffmärkten geht es ebenfalls nach unten, ein Ende ist nicht abzusehen.“ schreibt Ulrike Herrmann. Anscheinend gibt es auf der Welt keine lohnenden Investments mehr. Auch die Flucht in Gold ist trügerisch. Im Kommentar heißt es dazu: „Beim Gold ist momentan besonders eindrucksvoll zu sehen, wie sich eine Blase bildet: Vor einem Jahr kostete die Unze etwa 1.200 Dollar, jetzt sind es rund 1.800 Dollar. Dieser Anstieg wird gern als ‚Wertsteigerung‘ tituliert. Doch tatsächlich handelt es sich um eine versteckte Inflation. Dieser Gedanke mag stolzen Goldbesitzern nicht auf Anhieb einleuchten. Man stelle sich aber die gleiche Entwicklung bei Nahrungsmitteln vor: Wenn ein Brot erst 1,20 Euro pro Kilo kostet und ein Jahr später schon 1,80 Euro verlangt werden, dann würde niemand von Wertsteigerung sprechen – sondern eine Hyperinflation von 50 Prozent erkennen.“

Der Kapitalismus ist gescheitert. Es gibt kein einziges gewinnbringendes Investment mehr. Doch während sich diese Entwicklung der letzten Woche erst nach kurzer Analyse erschließt, ist gestern etwas geschehen, was auf den ersten Blick einleuchtet. Aufgrund der katastrophalen Frankenstärke hat die Schweizerische Nationalbank SNB Maßnahmen gesetzt, um den Höhenflug des Franken gegenüber dem Euro zu stoppen. In der „Neuen Zürcher Zeitung“ lese ich unter dem Titel „SNB-Medizin beginnt zu wirken“ von den diesbezüglichen Schritten. Der Anstieg des Franken gegenüber dem Euro ist gestoppt, zumindest jedoch verlangsamt.

Doch jetzt kommt die Pointe der Geschichte, die für das System eine Bombe ist: Der Zinssatz in der Schweiz ist negativ. „Ein Novum am Geldmarkt“ schreibt die NZZ lapidar dazu. Wer sich heute in der Schweiz 1.000 Franken ausborgt, muss nächsten Sommer nur 999 Franken zurückzahlen.

Wer sich heute in der Schweiz 1.000 Franken ausborgt, muss nächsten Sommer nur 999 Franken zurückzahlen. Dieses Faktum ist ein Wahnsinn. Geld ist nicht nur nichts mehr wert, ich muss sogar noch dafür bezahlen, dass man es mir abnimmt. Seit gestern gibt es keine Bankräuber mehr. Die Gefahr ist hingegen, Geld zu haben.

Es wird ein paar Tage dauern, bis sich dieses Bewusstsein in der Schweiz, in Europa und auf der Welt manifestiert hat. Seit gestern leben wir in der geldlosen Gesellschaft. Das Ende des Geldes ist da. Gestern, am 12. August 2011 ist der Kapitalismus gestorben. Rest in Peace. Willkomen in der neuen Welt!

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5 Antworten to “Tag 158”

  1. ingo Says:

    Ich hab ja den 2.8. schon zum „Ende des kapitalistischen Systems“ erklärt.
    http://www.spontan.de/feige-feiger-usa/
    Aber ich war wohl auch etwas ungeduldiger als du 🙂

  2. Heinz Sauren Says:

    Eine mir bis hierher unbekannte Information, die ich als folgenschwersten Wendepunkt ansehe. Ich bedanke mich für diesen Artikel.

  3. freiheitssymbol Says:

    Ich lese täglich. Vielen Dank für Ihre erweiterte Sichtweise und die Zusammenstellung von Spirituellem und realem Geschehen.


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