Tag 60

07/Mai/2011

Die zweite Nacht der neunten Welle beginnt sich nun langsam auch wirtschaftlich bemerkbar zu machen. Das Problem Griechenland wird immer größer und die Rohstoffmärkte spielen verrückt. Der „Spiegel“ brachte gestern einen Bericht über Pläne der griechischen Regierung zum Austritt aus der Währungsunion. Bei solch einer Alternative, die den Austritt aus der EU bedeuten und durch die Abwertung der neuen griechischen Währung um voraussichtlich 50 Prozent die griechischen Schulden mit einem mal auf 200 Prozent anheben würde, wäre eine Umschuldung, die bisher von allen gefürchtet wurde, noch das geringere Problem. Seit gestern steht es damit fest, dass Griechenland trotz aller Hilfen pleite ist. Seine Schulden werden sicher nicht mehr zur Gänze zurückgezahlt. Der „Spiegel“ berichtet von einem geheimen Treffen der EU-Finanzminister am gestrigen Freitag in Luxemburg. Es ist Feuer am Dach.

Vielleicht noch gravierender ist die Entwicklung an den Rohstoffmärkten. Sie sind am Ende der Woche de facto weltweit eingebrochen. Die dahinterliegenden Gründe der Sorge betreffen nicht nur Europa alleine, sondern die gesamte Weltwirtschaft. Die Märkte haben massive Angst vor der zukünftigen Entwicklung. Wenn ich die Meldungen in den Medien der Welt betrachte, beginnen sie mich an das Lehmann-Debakel vor drei Jahren zu erinnern, das zum Höhepunkt der Finanzkrise geführt hat.

Die zweite Nacht hat mich nun auch persönlich getroffen. Seit gestern weiß ich, dass ich als Behindertenbetreuer gekündigt werde. Das Land Niederösterreich als Geldgeber hat bei einer Kontrolle beanstandet, dass wir zu wenige Mitarbeiter mit formaler Ausbildung haben. Daher muss einer gegen einen neuen Mitarbeiter mit Ausbildung ausgetauscht werden. Und da ich als letzter eingestellt wurde, trifft es eben mich. Mir tut es leid, aber ich halte die Lösung grundsätzlich für fair. Und wie meine Liebste gestern gemeint hat: „Wenn irgendwo eine Türe zugeht, geht woanders eine andere auf.“ Mein Problem ist daher nicht die Arbeitslosigkeit, sondern einzig mein finanzielles Überleben bis zum kommenden Ende des Geldes. Ich sollte es machen wie Griechenland und aus dem monetären System austreten. Ich hoffe daher, dass meine Überzeugung Realität wird, und wir bis Ende August das Ende aller finanziellen Probleme erleben werden.

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Eine Antwort to “Tag 60”

  1. karen Says:

    … oh dafür bin ich auch 🙂


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