Tag 108

24/Jun/2011

Heute ist der letzte Tag der Dritten Nacht der Neunten Welle. Die USA ziehen in den nächsten Monaten ein Drittel ihrer Truppen aus Afghanistan ab, die Industriestaaten zapfen ihre strategischen Erdölreserven an und die EU-Regierungschefs versprechen Griechenland weitere Hilfszahlungen, wenn das geplante Sparpaket beschlossen wird. Der chinesische Künstler Ai Weiwei wurde nach Zahlung einer Kaution aus der Haft entlassen und Osama bin Ladens Kurier hatte angeblich telefonische Kontakte zum pakistanischen Geheimdienst.

In Talkshows, in Zeitungen, im Internet und auf Facebook melden sich immer mehr Kommenatoren zur aktuellen Situation der Weltwirtschaft zu Wort. Der Grundtenor der Meinungen läßt darauf schließen, dass wir uns in einer äußerst risikoreichen Phase befinden. Meine Meinung dazu ist, dass die griechische Schuldenkrise nur die Spitze eines Eisbergs darstellt. Das gesamte System der wachstumsgetriebenen Zinswirtschaft steht vor dem Zusammenbruch. Gestern habe ich im „Handelsblatt“ gelesen, dass im Budget der Bundesrepublik Deutschland die Zinslast bereits der zweitgrößte Etat nach dem des Arbeits- und Sozialministeriums ist, noch vor dem Verteidigungsbudget. Deutschland gibt mehr Geld für Zinsen aus als für fast alle Ministeriumsbereiche und der absolute Betrag dafür steigt von Jahr zu Jahr in enormem Ausmaß.

Im „Handelsblatt“ lese ich heute übrigens folgende Einleitung zu einem Kommentar: „In Europa herrscht Alarmstufe Rot, die Märkte bereiten sich auf das Schlimmste vor. Denn die Politik hat für eine Pleite Griechenlands keinen Plan B.“ Ich kann nur hoffen, dass die wachstumsgetriebene Zinswirtschaft die derzeitige Krise nicht übersteht. Die Alternativen schießen zur Zeit ohnehin in hunderten Vorschlägen aus dem Boden. Jede einzelne scheint mir besser als dieses System, das uns in eine Sackgasse geführt hat. Immer mehr Menschen sehen, dass es so nicht weitergeht. Irgendwann in der nächsten Zeit ist der Endpunkt erreicht. Dann heißt es aussteigen und umkehren.

Morgen beginnt der Vierte Tag der Neunten Welle. Vielleicht bringt er uns bereits die Erlösung von dieser Qual.

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Eine Antwort to “Tag 108”


  1. „Kaum jemand wird einer Gruppierung, die die Welt für eine Scheibe hält, ein brauchbares Programm zur Erkundung des Weltraums zutrauen, und so sollte auch keiner Disziplin, die zeitlich unbegrenztes exponentielles Wachstum für realisierbar hält, eine Steuerung unseres Wirtschaftsgeschehens überlassen werden.
    …Zunächst muss daher allgemein erkannt und anerkannt werden, dass bei den gegenwärtigen Geldordnungen ein grundlegender und gravierender Fehler vorliegt, der die gesamte Gesellschaft destabilisieren wird“: http://www.deweles.de/files/mathematik.pdf

    Dr. Jürgen Kremer, Prof. für Wirtschaftsmathematik

    Es ist irrelevant, was so genannte „Spitzenpolitiker“ (oder irgendwelche „Bilderberger“) beschließen oder nicht beschließen. Weil das Geld selbst seit jeher fehlerhaft ist, gibt es keine wie auch immer geartete Finanz- Wirtschafts- oder Machtpolitik, um den bevorstehenden Zusammenbruch des Zinsgeld-Kreislaufs – und damit unserer gesamten „modernen Zivilisation“ – aufhalten! Seit Herbst 2008 verbleiben genau drei Möglichkeiten:

    Das Ende mit Schrecken (finaler Atomkrieg)
    Der Schrecken ohne Ende (globale Liquiditätsfalle)
    Die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft)

    „Genau drei Möglichkeiten“ heißt: eine vierte gibt es nicht. Über die erste Möglichkeit gibt es nichts zu sagen, die zweite ist das Lieblingsthema aller Crash-Phantasten und die dritte ist wahrscheinlich. Der Crash-Phantast, der „zur Sicherheit“ noch ein paar Goldklötzchen bunkert, weiß nicht, was es bedeutet, wenn in einer globalisierten Zinsgeld-Ökonomie mit über 6.500.000.000 Menschen der Geldkreislauf – und damit die Arbeitsteilung – mitgekoppelt zusammenbricht. Die Heilige Schrift bezeichnet dieses Ereignis als „Armageddon“.

    Für die Beendigung der „Finanzkrise“ und den anschließenden, eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation muss ein elementarer Erkenntnisprozesses durchlaufen werden, dessen am Ende über die Maßen bewusstseinserweiternde, aber anfangs ebenso Angst einflößende Wirkung vorab erahnen kann, wer die phantastischen Bilder kennt, mit denen Stanley Kubrick im Schlusskapitel von „2001“ die Auferstehung des Kulturmenschen dargestellt hat – und bitte bedenken Sie das Vorwort von Arthur C. Clarke:

    „…this is only a work of fiction. The truth, as always, will be far stranger.“

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:
    http://www.deweles.de/willkommen.html


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