Tag 106

22/Jun/2011

Der griechische Ministerpräsident Papandreou hat heute in der Nacht die Vertrauensabstimmung zu seiner Regierung gewonnen. Alle 155 Abgeordneten seiner PASOK stimmten für ihn. Damit ist die Pleite des Landes fürs Erste vertagt. Die Finanzmärkte hatten schon gestern den positiven Ausgang der Vertrauensabstimmung erwartet, während vor dem Parlament Zehntausende gegen die Regierung demonstrierten. Über das neue Sparpaket wird in der nächsten Woche abgestimmt, die Zustimmung des Parlaments scheint ungewiss, aber wahrscheinlich.

Somit scheint alles in bester Ordnung für das System zu sein. Griechenland verhält sich „brav“, genau so, wie es die österreichische Finanzministerin fordert. Die Gefahr ist gebannt und alle Teilnehmer atmen auf. Dass die Tilgung von Schuld durch die Aufnahme neuer Schuld jedoch keine langfristige Lösung ist, scheint vergessen; und das nur, weil eine Regierung mit Parlamentsmehrheit eben diese Parlamentsmehrheit hinter sich hat. Dass eine solche Selbstverständlichkeit zu einem Drama hochstilisiert wird, ist schon Teil dieser Krise.

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt zur gestrigen Abstimmung: „Griechenlands Premier hat sich einer Vertrauensabstimmung gestellt. Die Abstimmung hat er gewonnen. Das Vertrauen noch nicht: nicht das seiner Bürger, nicht das der Europäer. Aus den Ränkespielen der vergangenen Woche ist Premier Giorgos Papandreou nicht gestärkt hervorgegangen, sondern geschwächt. Kein gutes Omen für das, was nun kommt. Die eigentlichen Prüfungen stehen dem Land erst noch bevor. Nächste Woche soll das Parlament über das neue Sparpaket abstimmen, und um die Mehrheit dort wird Papandreou mehr zittern müssen als um die bei der Vertrauensfrage.“

Die Krise geht selbstverständlich über Griechenland hinaus und betrifft natürlich ganz Europa. „Europäische Krise: Chaotische Laiendarsteller spielen griechische Tragödie“ betitelt die „Financial Times Deutschland“ heute einen Kommentar. Im Text heisst es weiter: „Längst ist die griechische Tragödie zu einer europäischen geworden, einem gefährlichen Schmierentheater mit einer Fülle durcheinander plappernder Laiendarsteller, die stümperhaft agieren, oftmals in guter Absicht, was es aber nicht besser macht.“ Die Finanzkrise ist allem Anschein nach zu einer ausgewachsenen Systemkrise geworden, es geht nicht mehr nur um Geld, sondern vielmehr um den Rückhalt des gesamten politischen und wirtschaftlichen Systems.

Ich bin neugierig, was Anfang Juli passieren wird. Am 25. Juni beginnt der Vierte Tag der Neunten Welle des Mayakalenders und bildet damit den Mittelpunkt der gesamten Welle. Der Vierte Tag dauert bis 12. Juli und hat seinen eigenen Mittelpunkt daher am 3. und 4. Juli. Während jetzt in der Dritten Nacht alles noch gemächlich und recht passiv im Sinne der „Annahme“ vor sich hin plätschert, steht der Vierte Tag aktiv unter dem Motto der „Vermehrung“. Da werden sich die Energien intensivieren und die Kraft der Neunten Welle in ihrem Sinne vorantreiben. Vielleicht erleben wir schon dann die ersten Anzeichen des Zusammenbruchs des materiellen Systems. Ich warte gespannt darauf.

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