Tag 57

04/Mai/2011

Als ich vorgestern die ersten Berichte über den Tod Osama bin Ladens verfolgte, das stach mir ein Satz in der New York Times in die Augen: „As crowds gathered outside the White House, there was little question that Mr. Obama’s presidency had forever been changed.“ Das in diesem Satz beschriebene Phänomen zieht sich nun seit damals durch die Berichterstattung der Medien. Die Bevölkerung der USA – zumindest die sichtbaren Teile davon – feiert den Mord an bin Laden wie einen Sieg in einem Football-Game. Der Rest der Welt ist langsam, aber sicher überrascht über solch einen Enthusiasmus. In die europäischen Kommentare mischt sich mehr und mehr Skepsis über das Vorgehen der USA.

Seit gestern ist bekannt, dass Osama bin Laden bei der Erstürmung seines Hauses durch Spezialeinheiten der US-Navy unbewaffnet war. Dennoch starb er durch einen Kopfschuss. Wie kann das geschehen? Es geschah deswegen, weil Präsident Barack Obama den ausdrücklichen Auftrag gab, ihn bei diesem Einsatz zu töten. Die „Operation Geronimo“ war nicht dazu gedacht, bin Laden festzunehmen, sondern, ihn zu liquidieren. Die Aktion der Erstürmung des Hauses endete mit der finalen Meldung: „Geronimo EKIA“ – enemy killed in action.

Jetzt werden mehr und mehr Stimmen laut, die sich fragen, ob ein demokratischer Rechtsstaat zu diesem Vorgehen berechtigt ist. Warum wurde Osama bin Laden nicht festgenommen, wenn er unbewaffnet war? Diese Alternative war anscheinend nicht geplant. Und wie im oben erwähnten Satz der New York Times angedeutet, war die Aktion ganz bewusst so gedacht, wie sie ausgeführt wurde. Osama bin Ladens Hinrichtung nützt Barack Obama. Wie alle Medien weltweit einhellig berichten, steht Barack Obama nun auf dem Höhepunkt seiner Präsidentschaft. Seine Beliebtheitswerte nach dieser Aktion sind hoch wie nie zuvor. Das tief gespaltene Volk steht geeint hinter seinem Commander-in-Chief.

Für uns Europäer mag diese Cowboy-Mentalität seltsam erscheinen. Für die Bürger der USA ist sie selbstverständlich. Während man Europa sein oftmaliges Zaudern vorwirft, kritisiert man die USA für ihre finale Entschlossenheit. High Noon in Pakistan. Geronimo EKIA. Osama bin Laden ist weg. Die offenen Fragen bleiben.

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3 Antworten to “Tag 57”

  1. Patricia Says:

    „Die Cowboy-Mentalität ist für die Bürger der USA selbstverständlich“? Woher willst du das wissen? Einige haben auf der Straße gefeiert. Der Großteil der Amerikaner war nicht auf der Straße. Woher willst du wissen, was sie denken? ES gibt auch Deutsche die einen Waffenschrank zuhause haben. Folgerst du daraus dass alle Deutschen Waffennarren sind?

  2. Harald Lang Says:

    Wäre durch eine Verhaftung von Osama bin Laden nicht die Gefahr entstanden, dass das Terrornetzwerk von Al Kaida versucht, seinen Boss freizupresen?

  3. sohailah Says:

    Also wie kann jemand nur so naiv sein und einfach mal „glauben“ oder annehmen, die sei auch noch wahr !! Wieso wird er einfach verschwinden lassen – dieser Leichnam !!?
    Weil Osama Bin Laden schon am 16. Dezember 2001 noch lange dokumentierter Krankheit starb !!!!!!!!
    http://ralfkeser.wordpress.com/2011/05/02/osama-bin-laden-der-mann-der-zweimal-starb/
    http://www.foxnews.com/story/0,2933,41576,00.html
    Nun stellt sich die Frage was an diesen zukünftigen Datum passiert !!!
    http://www.politaia.org/terror/was-passiert-am-26-06-2011-das-megaritual-2011-video/


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