Tag 31

08/Apr/2011

Wenn am nächsten Sonntag Wahlen wären, dann wäre in Österreich erstmals die FPÖ die stärkste Partei. Laut einer neuen Umfrage des Privatsenders ATV kommt die FPÖ auf 29 Prozent, die SPÖ auf 26, die ÖVP auf 25, die Grünen auf 16 und das BZÖ auf 4 Prozent. In Deutschland dagegen sind die Grünen auf dem Weg zur stärksten Kraft. Sie liegen in einer aktuellen FORSA-Umfrage mit 28 Prozent nur zwei hinter der CDU/CSU, aber bereits fünf vor der SPD. Grün-Rot hätte mit 51 Prozent eine Mehrheit, während Schwarz-Gelb nur noch ein Drittel der Bürger wählen würden. Die FDP wäre mit 3 Prozent gar nicht mehr im Parlament vertreten.

So unterschiedlich die beiden Länderergebnisse auch sind, so ähnlich ist die Motivation dahinter. In Deutschland profitieren die Grünen am meisten vom Protest gegen die Mitte-Rechts Regierung, während in Österreich die rechtsgerichteten Freiheitlichen die Proteststimmen gegen die Große Koalition abräumen. Auch in Deutschland hatte bei der letzten Bundestagswahl die FDP am meisten vom Protest gegen die regierende Große Koalition profitiert.

Der grundlegende Unterschied der beiden deutschsprachigen Ländern liegt im Umgang mit dem Nationalsozialismus. Während in Deutschland die Schuldfrage in einer generellen Übernahme von Verantwortung für das NS-Regime beantwortet wurde, konnte man sich in Österreich aus genau dieser Verantwortung stehlen, indem man sich die längste Zeit als Opfer Hitlers darstellte. Diese Opferhaltung ist bis heute in Österreich vorherrschend und führt zu tiefen irrationalen Ressentiments in jeglicher Frage, vor allem in bezug auf „das Ausland.“ So scharen sich die österreichischen Wähler in Massen hinter denjenigen Politikern, die ihre Opferhaltung am besten vertreten. Eine halbwegs aufgeklärte Truppe wie die Grünen hat in Österreich daher wenig Chancen, verdankt aber ihren Wähleranteil ebenfalls tiefsitzenden Ressentiments, vor allem gegen „Rechts“.

Die Aufklärung ist meiner Ansicht nach bis heute in Österreich – ganz im Gegensatz zu Deutschland – nicht angekommen. Das entspricht auch der Analyse des Mayakalenders durch Carl Calleman, der die Grenze zwischen östlicher und westlicher Hemisphäre am 12. Längengrad Ost festsetzt. Während Deutschland als vorwiegend westliches Land vor allem rational und analytisch geprägt ist, herrscht in Österreich als vorwiegend östlichem Land vor allem Irrationalität und Intuition. Ich erhoffe mir, dass die neunte Stufe des Mayakalenders diesen Zustand ändern und die diesbezüglichen Gegensätze vereinen kann, vor allem durch die weite Verbreitung der neuen Medien. Der Rücktritt des Europaabgeordneten Ernst Strasser war ein erstes Zeichen in diese Richtung. Ich wünsche mir, dass es in der Aufklärung der politischen Zustände in diesem Land noch weitere Enthüllungen dieser Art geben wird. Wir werden sehen, wen es als nächsten trifft.

In Japan hat gestern ein neuerliches Beben stattgefunden, der chinesische Künstler Ai Weiwei wurde vor wenigen Tagen verhaftet und der Streit um die zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten steht vor einer Lösung. Die EU-Finanzminister tagen im ungarischen Gödölö und verlangen von Portugal ein noch härteres Sparprogramm, die Gold- und Silberpreise befinden sich auf einem Rekordniveau und die USA stehen aufgrund der fehlenden Budgeteinigung vor einem Regierungsstillstand. Laut Präsident Obama droht deswegen eine Rezession.

Business as usual in der universalen Unterwelt.

Eine Antwort to “Tag 31”

  1. Poloshirt Says:

    Die FDP wäre mit 3 Prozent gar nicht mehr im Parlament vertreten.


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