Tag 14

22/Mrz/2011

Heute hat in Klosterneuburg eine Geiselnahme stattgefunden. Als ich um 16 Uhr vom Dienst nach Wien zurückfuhr, war das Areal in der oberen Stadt großräumig gesperrt. Dutzende schwerbewaffnete Polizisten und einige Kamerateams standen entlang der Absperrungen. Ein Mann hatte in der Bezirkshauptmannschaft um sich geschossen, dabei einen anderen Mann verletzt und eine Frau als Geisel genommen. Noch ist die Geisel in seiner Gewalt, die Polizei steht in Kontakt mit dem Täter. Seine Motive sind unklar.

Neben dieser Meldung beherrscht heute der Rücktritt des EU-Abgeordneten Ernst Strasser die Nachrichtenseiten Österreichs. Er war durch eine Aufnahme mit versteckter Kamera durch zwei Journalisten der Sunday Times als korrupter Lobbyist entlarvt worden. Ich habe dieses Video vorgestern gesehen und halte es für atemberaubend. Die Schamlosigkeit Strassers in den aufgezeichneten Gesprächen ist sensationell. Dementsprechend hat er sogar den Rückhalt in der eigenen Partei verloren. Er selbst sieht sich als Opfer einer Kampagne.

Das ist eine altbewährte Methode in Österreich. Wer es schafft, sich selbst als Opfer zu präsentieren, der hat gewonnen. Ein Opfer ist nie schuld. Und so versuchen all jene, die mit dem Gesetz in zweifelhaften Kontakt kommen, irgendwie die Opferrolle einzunehmen. Oft genug gelingt es und der Beschuldigte wird in der Öffentlichkeit reingewaschen. Bei Strasser scheint es nicht mehr zu funktionieren. Zu eindeutig ist das aufgezeichnete Material, das sich rasend schnell auf allen Kanälen verbreitet hat. Das Web 2.0 schlägt in Österreich erstmals politisch zu.

Das Internet, das sich im Zuge der achten Unterwelt des Mayakalenders seit 1999 zu seiner heutigen Größe entwickelte, wird nun in der neunten Unterwelt zur Basis der Information. Die Revolutionen in Arabien wären ohne Web 2.0 undenkbar. Auch der Rücktritt Ernst Strassers wäre ohne Youtube, Twitter und Facebook so nicht erfolgt. Seine Verbündeten hätten ihm lange genug die Mauer machen können. Doch in dem Moment, in dem sich jeder persönlich sein eigenes Bild machen kann, wird der Druck der Basis zu groß, um ihm noch mit altbewährten Mitteln standhalten zu können. Der Informationsfluß erfolgt heute basisdemokratisch. Die Aufklärung erreicht uns endlich alle. Das ist die Grundlage der kommenden Erleuchtung des Bewusstseins in der universalen Unterwelt.

Gott sei Dank.

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