Tag 133

19/Jul/2011

Heute gibt es ein paar Hintergrundberichte zur Finanzkrise. Der österreichische Nationalbank-Gouverneur und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hat in einem CNBC-Interview seinem Präsidenten Jean-Claude Trichet widersprochen und einen teilweisen Zahlungsausfall Griechenlands als nicht so schlimm dargestellt. Wenn Griechenland wegen eines Schuldenerlasses kurzzeitig für zahlungsunfähig erklärt werden sollte, hätte das „keine wirklich schwerwiegenden negativen Folgen.“ Damit bröckelt die letzte Bastion der stabilen Währungshüter, die Europäische Zentralbank, und beginnt ihre eigene harte Position aufzuweichen.

Während in Europa und den USA die Schuldenproblematik überhand nimmt, kommt es in China zum genau gegenteiligen Problem: „China ertrinkt im Geld der Investoren“ schreibt die deutsche „taz“ dazu. „Die europäische Staatsschuldenkrise verschärft Chinas Inflation. Das Land kann sich vor lauter Geld kaum retten. Europas Genesung würde die Probleme der Chinesen mildern.“ Die Inflation ist in China auf ein Rekordniveau gestigen, vor allem die hohen Lebensmittelpreise führen immer wieder zu sozialen Spannungen.

Der Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs wir nun übermorgen, Donnerstag in Brüssel stattfinden und in Großbritannien zieht der Abhör-Skandal um Rupert Murdochs Medienimperium mit Verhaftungen, Rücktritten und Todesfällen jeden Tag immer weitere Kreise.

Zum Abschluss möchte ich noch aus einem Spiegel-Artikel zitieren, den ich heute zum Thema „Wer rettet die Welt vor dem Finanz-Armageddon?“ gefunden habe: „Die Gefahr besteht, dass es zu einer globalen Kernschmelze kommt – dass die Neubewertung der US-amerikanischen und europäischen Staatsanleihen im unfassbaren Umfang von zusammen 20 Billionen Euro rund um den Globus Banken, Versicherungen, Schatten- und Notenbanken in Schieflage bringt. Am Ende einer solchen Entwicklung wären nicht nur Staatsanleihen viel weniger wert, sondern auch viele andere Vermögenswerte. Sicher, so weit sind wir noch nicht. Es ist immer noch möglich, dass sich das Szenario eines finanziellen „Armageddon“ (US-Präsident Barack Obama) durch weitsichtiges Polit-Management vermeiden lässt. Aber wer den Gang der Ereignisse verfolgt, wird nicht umhin können, eine Kernschmelze als folgerichtigen Endpunkt der bisherigen Entwicklung zu sehen.“

Die Neunte Welle lässt grüßen.

2 Antworten to “Tag 133”

  1. johanna Says:

    ich lese hier immer wieder mal mit interesse mit und finde vieles sehr überlegenswert. herzlichen dank dafür.
    wenn sie nur etwas weniger geld-fixiert wären …
    es gibt doch auch noch andere entwicklungen, die eine analyse möglich machen würden.

    beste grüße aus salzburg!


  2. […] Peter Wurm Blog […]


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