Tag 123

09/Jul/2011

Heute Samstag wird der Südsudan unabhängig. Es ist das erste mal in der Geschichte Afrikas, dass ein Staat jenseits der durch den Kolonialismus vorgegebenen Grenzen entsteht. Der neue Staat ist anscheinend schwach, was seine Institutionen und seine Abgrenzung vom Sudan betrifft, scheint aber voll überlebensfähig. Für Afrika gilt dieser Tag daher als historisch.

Der IWF hat die Auszahlung einer Tranche des Hilfspakets für Griechenland im Ausmaß von 3,2 Milliarden Euro freigegeben, die an das Sparpaket geknüpft war. Die neue Chefin des IWF, Christine Lagarde zeigte sich insgesamt zufrieden mit der Entwicklung in Griechenland und forderte vom Land die Errichtung einer Treuhandanstalt zur Durchsetzung der Privatisierungen. Die Krise in Griechenland ist damit zwar aktuell entschärft, aber langfristig noch nicht gelöst, da noch immer nicht klar ist, in welchem Ausmaß sich private Investoren beteiligen sollen. Darüberhinaus ist die Stimmung im Land selbst gemäß verschiedener Medienberichte ausgesprochen schlecht. Viele sehen die aktuelle Lage als hoffnungslos an. Erst in dieser Woche hat Premierminister Papandreou angesichts der Krise vor einer neuerlichen Militärdiktatur in dem heillos zerstrittenen Land gewarnt.

In Deutschland bringt der Panzerdeal mit Saudi-Arabien die Regierung mehr und mehr in Rechtfertigungszwang, in den USA wurde gestern die letzte Space-Shuttle-Mission gestartet und in China erreicht die Inflation ein Rekordniveau. Insgesamt bin ich jedoch überrascht, wie ruhig sich der Vierte Tag der Neunten Welle bisher entwickelt hat. Der Mittelpunkt der Welle plätschert bisher unglaublich gemächlich dahin, von den historischen Ereignissen im bisherigen Verlauf der Welle ist derzeit in Europa nichts zu bemerken. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass die Mainstream-Medien auf Sommerberichterstattung umgeschwenkt haben, vielleicht aber auch damit, dass die Neunte Welle insgesamt harmonisch dem Garten Eden zustrebt. Zur Zeit jedenfalls fühle ich mich persönlich in diesem jetzigen Zustand sehr wohl. Das erleuchtete Bewusstsein, dass im Grunde alles gut ist, macht sich in den letzten Tagen mehr und mehr bemerkbar. Auch wenn ich weiß, dass in der Welt noch Vieles im Argen liegt, bin ich mit diesem Zustand insgesamt sehr zufrieden.

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