Tag 27

04/Apr/2011

Die letzte Stufe des Mayakalenders hat in Deutschland ihr erstes bundespolitisches Opfer gefordert. Guido Westerwelle tritt nicht mehr zur Wahl als FDP-Vorsitzender an. Als aussichtsreichster Nachfolger gilt jetzt der in Vietnam geborene Gesundheitsminister Philipp Rösler. Westerwelle zieht damit die Konsequenzen aus dem verheerenden Abschneiden seiner Partei bei den letzten Landtagswahlen. Gerade auch in der Energiediskussion war nicht mehr klar gewesen, wofür die FDP steht. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hatte sogar in einem vertraulichen Gespräch zugegeben, dass der geplante Atomausstieg der Bundesregierung nur als Wahlkampftaktik zu verstehen sei. Jetzt ist eine junge Generation an der Reihe, dieses Desaster zu beenden.

In Fukushima strömt verstrahltes Kühlwasser in Massen ins Meer. Die Betreiberfirma TEPCO scheint nicht in der Lage, das Problem zu lösen. Die Umgebung des Kraftwerks bleibt auf Jahrtausende radioaktiv verseucht und unbewohnbar. Jetzt beginnen auch in Japan mit seinen 52 Atomkraftwerken die Forderungen nach einem Ausstieg.

Wenn ich mir die Hiobsbotschaften der letzten Wochen vergegenwärtige, frage ich mich manchmal, wie wir als Menschheit die Herausforderungen der Zukunft meistern sollen. Zu massiv sind die Katastrophen, die Tag für Tag über uns hereinbrechen. Gestern beispielsweise wurden bei einem Selbstmordanschlag in Pakistan 40 Menschen getötet, beim Überfall auf ein UN-Büro in Afghanistan vorgstern 7 UNO-Mitarbeiter. Über den Konflikt in Palästina wird überhaupt nicht mehr berichtet.

Dennoch bin ich mir gewiss, dass wir uns auf dem Weg zur Erleuchtung befinden. So schlimm die Katastrophen auch sein mögen, sie sind nur ein Symptom auf dem Übergang in eine neue Welt. Immer wieder kommt mir meine Lieblingsstelle aus dem Matthäusevangelium in den Sinn und dann denke ich mir, wie weit wir schon gekommen sind auf diesem Weg:

Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung?  Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?  Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget?

Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist wie derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet.

Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.  Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.

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