Tag 148

03/Aug/2011

Die Börsen sind gestern weltweit eingebrochen. Der Dow Jones sank den achten Tag in Folge, diesmal um 2,2 Prozent und schloss bei unter 12.000 Punkten. Der wöchentliche Verlust beträgt knapp sieben Prozent. Auch der DAX in Frankfurt schloss gestern auf einem Viermonatstief. „Sorge um USA und Italien beschleunigt Märkte-Talfahrt“ , „Weltkonjunktur versetzt Anleger in Angst – Nach einem tiefschwarzen Tag an der Wall Street knackt der Goldpreis erstmals die 1670-Dollar-Marke. Das US-Schuldenthema ist für die Anleger längst nicht vom Tisch.“ und „Anleger bangen um Südeuropa – Die Schuldenkrise in Europa nimmt wieder ernste Formen an: Die Zinslast für Spanien und Italien wird zunehmend unerträglich. Das macht Investoren und die Euro-Retter nervös – Spaniens Ministerpräsident verschiebt sogar seinen Sommerurlaub.“ schreibt die „Financial Times Deutschland“. Der „Spiegel“ titelt heute: „DAX fällt und fällt – Die Schuldenkrise in Europa und den USA hält die Finanzmärkte in Atem: Der Dax fällt zeitweise unter 6700 Punkte – es droht der sechste Minustag in Folge. Händler fürchten eine Abkühlung der Weltkonjunktur.“ und das „Handelsblatt“ berichtet: „Der Dax fällt immer tiefer. Das weckt Erinnerungen an den Lehman-Crash.“

So ist es also um den Zusammenbruch des kapitalistischen Systems derzeit bestellt. Die Einigung der US-Parlamentarier auf die Erhöhung des Schuldenlimits hat die Finanzmärkte nicht beruhigen können. Zu den miserablen Daten der US-Wirtschaft kommen nun die Sorgen um die südeuropäischen Länder dazu. Die Risikoaufschläge für spanische und italienische Anleihen sind neuerlich gestiegen, die beiden Länder zahlen wieder mehr als sechs Prozent Zinsen, mehr als jemals zuvor seit der Einführung des Euro. Das kapitalistische Kartenhaus des zinsgetriebenen Wachstums ist am Zusammenstürzen.

In Ägypten steht – oder besser: liegt – seit heute Ex-Präsident Hosni Mubarak vor Gericht. Der gesundheitlich schwer angeschlagene Politiker ist gemeinsam mit seinen zwei Söhnen und dem ehemaligen Innenminister wegen Korruption, Amtsmissbrauch und hundertfacher Tötung von Demonstranten angeklagt. Es ist das erste Mal in der Geschichte Ägyptens, dass ein Staatsführer vor Gericht steht und sich zu verantworten hat. Dementsprechend sehen die politischen Beobachter in Kairo den Prozess als historisches Ereignis. Bei einer Verurteilung droht allen Vieren die Todesstrafe.

In Österreich ist inzwischen die Verurteilung des freiheitlichen Politikers Uwe Scheuch Thema Nummer Eins. Der stellvertretende Kärntner Landeshauptmann hatte einem russischen Investor gegen Parteispenden die österreichische Staatsbürgerschaft und öffentliche Förderungen zugesichert. Das Urteil ist mit sechs Monaten unbedingter Haftstrafe vergleichsweise hart ausgefallen, die freiheitlichen Politiker sprechen durch die Bank von übler „Politjustiz“. An Rücktritt denkt der Kärntner Landespolitiker nicht. So sind eben die Verhältnisse in diesem Land.

%d Bloggern gefällt das: