Tag 101

17/Jun/2011

Wenn man sich die Berichte zur wirtschaftlichen und politischen Lage der Welt, aber insbesondere Europas dieser Tage zu Gemüte führt, dann lässt sich folgender Trend erkennen: Die Gewinner der Krise sind institutionelle Privatanleger, der Verlierer ist die öffentliche Hand. In der letzten Zeit wurden den privaten Geldhäusern die Risiken ihrer renditeträchtigen Investitionen mehr und mehr abgenommen, jetzt trägt das Risiko eines Zusammenbruchs fast ausschließlich die Öffentlichkeit. Ich habe gerade einen Bericht des ARD-Magazins Monitor gesehen, in dem detailliert analysiert wird, wie die Lösungsvorschläge des Investors Deutsche Bank beinahe ohne Änderungen vom deutschen Bundesfinanzministerium übernommen wurden. Die privaten Geldanleger haben durch das Engagement der europäischen Staaten massive Gewinne gemacht, ohne das Risiko dafür übernehmen zu müssen.

Wer jetzt vom drohenden Zusammenbruch noch betroffen ist, ist die europäische Staatengemeinschaft insgesamt. Es geht nicht mehr um den eventuellen Konkurs der Deutschen Bank, sondern um den Konkurs der Bundesrepublik Deutschland. Es gibt Zahlen, die belegen, dass bei einer Stundung der Schulden auf griechische Anleihen die Europäische Zentralbank vor der Pleite steht, weil sie den privaten Geldanlegern ihre Papiere in massivem Ausmaß abgenommen hat. Der kommende Crash betrifft somit nicht mehr einzelne Marktteilnehmer, sondern uns alle.

Diese Entwicklung ist nur konsequent. Während es in der Krise vor drei Jahren darum ging, private Banken zu retten, in dem man die Schulden verstaatlichte, geht es jetzt darum, dass eben diese Staaten, die die Schulden übernommen haben, vor dem Zusammenbruch stehen. Es geht im Rahmen der Neunten Welle nicht mehr um Einzelheiten, sondern um das große Ganze. Und je länger sich das finanzielle Problem hinzieht, desto größer wird es werden. Es ist wie ein Schneeball, der zur Lawine wird. Irgendwann wird das Ausmaß zu groß, um es noch beherrschen zu können. Die Lawine wird wie ein riesiger Tsunami das gesamte System unter sich begraben.

Ich frage mich immer noch, was der finale Auslöser für diesen kommenden Crash sein wird. Inzwischen sind sich alle Marktbeobachter sicher, dass dieser Crash kommen wird, ich selbst bin mir auch gewiss, dass er noch im Sommer stattfinden wird, doch noch ist nicht klar, was der Auslöser dafür sein wird. Ich habe zwei Vermutungen, eine betrifft Europa, die andere die USA: Einerseits könnte ein griechischer Schuldenerlass das europäische Finanzsystem zum Einsturz bringen, andererseits könnte die Zahlungsunfähigkeit der USA ab 2. August den weltweiten Zusammenbruch herbeiführen. Auf jeden Fall tippe ich auf die Fünfte Nacht der Neunten Welle Ende August als Zeitpunkt für den finalen Zusammenbruch. Ich warte gespannt, welcher Schifahrer die bereits bestehende Lawine unter uns loslösen wird.

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Eine Antwort to “Tag 101”

  1. Kaffefleck Says:

    … bin auch gespannt 🙂


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