Inglourious Basterds

21/Aug/2009

Best best best film ever. Lubitschs Weltrekord zertrümmert. Der größte Film aller Zeiten.

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6 Antworten to “Inglourious Basterds”

  1. Peter Wurm Says:

    Frage: Andere Filme über die Nazi-Zeit versuchen, Wirklichkeit über authentische Requisiten zu schaffen. Operation Walküre mit Tom Cruise musste unbedingt im Bendler-Block gedreht werden …

    Waltz: Das ist das Gegenteil von dem, das ich meine. Solche Filme sind nicht nur kein Kunstwerk, sie sind auch keine Geschichtsbetrachtung. Sie sind, im besten Fall, Unterhaltung. Dadurch entsteht keine Wahrheit, sondern Selbstgerechtigkeit.

    (Die Zeit)

  2. Peter Wurm Says:

    Der Mann hat, sagen wir mit „Pulp Fiction“, Einlass in den Olymp des Kinos gefunden, indem er einfach den strengen Türsteher in ein unheimlich lässiges Gespräch über McDonald’s und Cops in Amsterdam verwickelt hat. Schon war er drin und wusste selbst nicht wie. Dort droben aber liebten sie ihn, den dauerquasselnden Nerd, er hatte die Party seines Lebens, er wollte nie wieder weg. Nur leider kennt der Olymp keine Dauerkarten. So versucht Tarantino nun mit jedem neuen Film sich den Zugang zur Party neu zu erkämpfen. Alle paar Jahre rüstet er zur Attacke, dazwischen muss er Kraft sammeln. „Inglourious Basterds“ ist sein bisher massivster Angriff.

    Und auf einmal versteht man, was hier passiert: Tarantino schüttet Benzin ins Feuer des Nazifilms, für den ganz großen Rumms, der den Weg wieder freisprengen soll. Eine irre Idee. So irre, dass sie funktionieren könnte.

    (Süddeutsche Zeitung)

  3. Peter Wurm Says:

    Als die Besetzung gefunden war, versammelte Quentin Tarantino alle Schauspieler an einem großen Tisch, um gemeinsam mit ihnen zu lesen. Er erklärte allen im Raum, dass sich alle Filme über den 2. Weltkrieg in zwei Kategorien einteilen lassen: „Krieg-als-Tragödie“ Filme und „Männer-in-Bewegung“ Filme. „Er sagte, wir würden definitiv einen „Männer-in-Bewegung“ Film machen“, erzählt „Basterd“ B.J.Novak.

    (Inglourious Basterds)

  4. Peter Wurm Says:

    Die braune Vergangenheit wird in diesem Film nicht bewältigt. Sie wird ins Groteske verzerrt, verstümmelt, in Fetzen geschossen, verbrannt.

    Wenn sich andere durchaus wohlmeinende Regisseure dem Dritten Reich nähern, dann ist bei aller zeigefingerhaften Warnung vor dieser Greuelära noch immer eine Ehrfurcht vor der nationalsozialistischen Ästhetik zu spüren, siehe etwa Bryan Singers „Valkyrie“.

    Tarantino dagegen erklärt gerade den Bilderwelten, Zeichen und Codes des Faschismus den Krieg wie kaum ein Regisseur zuvor. Da gibt es beispielsweise keine Diskussion mehr, ob Regimedarling Leni Riefenstahl nicht doch visuell aufregende Filme drehte oder ob Emil Jannings vielleicht sogar ein guter Schauspieler war.

    Parallel dazu erweist sich dieser Streifen als Ohrfeige und offene Provokation für die Legionen von Mitmenschen, die noch immer oder schon wieder mit rechtsradikalen Ideen kokettieren. Denn „Inglourious Basterds“ zieht alle und alles, was solchen Leuten heilig sein könnte, zuerst ins Lächerliche und dann in den blutigen Dreck.

    (FM4)

  5. Peter Wurm Says:

    Bei der Uraufführung des gewaltigen, perfiden Durchhaltefilms „Kolberg“ (Regie: Veit Harlan) im Jahr 1945 erklärte Joseph Goebbels: „Meine Herren, in hundert Jahren wird man einen schönen Farbfilm über die schrecklichen Tage zeigen, die wir durchleben. Möchten Sie nicht in diesem Film eine Rolle spielen? Halten Sie jetzt durch, damit die Zuschauer in hundert Jahren nicht johlen und pfeifen, wenn Sie auf der Leinwand erscheinen.“

    Quentin Tarantino hat erst einmal aus dem Johlen und Pfeifen einen Film gemacht, und es ist vielleicht der erste, der Goebbels wirklich einen dicken Strich durch die Rechnung macht.

    Quentin Tarantino mit „Inglourious Basterds“ verspricht gleichsam, mit diesem Unbehagen fertigzuwerden wie dieser Kerl, der den gordischen Knoten löste. „Pulp fiction“ bezwingt den faschistischen Todeskitsch. Den wabernden Bildern von der gefährlichen Umarmung von Diskurs und Nazi-Bild setzt dieser Regisseur einen Schlag mit dem Baseballschläger entgegen.

    (Der Spiegel)


  6. In der Tat: bester Film ever! Ein Meisterwerk und eine Wahnsinns-Performance von Waltz.


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