Tag 98

14/Jun/2011

Heute wurde das Rating für Griechenland von der Agentur Standard & Poor’s um drei Stufen auf CCC gesenkt. Das bedeutet, dass Griechenland das zur Zeit am schlechtesten bewertete Land auf der Welt ist. Die Chance, dass Griechenland sich aus dieser Krise irgendwie erholt, ist damit gleich Null.

Wie soll diese Geschichte weitergehen? Griechenland ist unfähig, seine Schulden zu zahlen, ist unfähig, neues Geld auf den Kapitalmärkten aufzunehmen und ist unfähig, das von EU und IWF geforderte Sparprogramm umzusetzen. Jeder Mensch sieht, dass diese Situation unausweichlich zum Kollaps führt und doch setzt die offizielle Politik auf Beruhigung. Ich bin neugierig, wie lange sich dieses qualvolle Szenario noch ausdehnen lässt. Irgendwann ist der Bogen überspannt und reisst.

Die Krise wäre erträglich, wenn sie sich auf Griechenland beschränken würde. Doch davon kann keine Rede sein. Die Haushaltslage ist in jedem Land der EU massiv angespannt, in manchen Ländern sogar präkär. Und die Schuldenkrise ist nicht auf Europa beschränkt, selbst die USA als wirtschaftlich stärkstes Land der Welt stehen vor dem Kollaps. Wie Franz Hörmann am Rande unserer Podiumsdiskussion zum „Mayakalender und dem Ende des Geldes“ vor einigen Wochen gemeint hat, geht es nicht mehr um einen Staatsbankrott eines einzelnen Landes, sondern um den Bankrott des gesamten Finanzsystems. Wenn der erste Stein fällt, dann werden mit Sicherheit alle anderen mitgerissen. Es gibt kein Land, das sich diesem Mechanismus entziehen wird können. Nicht einmal China als größter Gläubiger der Welt hat meiner Ansicht nach eine Chance, dem Fall zu widerstehen, es steckt selbst schon jetzt in gröberen Schwierigkeiten. Die hohe Inflation mit insbesondere massiv gestiegenen Lebensmittelpreisen führt in letzter Zeit immer wieder zu größeren Protesten. Gerade heute wird berichtet, dass die Konflikte zu eskalieren drohen.

So führt die neunte Welle des Mayakalenders schleichend zu einer Umwälzung des gesamten Weltwirtschaftssystems. Die Basis wurde bereits massiv verändert, jetzt ist die Frage, wann die Veränderung die Spitze erreicht. Sobald der Druck groß genug ist, wird die Spitze bröckeln und fallen. Die vorgestrige Volksabstimmung in Italien ist ein schönes Beispiel dafür. 95 Prozent der Befragten stimmten gegen die Einführung der Atomkraft, jetzt muss sich auch die Spitze um Premierminister Berlusconi danach richten. Die neunte Welle hat die Basis erreicht, jetzt kommt es nur noch darauf an, wann die Spitze fällt.

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