Fünfter Tag

13/Mrz/2011

Heute ist Sonntag. Die Welt steht im Bann der japanischen Nuklearkatastrophe. In drei Kernkraftwerken sind nach dem verheerenden Erdbeben die Kühlsysteme ausgefallen, in zweien kam es angeblich schon zu einer Kernschmelze. Es ist überhaupt noch nicht abzusehen, welche Auswirkungen diese Störfälle haben werden. Im schlimmsten Fall wird die Katastrophe von Tschernobyl aus dem Jahr 1986 weit übertroffen. Auf jeden Fall sind die Auswirkungen dramatisch. Japans Premierminister Kan spricht von der „schwersten Krise seit 1945“ und die weltweiten Beobachter fürchten darüberhinaus aufgrund der drohenden Produktionsausfälle eine tiefe Rezession.

Für mich ist dieser Auftakt der letzten Stufe des Mayakalenders ein Anlass innezuhalten und unseren bisherigen Weg des manischen materiellen Wachstums zu überdenken. Wir sind dabei, unser aller Lebensgrundlagen massiv zu zerstören und die Auswirkungen sind verheerend. Meiner Prognose nach wird diese Krise nicht auf Japan beschränkt bleiben, sondern in den nächsten Wochen und Monaten auf die gesamte industrialisierte Welt übergreifen. Wir stehen am Beginn einer gewaltigen ökonomischen und gesellschaftlichen Umwälzung. Ich kann nur hoffen, dass wir alle in der Lage sein werden, diese Herausforderung langfristig zu meistern.

Heute ist auch das erste Wochenendseminar meines psychotherapeutischen Propädeutikums zu Ende gegangen. Es stand unter dem Thema „Einführung in die Tiefenpsychologie“. Was mich an Freud so fasziniert, ist, dass er der erste war, dem es gelungen ist, all unsere gesellschaftlichen Konflikte auf seelische Kräfte zurückzuführen. Wir sind alle geschlechtliche Wesen und sterblich. Diese zweifache Unvollkommenheit ist der Antrieb für alle Zustände unserer Welt. Warum bauen wir Atomkraftwerke? Warum streben wir nach materiellem Wachstum? Warum betrifft uns ein Tsunami am anderen Ende der Welt? Warum revoltieren wir gegen Diktatoren? Warum führen wir Kriege?

Die Ausformung unserer Konflikte ist durch unser Bewusstsein bestimmt. Und wie Carl Calleman in „Der Mayakalender und die Transformation des Bewusstseins“ analysiert, ist dieses Bewusstsein einem stetigen Wandel unterworfen und folgt kosmischen Kräften. Ich bete zu allen Göttern, dass er recht hat und die letzte Stufe des Mayakalenders, die universale Unterwelt, ganzheitlich erleuchtet ist. Wir werden es bald schon anhand der Reaktionen auf die japanische Katastrophe überprüfen können. Gerade habe ich gelesen, dass der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel einen weltweiten Ausstieg aus der Kernenergie fordert. Das ist schon ein erster Schritt. Der weltweite Ausstieg aus dem Kapitalismus wird folgen. Leider bedarf es zuvor eines schmerzhaften Zusammenbruchs. Es hängt von uns ab, wie sehr wir darauf vorbereitet sind. Das Ende der Ausbeutung ist nah.

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