Tag 39

16/Apr/2011

Gestern haben wir noch die Podiumsdiskussion im Rahmen der Wirtschaftsuniversität fixiert:

Dr. Carl Calleman, Autor von „Der Mayakalender und die Transformation des Bewusstseins“ spricht am Montag, den 2. Mai 2011 um 19:00 Uhr im Mediaverband (Gierstergasse 11, A-1120 Wien) mit Univ.Prof.Dr. Franz Hörmann, Autor von „Das Ende des Geldes“ über „Der Mayakalender und das Ende des Geldes“. Die Diskussion wird online übertragen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Ich finde es unglaublich spannend, dass diese beiden Wissenschafter aus gänzlich unterschiedlichen Forschungsrichtungen kommend die gleiche Schlussfolgerung ziehen: Das Ende des Kapitalismus ist nahe. Zu diesem Thema passt ganz gut, dass gestern die neuesten Inflationszahlen für Österreich herausgekommen sind. Das Preisniveau ist in Österreich im März um 3, 1 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Oktober 2008. Wenn man den Miniwarenkorb hernimmt, der das wöchentliche Einkaufsverhalten in Österreich zur Grundlage nimmt, beträgt die Geldentwertung sogar 7,4 Prozent.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Mai – innerhalb der zweiten Nacht des Mayakalenders – zu einer massiven Krise des kapitalistischen Systems kommt. Der endgültige Zusammenbruch erfolgt dann in der fünften Nacht zwischen 18. August und 4. September. Mir ist das seit einiger Zeit so sonnenklar, dass ich ganz verwundert darüber bin, dass man das auch nicht so sehen kann. Es gibt Menschen, die agieren weiter so wie bisher und machen keinerlei Anstalten, auch nur irgendwie die Konsequenzen zu bedenken. Daher freut es mich besonders, dass sich Calleman und Hörmann in ihren Schlussfolgerungen einig sind: Der Zusammenbruch kommt noch heuer. Und dann werden wieder alle vollkommen überrascht sein und in Panik geraten.

Ich frag mich ja nur, was sich Barack Obama oder Angela Merkel im Stillen dazu denken. Die müssen doch wissen, dass die Schuldenkrise in Kürze ausbricht. Wie bereitet man ein Land auf den Zusammenbruch vor? Diese Frage stelle ich mir unentwegt, wenn ich Stellungnahmen von Obama oder Merkel in letzter Zeit lese oder sehe. Obamas Ankündigung, die Staatsschulden innerhalb der nächsten 12 Jahre zu reduzieren, ist so ein Beispiel. Damit signalisiert er Weitblick in eine Zukunft nach der Krise. Darin fühlen Menschen sich geborgen. Ich frage mich auch, worüber sich der Republikanische Kongressführer John Boehner und Barack Obama unterhalten, wenn sie bei ihren Budgetverhandlungen zusammensitzen. Worüber reden die und was wissen die wirklich?

Ich erinnere mich diesbezüglich gerne an die deutsche Wiedervereinigung vor gut zwanzig Jahren. Da sind die Politiker, mit Helmut Kohl an der Spitze ganz offensichtlich den geschichtlichen Entwicklungen hinterhergerannt. Kohl hat Pläne verkündet, die schon in der nächsten Woche Makulatur waren, so schnell haben sich die Ereignisse vorwärtsentwickelt. So wird es auch diesmal sein, nur geht es nicht um die Geschichte eines einzigen Landes, sondern um das Schicksal der ganzen Welt.

Ich bin zuversichtlich. Die neunte Welle des Mayakalenders wird uns zu einem erleuchteten Zustand führen. Der Weg dahin wird jedoch chaotisch. Und so sammle ich Tag für Tag kleine Puzzlestücke für dieses Szenario. Gestern habe ich beispielsweise im Deutschlandfunk entdeckt, dass sich die griecheischen Bürger in Massen weigern, die Autobahngebühr zu bezahlen. Da stehen dann ein paar Freiwillige an den Mautstationen, halten die Schranken in die Höhe und alle fahren durch. Der nächste Schritt wird sein, die Gebühren für Krankenhäuser, Kindergärten und andere öffentliche Einrichtungen nicht mehr zu bezahlen.

Griechenland macht vor, was überall sonst noch kommen wird. Der Staatsbankrott ist auf globaler Ebene nicht mehr zu verhindern. Und die Griechen gehen in Europa voran. Wie schon vor 2.500 Jahren bei Einführung der Demokratie, so kommt auch diesmal der zündende Funke des anschließenden Großbrands aus diesem Land. Ich kann hier nur schreiben und weiter beobachten. Aber ich freu‘ mich darauf. Wie ein kleines Kind.

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2 Antworten to “Tag 39”

  1. chr Says:

    sawat-dee!
    nachdem ich erst kürzlich auf dein mayatagebuch hingewiesen wurde, habe ich natürlich gleich die 9. Welle von vorne, und mit grossem Vergnügen, nachgeholt. Bravo! Da ich im Grunde schon seit zweieinhalb Jahren mehr oder weniger täglich auf den Zusammenbruch des Geldsystems warte, und mich dementsprechend auch täglich wundere, wie lange dieses Pyramidenspiel noch anhält – bin ich nun äusserst dankbar, dass ich nun kraft Maya, Calleman & Wurm endlich einen Kalenderbehelf zur Verfügung habe 😉

    Unter dieser Hypothese könnte ich mich ja jetzt zumindest bis zu Deinem Geburtstag noch einmal richtig zurücklehnen! Und wenn wir dann am Ende das kosmische Allbewusstsein erlangt haben, klingt das ja auch ganz o.k. – entweder haben wir dann alle unsere sterblichen Hüllen abgeschüttelt, oder sind sonst irgendwie aufgewacht. Fair enough … something HAD to happen!

    Das blöde ist nur, dass wenn unser Geldsystem einmal kollabiert ist, wie immer dramatisch und chaotisch das sein mag, werden wir erkennen, dass das ja erst der Anfang vom Ende war. Und vielleicht überhaupt nur ein Scheingefecht. Oder ein bunt glitzernder Schleier, unter dem unsere sterbende Zivilisation liegt.

    Was Herr Obama und Frau Merkel sich am stillen Örtchen denken, ist meiner Meinung nach genauso irrelevant, als wenn ein Herr Professor und seine Freunde ein neues, noch abstrakteres, gut gemeintes (?) Spielgeld mit neuen Regeln aus dem Hut zaubern.

    Die vormals abendländische, mittlerweile globale industrielle Zivilisation wird verschwinden. So wie sich der Regenwald die Halbinsel Yucatan zurückerobert hat, werden auch aus dem Dach des weissen Hauses dereinst Bäume wachsen.

    Und nein, ich spreche nicht von 2012 … so schnell wachsen die Bäume auch wieder nicht – da glaube ich eher an einen „long descent“ … bei vielen zivilisationen unserer erdgeschichte hat das irgendwo zwischen 100 und 300 jahre gebraucht.

    Trouble is … when did it start? Irgendwo zwischen Mozart und Wagner? Ich glaube Wagner war möglicherweise schon eine erste Zerfallserscheinung des Abendlandes … ganz bestimmt das komplette 20. Jahrhundert … ein letztes manisches, ölbefeuertes Strohfeuer auf dem Weg in die Vergessenheit. Laut Eurem Kalender sind wir der letzten Welle?

    Definitely 😉


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