Täter oder Opfer?

09/Aug/2009

Der tödliche Ausgang eines nächtlichen Einbruchs in Krems offenbart einen Mechanismus, der in unserem Land anscheinend reflexartig zu Tage tritt:

  1. wird von öffentlichen Beobachtern sofort Partei ergriffen, beurteilt und verurteilt.
  2. ist dieses Urteil offensichtlich immer Ausdruck dessen, mit welcher Gruppe man sich solidarisiert und welche Gruppe die eigenen Ängste auslöst.
  3. ist das Ziel dieses Urteils anscheinend immer die Beantwortung der Schuldfrage.
  4. wird von allen Betreffenden daher verzweifelt versucht, die eigene Gruppe als Opfer zu stilisieren, denn ein Opfer kann nicht schuld sein.

Ich halte diesen gewohnten Prozesss von öffentlicher Auseinandersetzung in unserem Land für überaus mühsam. Mein Vorschlag ist daher, sich dieser vier hahnebüchener Schritte zu enthalten und sich statt dessen folgende Frage zu stellen:

Wie wollen wir alle miteinander umgehen und wie erreichen wir das?

4 Antworten to “Täter oder Opfer?”

  1. Andy Says:

    ad 1: beurteilen sollte man sein ganzes Leben lang.
    ad 3: wenn es um generelle Schuldfragen geht, sollte auch das ok sein. Denn Tendenzen muss man beobachten, beurteilen und ggf. abstellen bzw. ändern.

    Dass sich ein Pilz wieder auf die Fekter einschiesst, ist normal, der erinnert eh schon fast nur mehr an den Pornojäger Humer, dass ein 14-jähriger um 02:30 in einem Supermarkt sein kann, hat aber Gründe, die bis vor die 68er zurückgehen….


  2. […] Thema beschäftigt mich schon sehr lange, aber durch Peter Wurm´s Blog raffe ich mich nun auf und versuche, dieses doch sehr komplexe Thema niederzuschreiben. Dass mir […]


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