Tag 20

28/Mrz/2011

Am gestrigen Sonntag haben in Deutschland zwei Landtagswahlen stattgefunden, die noch am Abend von den Kommentatoren als „historisch“ und „sensationell“ bewertet wurden. In Baden-Württemberg, dem Stammland der CDU, muss die Partei erstmals seit 58 Jahren das Amt des Ministerpräsidenten abgeben. Zum ersten mal wird in Deutschland ein Grüner Ministerpräsident, da die Grünen ihr Ergebnis verdoppeln konnten und nun vor der SPD liegen. In Rheinland-Pfalz, wo die regierende SPD knapp zehn Prozentpunkte verlor, konnten die Grünen ihr Ergebnis – von niedrigem Niveau aus – sogar verdreifachen und ziehen nun ebenfalls in die Regierung ein.

Sensationell fand ich neben dem hervorragenden Abschneiden der Grünen und dem Machtwechsel in Baden-Württemberg vor allem, dass sich alle – Sieger wie Verlierer – einig waren, dass es sich dabei um eine Abstimmung über die Energiewende gehandelt hat. Die Atomkraft in Deutschland ist nicht länger mehrheitsfähig, der massive Umstieg zu erneuerbarer Energieproduktion wird kommen. Das war das eindeutige Votum des gestrigen Tages.

Wenn nun im größten Land Europas die Stimmung so klar in Richtung Nachhaltigkeit geht, dann halte ich das für ein großartiges Zeichen auf dem Weg zum erleuchteten Allbewusstsein, das uns der Mayaklander für die neunte Unterwelt verspricht. Das gestrige Ergebnis ist ein Meilenstein bei der Überwindung des bisher herrschenden materiellen Machtstrebens einiger Weniger hin zu einem konsensorientierten Weg der Ganzheitlichkeit, der von der Basis ausgeht.

Der abgewählte Ministerpräsident Stefan Mappus sprach in einer ersten Reaktion auf das Wahlergebnis von einem „schlechten Tag für Baden-Württemberg“. Das ist genau die Denkweise, die die Eigeninteressen mit den Gesamtinteressen verwechselt. Ähnlich würde wahrscheinlich Muammar al-Gaddafi argumentieren, wenn er gestürzt würde. Gerade dieses Herrschaftsdenken der Wenigen gehört in einer Zeit wie unserer auf den Misthaufen der Geschichte. Gott sei Dank geschieht dieser Prozess der Überwindung der Eigeninteressen in Europa inzwischen auf demokratische Weise.

Zum Ergebnis der beiden deutschen Landtagswahlen passt gut, dass man heute in Japan von einer bereits erfolgten Kernschmelze im Reaktor Fukushima I und davon spricht, dass die dortige atomare Krise noch Jahre andauern wird. Wir haben einen Preis zu zahlen auf dem Weg zur Erleuchtung. Wie hoch dieser Preis letztendlich ist, wird die nahe Zukunft zeigen. Es geht anscheinend um nichts weniger als um das menschliche Leben auf diesem Planeten.

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