Tag 154

09/Aug/2011

Der Dow Jones hat gestern bei minus 5,55 Prozent geschlossen, die Aktien brachen auf breiter Front ein. Von den S&P 500 Werten an der Wall Street war kein einziger im Plus, am schlimmsten erwischte es die Bank of America, die innerhalb dieses einzigen Tages mehr als 20 Prozent abgab. Es war sehr interessant zu beobachten, wie Präsident Obama am Abend europäischer Zeit vor die Presse trat, um zur neuen wirtschaftlichen Situation Stellung zu nehmen. Gerade als er sprach, rutschte der Dow erstmals unter 11.000 Punkte, nach Ende seiner Rede ging es nach einem kurzen Aufschwung weiter bergab. Der „Spiegel“ schreibt heute dazu: „Eine neue Finanzkrise erschüttert Amerika, Asien, Europa, doch Barack Obama fallen nur Floskeln ein.“

Die Politik muss machtlos zuschauen, wie das wirtschaftliche System kollabiert. Weder der US-amerikanische Präsident noch die mächtige Europäische Zentralbank können in dieser Situation etwas ausrichten. Die Auswirkungen der unglaublich massiven Eingriffe der EZB hielten gestern gerade mal zwei Stunden an, dann drehten auch die davon begünstigten Werte in Minus. Und heute geht es weiter. In Asien gingen die Börsen neuerlich auf Talfahrt, in Europa stehen ATX und DAX jetzt am späten Vormittag bereits bei minus 6,69 und minus 6,02 Prozent. Dieser neuerliche gewaltige Verlust ist nach den letzten Tagen fast unglaublich. „Angst vor Rezession – Börsentalfahrt nimmt kein Ende“ schreibt der ORF dazu.

Das Ende des Systems macht sich neben den Finanzmärkten auch auf politischer und sozialer Basis bemerkbar. Die Revolten des arabischen Raumes haben nun endgültig auf Europa übergegriffen. „Massive Unruhen in Großbritannien – Gewalt greift auf weitere Städte über“ schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ heute dazu. „Brennende Häuser, Plünderungen und Drohungen gegen Passanten – die Lage in England eskaliert. In London fand die Polizei einen Mann, der aus mehreren Schusswunden blutete. Inzwischen breiten sich die Unruhen auf andere Städte aus – auch aus Birmingham, Liverpool und Bristol werden Krawalle gemeldet. Sogar Kinder sollen sich an den Ausschreitungen beteiligen. Die Polizei ist mit der Situation völlig überfordert. Premierminister Cameron hat den Nationalen Sicherheitsrat einberufen.“ Und die BBC berichtet: „Rioting has spread across London with cars and buildings set alight on a third night of unrest, with trouble flaring in other English cities.“

Jetzt wird langsam auch der Schwerfälligste bemerken, dass wir uns in einem grundlegenden Wandel befinden. Chaos und Katastrophen beginnen überhand zu nehmen. Scheinbare Sicherheiten brechen der Reihe nach weg. Es geht in diesen schwierigen Zeiten darum, kühlen Kopf zu bewahren und diese Situation möglichst in Gelassenheit und Ruhe zu meistern. Ich halte es für wichtig, sich vom äußeren Chaos nicht anstecken zu lassen. Der Mayakalender kann dafür eine Orientierung bieten. Im nächsten Monat werden sich Chaos und Katastrophen noch verstärken, Ende August wird eine besonders schwierige Zeit. Danach werden wir sehen, wie sich die Menschheit auf die neuen Realitäten einzustellen beginnt.

Wenn wir uns des grundlegenden Wandels bewusst sind, dann fällt es uns leichter, ihn anzunehmen. Wenn wir wissen, wohin die Reise geht, dann ist die Strecke dorthin nicht mehr so beschwerlich. Wir sind mit der Neunten Welle auf dem Weg zur Ganzheitlichkeit eines erleuchteten Bewusstseins. Diese Perspektive macht den Zusammenbruch des Bisherigen leichter erträglich.

Eine Antwort to “Tag 154”

  1. Susi Says:

    Die Gründe für die Unruhen in Großbritannien liegen auf der Hand. Die Schere zwischen Arm und Reich werde immer größer. „Die Menschen fühlen sich schon lange nicht mehr durch die Politiker repräsentiert. Die führen ein elitäres Leben, mauscheln mit den Chefredakteuren. Der ‚News of the World‘-Skandal hat diesen Gedanken noch verstärkt.“ Ich bin mal gespannt, wie die jetzt die Situation lösen.


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