Neunter Tag

17/Mrz/2011

Wir werden alle sterben. Als ich gestern Nacht eingeschlafen bin, habe ich diesen Gedanken gewälzt. Die japanische Katastrophe macht mir Angst und stresst mich. Ich fürchte, dass sich global nichts ändern wird. Die politischen und wirtschaftlichen Eliten werden argumentieren, dass es sich bei Fukushima um einen bedauerlichen Einzelfall gehandelt hat, der auf individuelle Fehler zurückzuführen war. Schon heute klagen die deutschen Energiekonzerne die Bundesregierung, weil sie den Ausstieg aus der Kernergie plant.

Ich werde wütend, wenn ich sehe, wie egoistisch die politischen und wirtschaftlichen Eliten argumentieren. Jedem geht es nur um seinen persönlichen Vorteil. Der österreichische Europaabgeordnete Ernst Strasser, ehemaliger Innenminister der schwarz-blauen Regierung, verkauft seine Stimme und seinen politischen Einfluss für ein Aufsichtsratsmandat und 100.000 Euro. Als der Betrug auffliegt, rechtfertigt er sich damit, er hätte den Lobbyisten ohnehin nicht geglaubt. Ein anderer ÖVP-Politiker parkt mit seinem Fahrzeug ungestraft auf Behindertenparkplätzen, indem er den Ausweis seines vor zehn Jahren verstorbenen Vaters hinter die Winschutzscheibe legt. Silvio Berlusconi spielt im Keller seiner Villa Bunga-Bunga mit einem minderjährigen Mädchen und meint danach, ihr Geburtsdatum wäre gefälscht.

Alle diese Affären interessieren mich normalerweise nicht. Sie treten in letzter Zeit nur gehäuft auf. Sie sind Zeitgeist. Der Zeitgeist meint, dass es fesch ist, sich ungestraft zu bereichern. Es wird Zeit, dass jemand kommt und diesem Spiel ein Ende bereitet. Ich denke an das Bibelwort aus dem Mattäusevangelium: „Eine Wurfschaufel hat er in der Hand und säubern wird er seine Tenne. Seinen Weizen wird er sammeln in den Speicher, die Spreu aber verbrennen in unauslöschlichem Feuer.“

Wir stehen vor einer globalen Revolution. Die alten Zustände sind unerträglich geworden. Ich hoffe, dass die letzte Stufe des Mayakalenders den Rahmen dafür bietet, diese unerträglichen Zustände der egoistischen Bereicherung der Wenigen ein für alle mal zu beseitigen. Ich habe noch keine Ahnung, wie solch eine globale Revolution aussehen könnte. Ich bin mir nur gewiss, dass sie kommt. So kann es nicht weitergehen.

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Eine Antwort to “Neunter Tag”


  1. Absolut Genialer Artikel, das wollte ich selbst schon immer Mal schreiben, wusste aber nie wie man dies zu Papier bringen konnte !


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